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Krebserregend und voller Keime: Vorsicht vor diesen Lebensmitteln

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Supermärkte bieten Möglichkeiten an, Gemüse und Obst schnell zu verzehren, um sich auch im stressigen Alltag gesund zu ernähren. Einige sind gesundheitsschädigend.

Kassel – Es gibt viele vermeintlich gesunde Lebensmittel, die in Wahrheit krebserregend oder von Keimen belastet sein können. Auch versteckter Zucker kann Übergewicht und eine Krebserkrankung begünstigen. Besonders dann, wenn es schnell gehen soll, aber man nicht auf gesunde Lebensmittel verzichten möchte und auf Fertigprodukte zurückgreift.

Rotes verarbeitet Fleisch wird laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung schon lange als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft. Viele steigen auch deshalb auf vegane oder vegetarische Alternativen um. Ein aktueller Öko-Test hat nun vegane Burger-Pattys untersucht und potenziell krebserregende MOAH (aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe) festgestellt.

Krebserregender Stoff in Konservendosen nachgewiesen

Gemüse oder Obst zu waschen, schälen oder schneiden kann manchmal ganz schön lästig sein. Die Alternative aus der Dose dagegen ist schnell angerichtet. Nun wurden jedoch der Stoff Bisphenol A, der bei Herstellung des Kunststoffs Polycarbonat und von Epoxidharzen verwendet wird, in den Lebensmitteln nachgewiesen. Bisphenol A steht nach dem europäischen Chemikalienrecht unter Verdacht, das Krebsrisiko zu erhöhen und sogar eine Gefahr für das ungeborene Baby im Mutterleid zu sein. In besonders konzentrierter Form wurde der Stoff in Tomatendosen gefunden.

In vielen vermeidlich gesunden Lebensmittel stecken Krebserreger und versteckte Keime. (Symbolbild)

Auch für den Salat gibt es mittlerweile schnelle Alternativen, die das Schnippeln und Waschen ersparen. Häufig kann man ihn bereits verzehrfertig in einer Plastikverpackung kaufen. Doch das Max-Rubner-Institut fand im Jahr 2019 heraus, dass bereits geschnittener Salat eine Vielzahl von Keimen enthält. Grund für die Vermehrung der Keime ist, dass der Salat durch die Schnittstellen Zellsaft verliert, der in Kombination mit der Plastikverpackung einen Nährboden für Pilze und Bakterien bietet.

Versteckter Zucker kann langfristig das Krebsrisiko erhöhen

Ein vermeidlich gesunder Snack oder ein gesundes Frühstück kann eine wahre Zuckerfalle sein. Ist der Zuckerkonsum regelmäßig zu hoch, so kann Übergewicht entstehen. Der Zusammenhang zwischen Übergewicht und der Entstehung von Krebserkrankungen wurde laut der Deutschen Krebsgesellschaft bereits mehrfach wissenschaftlich bestätigt. Säfte oder andere zuckerhaltige Getränke sollten daher besser in geringen Mengen und verdünnt getrunken werden.

  • Cornflakes - enthalten oft zugesetzten Zucker
  • Energieriegel - können ebenfalls große Mengen Zucker enthalten
  • Popcorn - enthält neben Zucker meist auch Diacetyl, dieses Butteraroma kann auf Dauer zu einer Vernarbungen des Lungengewebes führen
  • Säfte oder Smoothies - enthält sehr viel Fruchtzucker und häufig auch zugesetzten Zucker
  • Obstjogurt - enthält oftmals große Mengen an zugesetztem Zucker
  • Quelle: Zentrum der Gesundheit und ZDF

Eine Untersuchung von Öko-Test aus dem Jahr 2020 konnte Pestizide in vielen Müslis nachweisen. Diese können krebserregend sein und das menschliche Erbgut verändern. Daher ist auch hier Vorsicht geboten.

Bio-Produkte gelten grundsätzlich als gesund, da sie weniger Schadstoffe enthalten. Oft werben Hersteller mit dem Wort „Bio“ für ihre Produkte, um diese gesünder erscheinen zu lassen. Tatsächlich kann auch eine Bio-Pizza oder eine Tüte Bio-Chips viel Zucker und Salz enthalten.

Eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung kann das Krebsrisiko mindern

Dass Zucker nicht gesund ist, ist bekannt. Viele Hersteller bieten deshalb Produkte mit Zuckerersatzprodukten an. Bei einem davon – Aspartam – sollte man jedoch vorsichtig sein. Dieser Stoff wurden von der WHO als „möglicherweise krebserregend für den Menschen“ eingestuft. Der Süßstoff-Verband betont allerdings, dass es sich dabei um kein Gutachten eines Gremiums für Lebensmittelsicherheit handele. „Bei ihrer 2B-Klassifizierung von Aspartam wurden weder die Aufnahmemengen noch das tatsächliche Risiko berücksichtigt“, schreibt der Verband. Der Gemeinsame Sachverständigenausschuss für Lebensmittelzusatzstoffe (JECFA) hat derweil errechnet, Aspartam könne im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung bedenkenlos verzehrt werden. Der ADI-Wert (Acceptable Daily Intake) liegt laut EFSA bei 40 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Der ADI-Wert beschreibt die tägliche Aufnahmemenge, die ein Mensch ein Leben lang sicher verzehren kann.

Transparenzhinweis: Sehr geehrte Leserinnen und Leser, in einer früheren Version dieses Artikels hatten wir geschrieben, dass derzeit noch geprüft werde, in welchen Mengen Aspartam als unbedenklich eingestuft werden kann. Das Ergebnis der JECFA-Studie ist uns zu diesem Zeitpunkt entgangen. Wir entschuldigen uns für diesen Fehler.

Krebs-Risiko mit gesunden Lebensmitteln senken: Brokkoli, Knoblauch, Zwiebel und Lauch können schützen

Brokkoli
Sekundären Pflanzenstoffen kommt eine besondere Bedeutung bei. Der in Brokkoli enthaltene sekundäre Pflanzenstoff Sulphoraphan beispielsweise wehrt freie Radikale ab und hemmt somit den natürlichen Alterungsprozess der Zellen in der Haut. Doch Brokkoli kann noch mehr. Wie auch viele andere Arten aus der Familie der Brassicaceae, ist das grüne Gemüse aufgrund seiner bioaktiven Glucosinolate oder „Senfölglucoside“ so wertvoll. Vor allem das in jungen Sprossen und Samen in hoher Konzentration vorkommende Glucoraphanin sowie das enzymatische Abbauprodukt Sulforaphan sollen eine anti-kanzerogene Wirkung entfalten. Die in Brokkoli enthaltenen sekundären Inhaltsstoffe können die Entstehung und den Verlauf von Krebserkrankungen positiv beeinflussen, wie das Institut für Pharmazeutische Biologie und Phytochemie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster veröffentlichte. ©  Alex9500/Imago
Radieschen
Öfters mal Radieschen zur Brotzeit verspeisen, das fördert ebenfalls die Gesundheit. Denn Radieschen enthalten wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe wie Glu­co­si­no­la­te, die an­ti­ox­i­da­tiv sowie im­mun­mo­dul­ier­end wirken und das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen senken können, laut „Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE)“. © Gojaz Alkimson/Imago
weißer Rettich
Auch der insbesondere im Süden Deutschlands beliebte Rettich ist gut für die Gesundheit. Dank seiner sekundären Pflanzenstoffe Glu­co­si­no­la­tea kann er das Ri­si­ko für be­stim­mte Krebs­erkrankungen senken, so die „Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE)“. Die im Rettich enthaltenen Senföle haben zudem eine heilsame Wirkung auf Leber, Galle und Verdauung. © Cess /Imago
Kresse pflanzen säen ernten
Wer Schnittlauchbrot isst, sollte ruhig mal variieren und ein Kressebrot probieren. Denn auch Kresse, insbesondere die Wasserkresse, ist reich an wertvollen Inhaltsstoffen wie den sekundären Pflanzenstoffen der Glu­co­si­no­la­te, die vorbeugend gegen Krebswachstum wirken sollen. © Roman Möbius/Imago
Senfsaat, gelb, in einem Esslöffel
Senf kennt man üblicherweise aus dem Glas oder der Tube und wird häufig als Geschmacksverstärker verwendet. Dabei kann Senf noch viel mehr, als nur schmecken. Das wussten auch schon die Römer, die gemahlene Senfsaat als Wickel und in Bädern gegen Migräne, Arthrose oder Bronchitis einsetzten. Prof. Dr. Volker Mersch-Sundermann, Leiter des Instituts für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene, weiß um die besondere Wirkung von Senf: „Der Konsum von scharfem Senf schützt beispielsweise vor den erbgutschädigenden Wirkungen der beim Grillen und Braten von Fleisch entstehenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe.“ Er und seine Kollegin Dr. Evelyn Lamy konnten nachweisen, dass der handelsübliche scharfe Senf vor der Wirkung krebsauslösender Stoffe effektiv schützt. Verantwortlich für die krebshemmende Wirkung sind sekundäre Pflanzenstoffe wie Glu­co­si­no­la­te und Senföle. Insbesondere letztere sind für die Schärfe verantwortlich. Je schärfer der Senf, desto höher ist der Anteil an Senfölen, umso besser ist die krebsvorbeugende Wirkung. © rezkrr/Imago
Knoblauch (Allium sativum), Knoblauchzwiebeln auf einem Teller common garlic (Allium sativum), garlic bulbs on a plate B
Knoblauch hat gemeinhin bei manchen noch einen schlechten Ruf, da es heißt, sein Verzehr würde zu einem schlechten Atem beitragen. Dabei ist die Knolle überaus gesundheitsfördernd und sollte aufgrund ihrer sekundären Pflanzenstoffe in der Küche nicht fehlen. Die enthaltenen Sul­fi­de entfalten laut „Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE)“ nicht nur eine an­ti­bi­o­tische, an­ti­ox­i­da­tive, an­ti­throm­bo­tische, blut­druck­sen­kende sowie chol­esterinsen­kende Wirkung. Auch das Risiko für Krebserkrankungen sollen Sulfide positiv beeinflussen. Allizin, der in Knoblauch und anderen Laucharten enthaltene Aromastoff mit keimtötender Wirkung, soll zudem laut „Deutsche Apothekerzeitung“ gegen Krebszellen wirken. © McPHOTO/A. Schauhuber via www.imago-images.de
Geschnittene, rote Zwiebel
Zwiebeln zählen nicht nur zu den calciumreichsten Gemüsesorten und können somit bei regelmäßigem Verzehr den Knochenabbau hemmen. Zwiebeln enthalten wie Knoblauch Sulfide mit anti-kanzerogenem Effekt. Außerdem sind sie auch reich an dem sekundären Pflanzenstoff Quercetin, das besonders in roten Zwiebeln und den äußeren Schichten vorkommt und krebsvorbeugende Wirkung entfalten soll. © breitformat/Imago
Porree in einer Kiste
Porree, auch Lauch genannt, ist voll von gesunden Nährstoffen wie Carotin, Zink und Fluor. Zudem ist auch Lauch reich an sekundären Pflanzenstoffen wie Sulfide, die eine Krebs-abwehrende Wirkung haben. © Norman Krauß/Imago
Olivenöl senkt Blutdruck und das schädliche LDL-Cholesterin im Blut, sodass das Risiko für Arteriosklerose reduziert wird.
Olivenöl wirkt nicht nur vorbeugend gegen Arterienverkalkung, Schlaganfall und Herzinfarkt. Auch die darin enthaltene Ölsäure soll sogar Krebszellen abwehren. Die im Olivenöl enthaltene Omega-9-Fettsäure kann die Effizienz einer Krebstherapie mit dem monoklonalen Antikörper Trastuzumab sogar deutlich erhöhen – dieser wirkte in Verbindung mit der Ölsäure stärker als ohne Ölsäure. © Panthermedia/Imago
Frau öffnet Walnüsse mit Hammer
Nicht nur bei hohem Blutdruck sollen gerade Walnüsse und Pistazien helfen. Wer regelmäßig Nüsse isst – tägliche Empfehlung nicht mehr als eine Handvoll – kann das Risiko für Darmkrebs senken, wie Forscher vom Lehrstuhl für Ernährungstoxikologie an der Universität Jena untersuchten, so die „Ärztezeitung“. Danach aktivieren Nüsse offenbar die körpereigene Abwehr zur Entgiftung von reaktiven Substanzen wie ultraviolette Strahlung oder verschiedene Chemikalien, welche die Zellschäden und in Folge Krebs begünstigen können. Nüsse enthalten zudem sekundäre Pflanzenstoffe wie Phe­nol­säur­en, die das Risiko für Krebs ebenfalls verringern können. © agefotostock/Imago

Das Deutsche Krebsforschungszentrum rät generell zu einer ausgewogenen Ernährung in Kombination mit ausreichend Bewegung. Bei der Auswahl der Lebensmittel ist es besser auf unverarbeitete Lebensmittel zurückzugreifen. (mima)

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