Krebsvorsorge: Welche Untersuchungen Leben retten können
VonLaura Knops
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Die Früherkennung einer Krebserkrankung zählt zu den wichtigsten Gesundheitsmaßnahmen. Welche Untersuchungen Männer und Frauen kostenlos in Anspruch nehmen können.
Wird eine Krebserkrankung frühzeitig entdeckt, kann dies Leben retten. Mithilfe spezieller Vorsorgeuntersuchungen lassen sich die ersten Anzeichen von Krebs feststellen. Je eher dies geschieht, desto größer stehen die Chancen auf Heilung. Wer gesetzlich versichert ist, hat Anspruch auf verschiedene Krebsvorsorge-Maßnahmen. Die Kosten werden in der Regel von der Krankenkasse übernommen. Welche Untersuchungen Frauen und Männer regelmäßig wahrnehmen sollten, erfahren Sie hier.
Krebs frühzeitig erkennen: Vorsorgeuntersuchungen für Frauen
Eine Krebsfrüherkennung dient dazu, mögliche Veränderungen im Gewebe zu entdecken. Diese müssen zum Zeitpunkt der Vorsorgeuntersuchung noch keine schmerzhaften oder sichtbaren Symptome mit sich bringen. Laut der AOK hat jeder fünfte Kassenpatient schon einmal einen Termin zur Krebsvorsorge über den empfohlenen Zeitraum hinaus verschoben. Vorgeschobener Zeitmangel und Zweifel an den Verfahren zählen dabei zu den häufigsten Gründen. Aber auch Angst oder einfach nur Bequemlichkeit können dazu führen, dass der ein oder andere Vorsorgetermin in Vergessenheit gerät.
Das Schleifenlassen der wichtigen Termine kann sich langfristig allerdings negativ auf die Gesundheit auswirken. Denn aus ärztlicher Sicht liegt der Sinn der Früherkennung darin, dass sich örtlich begrenzte und kleine Tumore besser behandeln lassen als große Tumore, die bereits gestreut haben könnten. Abhängig von Geschlecht und Alter stehen bei der Früherkennung andere Untersuchungen im Fokus.
Vorsorgeuntersuchungen für Frauen: Termine unbedingt wahrnehmen
Um eine Krebserkrankung vorzubeugen beziehungsweise gezielter behandeln zu können, sollten Frauen laut der Deutschen Krebshilfe folgende Früherkennungsuntersuchungen unbedingt wahrnehmen:
Gebärmutterhals: Im Alter von 20 bis 34 Jahren sollten junge Frauen jährlich einen PAP-Test zur Gebärmutterhalskrebsvorsorge durchführen lassen. Ab 35 Jahren wird dann im Abstand von drei Jahren ein Co-Test aus PAP- und HPV-Test empfohlen.
Brust: Ab 30 Jahren übernimmt die gesetzliche Krankenkasse eine jährliche Tastuntersuchung der Brüste. Von 50 bis 69 Jahren dann alle zwei Jahre eine Mammographie.
Geschlechtskrankheiten: Bis 25 Jahren wird für gesetzliche Versicherte ein Test auf eine Infektion mit Chlamydien übernommen.
Vorsorgeuntersuchungen für Männer und Frauen:
Neben verschiedenen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen können Männern und Frauen alle drei Jahre einen allgemeinen Gesundheits-Check-Up zur Früherkennung von Nieren, Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes durchführen. Folgende Krebs-Vorsorgeuntersuchungen werden darüber hinaus sowohl für Männer als auch für Frauen übernommen:
Haut: Ein Screening wird für gesetzlich Versicherte alle zwei Jahre ab 35 Jahren bei einer zertifizierten Ärztin übernommen.
Darm: Zur Vorbeugung von Darmkrebs werden bei Männern und Frauen verschiedene Maßnahmen übernommen. Ein immunologischer Test auf verborgenes Blut im Stuhl wird im Alter von 50 bis 54 Jahren jährlich empfohlen. Ab 55 Jahren erfolgt dieser Test alle zwei Jahre, solange keine Darmspiegelung durchgeführt wurde. Ab 55 Jahren (Frauen) beziehungsweise ab 50 Jahren (Männer) wird zudem zu zwei Darmspiegelungen im Abstand von 10 Jahren geraten. Erfolgt die erste Darmspiegelung mit 65 Jahren oder Älter, haben die Patienten zudem einen Anspruch auf eine Untersuchung.
Männern steht zudem eine jährliche Prostatauntersuchung, Genitaluntersuchung und Tastuntersuchung der Lymphknoten ab dem Alter von 45 Jahren zu.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.