Krebserkrankungen

Lymphdrüsenkrebs: Erkrankung kann sich durch allgemeine Symptome wie Fieber bemerkbar machen

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Lymphdrüsenkrebs tritt seltener auf als andere Krebserkrankungen. In manchen Fällen ist sogar keine Behandlung notwendig.

Im Gegensatz zu Brustkrebs oder Dickdarmkrebs handelt es sich beim Lymphdrüsenkrebs um eine eher seltene Krebserkrankung. So machen sogenannte Hodgkin-Lymphome bei Frauen und Männern jeweils nur 0,5 Prozent aller Krebsneuerkrankungen aus. Das Erkrankungsalter liegt dabei im Durchschnitt bei 46 Jahren unter Männern und 43 Jahren unter Frauen. Auch die Prognose für das 5-Jahresüberleben ist relativ günstig, da 86 Prozent der Männer und 84 Prozent der Frauen eine Erkrankung überleben.

Inhalt

Welche Arten von Lymphdrüsenkrebs gibt es?

Vergrößerte Lymphknoten im Halsbereich können erste Anzeichen für Lymphknotenkrebs sein.

Alle gut- und bösartigen Vergrößerungen der Lymphknoten werden als Lymphome bezeichnet. Zu gutartigen Lymphomen kommt es meist durch Infektionen. Bösartige Lymphome stellen hingegen Krebserkrankungen des lympathischen Systems, welches über den ganzen Körper verteilt ist, dar. Mediziner unterscheiden dabei verschiedene Arten von Lymphdrüsenkrebs. Feine Unterschiede in der Gewebestruktur führen somit zu den zwei folgenden großen Gruppen von Lymphdrüsenkrebs:

  • Hodgkin-Lymphom: Beim Hodgkin-Lymphom handelt es sich um eine eigenständige Lymphomart. Sie gilt bei jüngeren Menschen als eine der fünf häufigsten diagnostizierten Krebserkrankungen. Bei Erwachsenen zählt das Hodgkin-Lymphom zu den bösartigen Tumorerkrankungen mit den höchsten Heilungschancen. So können über 80 Prozent der Patienten, die an einem Hodgkin-Lymphom erkrankt sind, bei einer optimalen Behandlung geheilt werden. Erwachsene sind bei der Diagnose im Durchschnitt 44 Jahre alt, bei Kindern treten manche Formen durchschnittlich im Alter von 15 Jahren auf.
  • Non-Hodgkin-Lymphom (NHL): Alle anderen Lymphomformen werden unter dem Begriff Non-Hodgkin-Lymphom zusammengefasst. Non-Hodgkin-Lymphome gehören zu den malignen Lymphomen, unter denen man eine bösartige Lymphknotengeschwulst versteht. Zu den vielen unterschiedlichen Lymphom-Typen zählen beispielsweise die Multiplen Myelome (Knochenmarkkrebs), die Chronische Lymphatische Leukämie (CLL) oder das Plasmozytom.

Typische Symptome bei Lymphdrüsenkrebs

Vergrößerte Lymphknoten – insbesondere im Halsbereich – lassen sich als feste, gummiartige Struktur ertasten. Häufig sind sie das erste Anzeichen für Morbus Hodgkin. Typischerweise handelt es sich dabei um schmerzlose Vergrößerungen der Lymphknoten. Zudem können folgende Symptome auf eine Hodgkin-Erkrankung hinweisen:

  • Appetitlosigkeit
  • Ungewollter Gewichtsverlust
  • Fieber
  • Schweißausbrüche, nächtliches Schwitzen
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Leistungsabfall
  • Juckreiz
  • Brust-, Bauch- oder Rückenschmerzen
  • trockener Husten, Luftnot

Im fortgeschrittenen Stadium kommt häufig ein Befall des Knochenmarks hinzu mit resultierender Blutarmut. Diese ist an Hautblässe erkennbar. Außerdem können Patienten unter einer Infekt- und Blutungsneigung leiden.

Verlauf und Prognose bei Lymphdrüsenkrebs

Ein Hodgkin-Lymphom geht von entarteten B-Lymphozyten aus. Dabei handelt es sich um kleine weiße Blutkörperchen, die sich zu 70 Prozent im lymphatischen System befinden und für die Immunabwehr des Körpers wichtig sind. Die Hodgkin-Krankheit kann überall im Körper entstehen, da sich das lymphatische System im ganzen Körper befindet. Meist beginnt die Erkrankung in Lymphknoten der Hals- und Nackenregion und kann sich über die Lymphknoten im Brustraum auf die Lymphknoten des Bauchraums und der Milz aus. Zudem können Hodgkin-Zellen über das Blut das lymphatische System verlassen und Leber, Knochenmark und andere Organe befallen. Wird die Hodgkin-Erkrankung nicht behandelt, verläuft sie in den meisten Fällen tödlich.

Je nach Ausdehnung wird die Krankheit in verschiedene Stadien eingestuft. Für die Unterteilung spielt die Anzahl der befallenen Lymphknotenregionen sowie anderer Organe eine wichtige Rolle. Außerdem fließt auch das Auftreten allgemeiner Krankheitssymtome in die Klassifizierung mit ein. Bei Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsabnahme handelt es sich um sogenannte B-Symptome. Die klassische Symptomkonstellation aus den drei Beschwerden tritt bei schweren Erkrankungen auf und gilt als prognostisch ungünstiges Zeichen. Nach der sogenannten Ann-Arbor-Stadienklassifikation wird Morbus Hodgkin in die folgenden vier Krankheitsstadien eingeteilt:

  • Stadium I: Eine einzige Lymphknotenregion ist befallen
  • Stadium II: Zwei oder mehr Lymphknotenregionen auf einer Seite des Zwerchfells sind befallen
  • Stadium III: Zwei oder mehr Lymphknotenregionen auf beiden Seiten des Zwerfells sind befallen
  • Stadium IV: Ein ausgedehnter Befall von Organen, die sich außerhalb des lymphatischen Systems befinden (z. B. Leber, Knochenmark, Lunge) – mit oder ohne Befall von Lymphknoten

(Tritt die B-Symptomatik auf, erhalten die Stadien den Zusatz B. Fehlen die allgemeinen Krankheitssymptome wird ein A hinzugefügt. Tritt der Befall eines Lymphknotens in die Umgebung wie etwa Lunge oder Herzblatt ein, erhält das jeweilige Stadium den Zusatz E. Dieser Buchstabe steht für „extranodal“, was so viel bedeutet, wie außerhalb des Knotens liegend.)

Behandlung und Therapiemöglichkeiten von Lymphdrüsenkrebs

Für Mediziner ist die Ausbreitung der Krebserkrankung neben Alter und Gesundheitszustand ein wichtiges Kriterium bei der Wahl der Behandlungsmethode, die für den Patienten am besten geeignet ist. Zudem hängt es von verschiedenen Faktoren ab, ob eine Behandlung benötigt wird. Insbesondere die Art des Lymphoms spielt eine wichtige Rolle. Mediziner unterscheiden zwischen dem aggressiven oder hoch-malignen Lymphom und dem langsam verlaufenden oder niedrig-malignem Lymphom. Ersteres müssen Ärzte sofort und intensiv behandeln, damit die Patienten gute Heilungschancen haben. Bei letzterem ist eine Behandlung in vielen Fällen erst notwendig, wenn Betroffene Beschwerden haben. Zudem müssen sie anschließend ihr Leben lang betreut und gegebenenfalls erneut behandelt werden. Ärzten stehen somit folgende vier Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung:

  • Abwarten und beobachten bei regelmäßigen Kontrollterminen (diese Methode kommt nur bei Patienten mit einem langsam wachsenden Lymphom in Frage)
  • Chemotherapie oder Immun-Chemotherapie
  • Immuntherapie oder zielgerichtete Therapie
  • Örtliche Strahlentherapie

Wie sieht die Diagnose bei Lymphdrüsenkrebs aus?

Ein Hodgkin Lymphom kann nur mithilfe einer Biopsie (Gewebeprobe) sicher diagnostiziert werden. Das Gewebe wird aus einem der betroffenen, vergrößerten Lymphknoten entnommen und von einem auf Lymphome spezialisierten Pathologen unter dem Mikroskop untersucht. Auf diese Weise kann auch die spezifische Unterform des Hodgkin Lymphoms bestimmt werden. Wird ein Hodgkin Lymphom erkannt, kommt es anschließend zur Bestimmung des genauen Krankheitsstadiums anhand weiterer Untersuchungen zur Krankheitsausbreitung im Körper. So folgen auf die ärztliche körperliche Untersuchung beispielsweise Ultraschall, Computertomografie und PET-CT von Hals, Brustkorb, Bauch und Becken und ggf. eine Punktion des Knochenmarks. Um ein Non-Hodgkin-Lymphom nachzuweisen, können Ärzte neben der körperlichen Untersuchung ebenfalls auf Blutuntersuchungen, Biopsie oder Knochenmarkuntersuchung zurückgreifen. Bei einer Diagnose kommen meist Röntgenaufnahmen des Brustkorbs, Ultraschalluntersuchungen des Bauchraums sowie eine Computertomographie (CR) oder Kernspintomographie zum Einsatz.

Lymphdrüsenkrebs: Ursachen und Risikofaktoren

Auch bei Lymphdrüsenkrebs – wie bei allen Krebsarten – gibt es keinen direkten Auslöser für die krankhafte Veränderung gesunder Lymphknoten. Allerdings wird vermutet, dass das HI-Virus und das Epstein-Barr-Virus das Risiko für Lymphdrüsenkrebs erhöhen. Zudem können auch Veränderungen des Erbguts in den Lymphozyten die Krebserkrankung auslösen. Tabakkonsum, intensiver Kontakt mit Schadstoffen sowie radioaktive Strahlung können das Erbgut verändern. Dabei sind Menschen, die Verwandte mit einem Lymphom haben, und Personen mit einer Immunschwäche gefährdeter, an Lymphdrüsenkrebs zu erkranken.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Lymphdrüsenkrebs

Was ist Lymphdrüsenkrebs?

Lymphdrüsenkrebs ist eine relativ seltene bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems. Rechtzeitig erkannt, wird kann sie in vielen Fällen gut behandelt werden.

Ist Lymphdrüsenkrebs heilbar?

Wird Lymphdrüsenkrebs in einem frühen Stadium festgestellt und behandelt, kann die Krankheit durch Chemotherapie bei so gut wie allen Patienten vollständig geheilt werden. Im fortgeschrittenen Stadium sind es immerhin noch 60 Prozent der Patienten, die ebenfalls geheilt werden. Die Heilungschancen bei einem niedrigmalignen Non-Hodgkin-Lymphom in fortgeschrittenem Stadium sind jedoch gering.

Wie erkennt man Lymphdrüsenkrebs?

Lymphknoten im Halsbereich lassen sich, wenn sie vergrößert sind, als feste gummiartige Strukturen ertasten. Dabei können sie als erste Krankheitszeichen von Lymphdrüsenkrebs gewertet werden. Hinzu kommen häufig Symptome wie Fieberschübe ungeklärter Ursache, Appetitlosigkeit und ungewollter Gewichtsverlust.

Quellen:

https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/krebs/lymphdruesenkrebs-hodgkin-krankheit-morbus-hodgkin-735531.html

https://www.ciobonn.de/multiples-myelom/38-behandlung-im-cio/krebsarten/lymphdruesenkrebs

https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/morbus-hodgkin/frueherkennung.html

https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/morbus-hodgkin/erkrankungsverlauf.html

https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/non-hodgkin-lymphome.html

https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/lymphome/index.php

https://lymphome.de/hodgkin-lymphom/diagnostik

https://www.meinmed.at/krankheit/lymphome/1704

https://www.netdoktor.de/krankheiten/lymphdruesenkrebs/symptome/

https://www.sbk.org/magazin/lymphdruesenkrebs-und-seine-unterschiedlichen-arten/

https://www.usz.ch/krankheit/lymphome/

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

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