Reinigungs-Routine

Gartenschere putzen: Profi zeigt simple Tricks für eine längere Lebensdauer

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Wer seine Gartenschere nicht regelmäßig reinigt, kann Krankheiten von Pflanze zu Pflanze übertragen.
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Ihre Gartenschere muss im Laufe eines Jahres Schwerstarbeit leisten. Damit sie scharf und rostfrei bleibt, braucht sie aber eine spezielle Pflege.

Die Blätter sind gefallen, die letzten Stauden zurückgeschnitten – die Gartensaison neigt sich dem Ende zu. Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, um der treuen Gartenschere die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie verdient. Eine gründliche Reinigung und Pflege im Herbst sorgt nicht nur für eine längere Lebensdauer, sondern verhindert auch die Übertragung von Pflanzenkrankheiten im nächsten Jahr. Und es gilt: Lieber spät als nie – auch wenn der Herbst ein guter Zeitpunkt für diese Pflegeroutine ist, lässt sich diese Aufgabe bei stärkerer Beanspruchung der Schere jederzeit im Jahr nachholen oder wiederholen.

Warum die Pflege der Gartenschere so wichtig ist

Nach unzähligen Schnitten an Sträuchern, Rosen und Stauden sammeln sich an den Klingen der Gartenschere Pflanzensäfte, Harz und leider auch potenzielle Krankheitserreger. Werden diese Rückstände nicht entfernt, bieten sie Rost eine ideale Angriffsfläche und können im Frühling auf frische Triebe übertragen werden. Eine sorgfältige Wartung ist also ein wichtiger Beitrag zum Pflanzenschutz und stellt sicher, dass die Gartenschere scharf und funktionstüchtig bleibt.

Gartenschere reinigen und desinfizieren: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Gärtner Peter Rasch gibt im NDR Fernsehen Tipps, wie Sie beim Putzen der Gartenschere (insbesondere der Bypass-Schere) vorgehen sollten:

  1. Der erste Schritt ist die gründliche Säuberung. Entfernen Sie zunächst groben Schmutz und Pflanzenreste mit einer Bürste. Hartnäckige Harz- und Saftreste an den Klingen lassen sich gut mit etwas Seifenwasser und einem Tuch, einer Drahtbürste oder einem kleinen Metallschwamm lösen.
  2. Anschließend sollten Schneidewerkzeuge desinfiziert werden, damit Erreger nicht darauf überwintern.
  3. Wer ein bisschen handwerklich geschickt ist, sollte seine Gartenschere dafür am besten in ihre Einzelteile zerlegen. „Desinfizieren und säubern machen wir in einem Arbeitsgang“, erklärt der Experte. Die Schere wird in einer Schale mit heißem Wasser übergossen und nach Belieben Desinfektionsmittel wie Spiritus oder Bio-Alkohol hinzugefügt. Kurz einweichen lassen.

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Klingen schärfen und ölen für den perfekten Schnitt

Stumpfe Klingen quetschen die Pflanzentriebe mehr, als dass sie sie sauber schneiden, was die Wundheilung erschwert. Schärfen Sie die Klingen Ihrer Gartenschere daher nach der Reinigung – zum Beispiel mit einem nassen Schleifstein. Dann kommt der letzte, aber entscheidende Pflegeschritt: „Beim Zusammenbauen kommt noch überall ein kleiner Tropfen Öl dran. Feder nicht vergessen – ganz wichtig, damit sie wirklich schön leicht auf und zu geht“, betont der Gartenprofi. Das Öl auf den beweglichen Teilen schützt die Gartenschere vor Korrosion. Peter Rasch rät zu biologisch abbaubaren Ölen wie Pflanzenöl, um die Umwelt zu schonen.

Nie mehr vergessen: Faustregeln für den richtigen Schnittzeitpunkt

Schmetterlingsflieders, Sommerflieder (Buddleja davidii) - violetter Blütenstand
Sommerblühende Gehölze wie den Schmetterlingsflieder, den Garteneibisch oder die Bartblume schneidet man nach der Blüte oder im Frühjahr (Ende Februar bis Anfang März) bis auf die verholzten Teile zurück. © Panthermedia/Imago
Person schneidet Forsythie im Frühjahr zurück.
Frühjahrsblühende Sträucher wie die Forsythie, der Flieder oder der Schneeball (Viburnum) bekommen am besten direkt nach der Blüte einen Rückschnitt. Denn sie bilden ihre Blütenknospen bereits im Vorjahr. © Depositphotos/Imago
Person schneidet Obstbaum.
Obstbäume blühen zwar im Frühling, werden aber schon im späten Winter oder frühen Frühjahr zurückgeschnitten, bevor der Saftfluss einsetzt. © Panthermedia/Imago
Walnussbaum mit Walnuss
Stark saftende Bäume wie Ahorn, Walnuss oder Birke werden am besten im Spätsommer oder Spätwinter zurückgeschnitten, um einen übermäßigen Saftverlust zu vermeiden. © robertkalb photographien/Imago
Saftige rote Kirschen hängen an einem Zweig mit grünen Blättern.
Für Kirsch- und Pflaumenbäume wiederum gilt: Schneiden Sie größere Äste direkt nach der Ernte, das bremst ihr Wachstum. Kleinere Äste und Zweige kann man auch im Spätwinter entfernen. © Zoonar/Imago
Person schneidet Steckholz von Himbeerstrauch.
Herbsttragende Sorten von Johannisbeeren und Himbeeren werden im Spätwinter bodennah zurückgeschnitten. Sommertragende Sorten lichtet man nach der Ernte aus.  © Pond5 Images/Imago
Person schneidet Thujenhecke zurück.
Bei Hecken muss man unterscheiden: Nadelgehölze wie Thuja schneidet man Ende Juni, nach dem ersten Austrieb, zurück. Laubhecken sollte man im Frühjahr vor dem Austrieb und im Spätsommer leicht zurückschneiden. Für Formhecken (z. B. Buchsbaum, Liguster) steht der modellierende Rückschnitt im Juni und August an. © Depositphotos/Imago
Eine Gärtnerin kümmert sich um ihre Rosen und schneidet sie zurück.
Beetrosen erhalten ihren kräftigen Hauptschnitt im März bis April bei der Forsythienblüte; verblühte Köpfe entfernt man nach der Blüte für einen zweiten Flor. © Zoonar.com/Elena Grishina/Imago
Stieglitz auf einer Schneedistel im Winter
Der beste Rückschnitt-Zeitpunkt für Stauden liegt im Frühjahr, bevor sie austreiben. So bieten die Stiele der Pflanze im Winter einen Frostschutz sowie eine Futterquelle für Tiere. Aber auch im Herbst ist der Rückschnitt möglich. © Zoonar/Imago
Chinaschilf mit Reif
Sommergrüne Ziergräser bieten Tieren im Winter Unterschlupf und Nahrung, schützen sich mit ihren eigenen Halmen vor Kälte und sind meist ein toller Blickfang. Zurückgeschnitten wird erst im Spätwinter oder Frühjahr, kurz bevor die Gräser neu austreiben. Immergrüne Gräser hingegen werden gar nicht geschnitten. © Zoonar/Imago
Gartenhandschuhe und Gartenschere liegen auf Wiese.
Bevor Sie mit dem Rückschnitt loslegen, eine wichtige Grundregel: Achten Sie auf scharfe, saubere Schnittwerkzeuge, um Quetschungen und Krankheiten der Pflanzen zu vermeiden.  © Dreamstime/Imago

Auch Astscheren funktionieren besser, wenn man gelegentlich ihre Gelenke ölt: Sprüh- oder Kriechöl machen die Schere leichtgängiger und schützen vor Korrosion. Nachdem das Öl eingezogen ist, sollte man den Überschuss mit einem Tuch abnehmen.

Bewahren Sie Ihre frisch gepflegte Gartenschere an einem trockenen und geschützten Ort auf, damit sie bis zum nächsten Einsatz im Frühling in bestem Zustand bleibt.

Für eine langlebige und stets einsatzbereite Gartenschere ist die Kombination aus Reinigung, Desinfektion und dem anschließenden Ölen entscheidend. Dieser kleine Aufwand im Herbst erspart Ihnen im Frühjahr nicht nur Ärger über Rost, sondern sorgt auch für gesunde Pflanzen durch saubere Schnitte.

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