VonJoana Lückschließen
Nicht nur besonders gesund, sondern auch noch ein echter Hingucker auf dem Teller: Eine genmodifizierte, lilafarbene Tomatensorte erobert die Vereinigten Staaten.
Tomaten sind für gewöhnlich rot, mit etwas Glück finden Sie in einem gut sortierten Supermärkten auch gelbe Exemplare. Gärtnerinnen und Gärtner greifen auch gerne zu schwarzen Samen, da alte Tomatensorten wie ‚Indigo Rose‘ besonders würzig schmecken sollen. Aber lilafarbene? Die Früchte, die im reifen Zustand aussehen wie Pflaumen oder übergroße rote Trauben, sind nun in den USA als Saatgut verfügbar. Diese Art von Tomate soll besonders gesund sein.
Anthocyane machen die Tomate so gesund
Die genmodifizierten Samen wurden bereits 2023 von den Behörden in den USA zugelassen, sind aber noch nicht in Supermärkten zu finden. Seit Februar können Sie dort offiziell von Privatpersonen gekauft werden. Besonders aufgrund ihres hohen Gehalts an Antioxidantien sollen die GMO-Tomaten („genetically modified food“ – zu Deutsch „genetisch verändertes Lebensmittel“) gesund sein und werden von Ernährungsexperten gelobt.
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Gene vom Löwenmäulchen verleihen der Tomate nicht nur die lila Färbung, sondern liefern auch Anthocyane. Diese sekundären Pflanzenstoffe schützen vor Krebs und Hautalterung. Weintrauben, Pflaumen, Auberginen, Kirschen und Blaubeeren enthalten diese Pigmente ebenfalls, genau wie normalen Tomatensorten. Allerdings sind sie dort in geringerer Konzentration vorhanden.
Der Vermarkter der neuen Sorte, Norfolk Plant Sciences, hat 20 Jahre in die Entwicklung dieser Sorte gesteckt und möchte Gen-Lebensmitteln ein besseres Image verleihen. Wie NPR.org hinzufügt, stellen genmodifizierte Lebensmittel einen aktuellen Trend dar, der gerade erst am Anfang steht. Hierzulande kann man die Sorte (noch) nicht im Handel kaufen, allerdings gibt es vergleichbare Samen, die lilafarbene oder blaue Tomaten ausbilden.
GVO – Was ist das?
Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) müssen auf der Zutatenliste als solche gekennzeichnet werden. Nicht gekennzeichnet werden müssen hingegen Hilfsstoffe oder Trägerstoffe wie Vitamine oder Enzyme. Produkte, die von Tieren stammen, die mit gentechnisch veränderten Futtermitteln gefüttert wurden, unterliegen auch nicht der Deklarationspflicht. Wer auf Nummer sicher gehen will, dass er kein gentechnisch verändertes Lebensmittel zu sich nimmt, der sollte zur Bioware greifen.
Verwenden kann man die Sorte wie auch andere Tomaten: In Salaten, zum Snacken oder für eine Tomatensauce der anderen Art.
Rubriklistenbild: © Helmut Meyer zur Capellen/Imago

