Besondere Beziehung

Warum ein Hund uns zu einem besseren Menschen machen kann

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Nicht nur Hunde lernen von uns Menschen. Auch wir können uns viel von den Vierbeinern abgucken. Wie wir das Beste aus uns herausholen.

Für Hunde sind wir weit mehr als nur Dosenöffner oder Ballwerfer – wir bedeuten ihnen die ganze Welt. Nur ein möglicher Grund, warum uns Hunde dabei helfen, das Beste aus uns herauszuholen.

Die Verbindung zwischen Mensch und Hund ist eine der ältesten und tiefsten Beziehungen, die wir kennen. Diese einzigartige Bindung hat nicht nur positive Auswirkungen auf unser Leben, sondern sie hat auch das Potenzial, uns zu besseren Menschen zu machen. Warum das so ist, fasziniert Wissenschaftler, Verhaltensforscher und Hundeliebhaber gleichermaßen.

So nennt beispielsweise Melissa Starling, Hundeforscherin und Postdoktorandin in Veterinärwissenschaften an der Universität von Sydney bestimmte Eigenschaften, die Hunde von anderen Tieren unterscheidet und sie einzigartig macht. Einige dieser Verhaltensweisen können dafür sorgen, dass wir unser eigenes Verhalten überdenken und verbessern können und somit zu einer besseren Version von uns selbst werden. Gegenüber dem australischen Portal Mirage News nennt sie folgende Gründe.

Hunde sind sehr soziale Tiere

Auch wir Menschen können viel von Hunden lernen. (Symbolbild)

Hunde weisen wohl eine Art Chromosom-Veränderung auf, die eine Auswirkung auf deren Persönlichkeit haben kann. So zeigen die Vierbeiner mitunter einen stark ausgeprägten Willen zur Geselligkeit und Engagement. Ein Sozialverhalten, das für uns Menschen unwiderstehlich ist. Freut sich ein Hund über etwas, steckt uns diese Lebensfreude unweigerlich an. Geht er freudig auf fremde Menschen oder Artgenossen zu, reagiert freundlich auf alles Unbekannte, erleichtert diese Unbeschwertheit unseren Alltag. Dieses soziale Verhalten kann sich auch auf uns Menschen übertragen.

Hunde haben gelernt uns Menschen zu lesen

Wie unter anderem auch Geo.de berichtet, haben weitere Verhaltensforscher herausgefunden, dass Hunde menschliche Gesichter lesen, um herauszufinden, was wir fühlen. Und auch Melissa Starling ist der Ansicht, dass Hunde nicht nur unserem Blick, sondern auch unserem Finger folgen, wenn wir auf etwas zeigen. Diese Empathie ist einer der Hauptgründe, warum Hunde uns zu besseren Menschen machen. Studien haben auch gezeigt, dass Hunde in der Lage sind, menschliche Gefühle wie Freude, Angst und Traurigkeit wahrzunehmen. Dies führt dazu, dass wir uns verstanden und unterstützt fühlen, selbst in Momenten, in denen wir uns alleine oder niedergeschlagen fühlen. Das fördert ein tieferes Verständnis für die Emotionen anderer, was wiederum zu mehr Mitgefühl und Rücksichtnahme führt.

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Diese elf Hunderassen sind vielleicht schlauer als Ihr Nachbar – belegt durch wissenschaftliche Tests

Ein Malinois drückt sich anschmiegsam gegen die Beine eines Soldaten.
Der Malinois, auch bekannt als Belgischer Schäferhund ist – Erkenntnissen einer Studie von Dezember 2022 zufolge – die intelligenteste Hunderasse der Welt. Häufig wird diese kluge Rasse als Polizei- oder Schutzhund eingesetzt. Ihre Eigenständigkeit stellte der Malinois während verschiedener Tests unter Beweis: Neben dem Deutschen Schäferhund war es beim Belgischen Schäferhund am wahrscheinlichsten, dass er sich angesichts einer unlösbaren Aufgabe nicht an seinen Besitzer wandte. © TT/Imago
Border Collie mit Frisbee im Maul.
Der sensible Border Collie gilt als eine der intelligentesten Hunderassen. Lange Zeit galt er sogar als die schlauste Rasse überhaupt. Aufgrund seiner Cleverness ist er ein prädestinierter Hund für Hundesportarten wie Agility oder Obedience. Sein „Will to please“ (der Wille, seinem Menschen zu gefallen) sorgt dafür, dass der Border Collie aufblüht, wenn er zusammen mit seinem Besitzer Aufgaben lösen darf. Der früher meist als Schäferhund eingesetzte Border Collie ist heute ein beliebter Familienhund. © Westend61/Imago
Porträt eines auf einer Bank in Cleadon Hills stehenden Pudels an einem sonnigen Tag.
Pudel sind nicht nur beliebte Familienhunde, sondern zeichnen sich durch ihre außerordentliche Klugheit und die überdurchschnittliche Lernfähigkeit aus. Der aus Frankreich stammende Rassehund wird oft als Rettungshund, Leichenspürhund oder als Blindenführhund eingesetzt. Wegen ihrer besonderen Sensibilität eignet sich der Pudel zudem hervorragend als Therapiehund. © Design Pics Editorial/Imago
Ein Polizist mit einem Polizeihund an der Leine.
Wie bereits sein Name verrät, hatte der Deutsche Schäferhund ursprünglich die Funktion eines Hütehundes. Seine hohe Intelligenz machen sich heutzutage vor allem Polizei, Militär und Zoll zunutze: Mit seiner Lernfähigkeit, einem ausgeprägten Gehorsam und der Gefügigkeit hat der treue Schäferhund das perfekte Zeug zum Diensthund. Er besitzt nicht nur ein ausgeglichenes Temperament, sondern ist auch für seine Aufmerksamkeit, Nervenstärke und Selbstsicherheit bekannt. © Design Pics/Imago
Menschen streicheln einen Hund in einer Gruppentherapiesitzung.
Nicht grundlos sehen wir den beliebten Golden Retriever oftmals als Blindenführhund oder als Begleithund für Gehörlose. Auch als Rettungshund eignet sich diese geduldige, ruhige und achtsame Hunderasse besonders gut. Ihre erstaunliche Intelligenz gepaart mit Gutmütigkeit bringen die liebenswürdigen Goldies gerne in ihre Besitzerfamilien ein. © Science Photo Library/Imago
Portrait einer Dobermann Hündin.
Seinem Ruf als aggressiver Hund zum Trotz überzeugt der Dobermann durch Cleverness, Aufmerksamkeit und Mut. Als Diensthund der Polizei oder Bundeswehr kann er seine Talente nutzbringend einsetzen. In der Zucht wird der charakterliche Schwerpunkt heute auf Ruhe und Freundlichkeit gelegt. Mit seiner gelehrigen, ausdauernden und aufmerksamen Art überzeugt er Hundekenner auch als loyaler Begleiter von sich. Eine gute und geduldige Erziehung kitzelt aus dem Dobermann außerdem einen Familienhund hervor. © Zoonar/Imago
Ein Shetland Sheepdog, stehend auf einem Felsen.
Der Shetland Sheepdog, auch Shelti genannt, ist für sein intelligentes, gutmütiges und lernwilliges Wesen bekannt. Ein ausgeprägter „Will to please“, schnelle Auffassungsgabe und Spaß am Lernen dominieren seine Art. Diese Fähigkeiten setzt der Shetland Sheepdog als Hütehund, Begleithund, Rettungshund oder Therapiehund ein. Der Shelti wird oftmals als besonders sensibel beschrieben. Er ist beispielsweise in der Lage, die Stimmung seiner Familie zu erkennen und ist stets darauf bedacht, diese– falls nötig – zu verbessern. © imagebroker/Imago
Labrador Retriever: Mehrere Hunde sitzen in der Wiese.
Als eine der beliebtesten Hunderassen hierzulande zeichnet sich der Labrador Retriever durch seine Intelligenz und Gutmütigkeit aus. Er strebt danach, seinen Besitzern zu gefallen, und wird oft als Drogenspürhund, Rettungshund oder Blindenhund eingesetzt. Dank seines aufmerksamen und lernwilligen Charakters, der jedoch stets von Freundlichkeit geprägt ist, erledigt er diese Aufgaben äußerst gewissenhaft. © imagebroker/Imago
Ein reinrassiger Rottweiler springt während eines Agility Trainings über ein Hindernis.
Intelligent, ausdauernd und furchtlos: So kennt man den Rottweiler. Auch Polizei und Militär schätzen ihn für diese Eigenschaften. Der gehorsame Rassehund kann Situationen selbstständig bewerten und punktet mit einem starken und aufmerksamen Charakter. Sein starker Beschützerinstinkt hat ihm in einigen Bundesländern den Status eines Listenhundes beschert. Dennoch gilt er als anhänglich und kinderlieb. Der Rottweiler wird ausschließlich Hundekennern mit langjähriger Erfahrung empfohlen. © YAY Images/Imago
Porträt eines Australian Cattle Dog, der in einer Blumenwiese steht.
Der intelligente Australian Cattle Dog liebt es, zu lernen: Er eignet sich mit Vorliebe die unterschiedlichsten Tricks und Fähigkeiten an. Als Treib- und Wachhund scheut er auch die Konfrontation mit körperlich überlegenen Bullen nicht. Mit konsequenter Erziehung und guter Führung durch einen erfahrenen Hundebesitzer wird aus dem Australian Cattle Dog ein loyaler Begleiter. © imagebroker/Imago
Ein liebenswerter Kanaan Hund in einem gelben Geschirr liegt am Meeresufer.
Auch Israelspitz genannt, ist der Kanaan Hund eine durchaus seltene Hunderasse. Mit den anderen aufgeführten Rassen hat er bis auf seine hohe Intelligenz nicht viel gemeinsam: Er gilt als besitzergreifend und liebt seine Unabhängigkeit. Ihm etwas aufzwingen zu wollen – das kommt dem reaktionsfreudigen Kanaan Hund nicht in die Tüte. Wer auf der Suche nach einem Kuscheltier ist, sollte sich anderweitig umschauen. Ob und wer ihn streicheln darf, das entscheidet der eigenständige Hund immer noch selbst. Kanaan Hunde eignen sich für ausschließlich für erfahrene Halter. Ist er jedoch einmal in die Familie integriert, beweist er sich als anhänglich, treu und schützend. © Wirestock/Imago

Hunde gibt es in unzähligen Varianten

Vermutlich gibt es mehr als über 1000 Hunderassen, von denen rund 360 offiziell von der FCI (weltweit größte kynologische Organisation) anerkannt werden. Es gibt große und kleine Hunde, Vierbeiner mit Schlapp-, Hänge- oder Stehohren, kurze Beine, lange Beine, kurzes Fell, langes Fell. Diese einzigartige Vielfalt kann ein Grund dafür sein, dass Hunde mehr lernen mussten als andere Tiere. Sie mehr gefordert wurden, wenn es darum geht, Andersartigkeit zu verstehen. Und sie sind deswegen grundsätzlich offene und lebenslustige Tiere. Auch wenn es natürlich Ausnahmen gibt.

Geduld und Achtsamkeit

Das Leben mit Hunden erfordert Geduld und Achtsamkeit. Hunde sind nicht nur loyal, sondern auch neugierig und verspielt. Sie erinnern uns daran, im Moment zu leben, uns über die kleinen Freuden des Lebens zu freuen und geduldig zu sein, wenn Dinge nicht wie geplant laufen. Diese Fähigkeiten übertragen sich auf unser tägliches Leben und ermöglichen es uns, stressige Situationen besser zu bewältigen und uns bewusster auf unsere Umgebung einzustellen.

Die Bindung von Hunden ist einzigartig

Laut Melissa Starling geht die Bindung von Hunden an den Menschen weit über ihr Sozialverhalten hinaus. Für sie sind wir viel mehr als das Futter, das wir ihnen anbieten oder die Bälle, die wir ihnen zuwerfen. Ihrer Meinung nach können uns Hunde dabei helfen, unser bestes Selbst zu sein.

Die bedingungslose Liebe, die Hunde ihren Besitzern entgegenbringen, ist bemerkenswert. Hunde beurteilen uns nicht nach unserem Aussehen, sozialem Status oder unseren Fehlern. Diese unvoreingenommene Liebe schafft eine tiefe emotionale Bindung, die uns dazu ermutigt, auch anderen Menschen mit Offenheit und Freundlichkeit zu begegnen.

Rubriklistenbild: © Westend61/Imago

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