Gefährliches Grillgut

Nicht jedes Fleisch sollte gegrillt werden – Experten warnen vor krebserregenden Stoffen

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Die Saison ist eröffnet: Sommerliche Temperaturen laden zum Grillen ein. Doch nicht alles gehört auf den Rost. Vor allem bei Würstchen sollte man vorsichtig sein.

Kassel – Ob vegan, vegetarisch oder mit Fleisch: Im Sommer herrscht in Deutschland Grillsaison. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit warnt aber vor einem bestimmten Stoff in Lebensmitteln – dieser sollten nicht gegrillt werden. Auch gefährliche Keime können sich dadurch verbreiten.

Nitrosamine in Lebensmitteln: Verbraucher sollten beim Grillen vorsichtig sein

Vom Anfeuern mit Spiritus, über zu viel Marinade, bis hin zum häufigen Wenden des Grillguts: Beim Grillen können mehr Fehler unterlaufen als einer womöglich meinen möchte. Während das Grillgut teilweise nur etwas zu dunkel wird, können manche Lebensmittel sogar für Verbraucher gefährlich werden.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) warnt jetzt davor, dass mindestens zehn in Lebensmitteln vorkommende Nitrosamine vermutlich krebserregend sind und das Erbgut schädigen. Unter Nitrosaminen werden chemische Verbindungen verstanden, die sich in Lebensmitteln durch die Art der Zubereitung und des Verarbeitens bilden.

Sommer ist in Deutschland Grillsaison. Passieren beim Grillen aber Fehler, können krebserregende Stoffe entstehen. (Symbolbild)

Das geht aus einem Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hervor. Insbesondere gepökeltes Fleisch sowie Wurstwaren enthalten Nitrosamine, für den Grill sind sie deshalb nicht geeignet. Zu gepökelten Fleisch- und Wurstwaren zählen Kasseler, Leberkäse, Jagdwurst, Speck, Salami, Wiener Würstchen und Bockwürste. Die krebserregenden Stoffe entstehen dann durch zu starkes Erhitzen auf dem Grill.

Gehört nicht auf den Grill: So gefährlich können Nitrosamine für den Menschen sein

Nitrosamine sind auch in Fisch, Kakao, Bier und anderen alkoholischen Getränken enthalten. Sie kommen zudem in Tabak und Kosmetika vor. In Tierversuchen zeigten knapp 90 Prozent der untersuchten Nitrosamine eine krebserregende Wirkung – auch schon in einer geringen Dosierung, heißt es im Gutachten der EFSA. Vonseiten des Bundesinstituts für Risikobewertung heißt es, dass eine Gefahr für den Menschen aber noch nicht einwandfrei nachgewiesen werden konnte.

Diese Lebensmittel sollten nicht gegrillt werden:

  • Kasseler
  • Leberkäse
  • Jagdwurst
  • Speck
  • Salami
  • Wiener Würstchen
  • Bockwurst

Wie es im Gutachten der EFSA heißt, geben zehn in Lebensmitteln gefundene Nitrosamine aber Grund zu gesundheitlichem Bedenken. Demnach ist der Verzehr in allen Altersgruppen zu hoch. Der vzbv rät im Allgemeinen vom Verzehr gepökelter und geräucherter Waren ab. Keinesfalls sollten diese gebraten oder gegrillt werden, auch von zu hohen Mengen von geräuchertem Fisch wird gewarnt. Einige Hersteller werben mittlerweile damit, kein Nitritpökelsalz mehr für die Herstellung zu verwenden. (rd)

Rubriklistenbild: © onemorepicture/Imago

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