Vorsorge ernst nehmen

Krebsvorsorge: Welche Untersuchungen Leben retten können

  • schließen

Die Früherkennung einer Krebserkrankung zählt zu den wichtigsten Gesundheitsmaßnahmen. Welche Untersuchungen Männer und Frauen kostenlos in Anspruch nehmen können.

Wird eine Krebserkrankung frühzeitig entdeckt, kann dies Leben retten. Mithilfe spezieller Vorsorgeuntersuchungen lassen sich die ersten Anzeichen von Krebs feststellen. Je eher dies geschieht, desto größer stehen die Chancen auf Heilung. Wer gesetzlich versichert ist, hat Anspruch auf verschiedene Krebsvorsorge-Maßnahmen. Die Kosten werden in der Regel von der Krankenkasse übernommen. Welche Untersuchungen Frauen und Männer regelmäßig wahrnehmen sollten, erfahren Sie hier. 

Krebs frühzeitig erkennen: Vorsorgeuntersuchungen für Frauen

Die rosa Schleife ist ein Zeichen für den Kampf gegen Brustkrebs und soll sowohl Frauen als auch Männer an eine regelmäßige Vorsorge erinnern.

Eine Krebsfrüherkennung dient dazu, mögliche Veränderungen im Gewebe zu entdecken. Diese müssen zum Zeitpunkt der Vorsorgeuntersuchung noch keine schmerzhaften oder sichtbaren Symptome mit sich bringen. Laut der AOK hat jeder fünfte Kassenpatient schon einmal einen Termin zur Krebsvorsorge über den empfohlenen Zeitraum hinaus verschoben. Vorgeschobener Zeitmangel und Zweifel an den Verfahren zählen dabei zu den häufigsten Gründen. Aber auch Angst oder einfach nur Bequemlichkeit können dazu führen, dass der ein oder andere Vorsorgetermin in Vergessenheit gerät. 

Nicht verpassen: Alles rund ums Thema Gesundheit finden Sie im Newsletter unseres Partners 24vita.de.

Erhöhtes Krebsrisiko: Elf Lebensmittel begünstigen das Tumor-Wachstum

Wurst
Verarbeitetes Fleisch und Fleischwaren werden von der „Weltgesundheitsorganisation (WHO)“ als krebserregend eingestuft. Verarbeitet bedeutet in diesem Fall, dass es sich um Fleisch handelt, das durch Salzen, Fermentieren, Räuchern oder Pökeln haltbar gemacht wird, wie Salami, Schinken oder Würstchen. Gepökelte, geräucherte und einge­salzene Fleisch­produkte erhöhen pro 50 Gramm das Risiko auf Darmkrebs um 18 Prozent. © CSH/Imago
Zucker
Ein hoher Zuckerkonsum kann nicht nur Entzündungsprozesse im Körper sowie Diabetes Typ 2 und Rheuma fördern. Zucker begünstigt Übergewicht und Adipositas, was das Krebsrisiko erhöhen kann. Zu hohes Körpergewicht zählt bei Darmkrebs, Schilddrüsenkrebs, Leberkrebs, Magenkrebs sowie Gallenblasenkrebs zu einem der größten Risikofaktoren. Laut der „Weltgesundheitsorganisation (WHO)“ erhöht Übergewicht das Risiko für mindestens 13 Krebs­formen. Die Wahr­scheinlich­keit, eine von diesen zu entwickeln, steigt ab einem Body-Maß-Index (BMI) über 25. Bekannt ist, dass Krebszellen sich durch die Energie von Zucker noch eher entwickeln und vermehren. Sie nehmen bis zu zehnmal mehr Zucker auf als normale Körperzellen. Laut „Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)“ sollte jeder Mensch nicht mehr als 50 Gramm Zucker pro Tag verspeisen. Doch es zeigt sich, dass im Durchschnitt jeder Bundesbürger täglich ca. 93 Gramm Zucker – pro Jahr nahezu 34 Kilogramm – aufnimmt. Versteckte Zucker sind auch in industriell hergestellten Produkten enthalten, von denen man es zunächst nicht vermuten würde, beispielsweise Tiefkühlpizza, Kraut- und Fleischsalat sowie Tomatensuppe. © Science Photo Library/Imago
Burger
Fertig-Burger enthalten häufig neben Zucker auch Transfette, die zu einer Gewichtszunahme führen können, welches wiederum das Krebsrisiko erhöht. Doch auch ein selbstgemachter Burger mit Grillfleisch kann Gefahren bergen: Wenn Fett beim Grillen vom Fleisch in die Glut tropft, entstehen krebserregende Stoffe wie Benzpyren und Amine, die sich über den Rauch und die Hitze mit dem Fleisch verbinden. Benzpyren wird der Gruppe der sogenannten polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) und Amine der Gruppe der heterozyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (HAA) zugeordnet. Beide gelten als Auslöser für Magen- und Darmkrebs. Sie werden im Körper zu Molekülen umgebaut, die in die Darmzellen eindringen. Dort können sie Veränderungen im Erbgut, sogenannte Mutationen bewirken, welche dann zu bösartigen Tumoren heranwachsen können, wie die „Deutsche Krebsgesellschaft“ berichtet. Wer sich für die Grillzeit wappnen möchte, sollte am besten eine Folie zwischen Grillgut und Glut legen. Die gefährlichen Kohlenstoffe können letztlich durch Räuchern oder Rösten entstehen, beispielsweise neben gegrilltem Fleisch auch in geräuchertem Fisch, geröstetem Kaffee oder verbrannter Salami auf der Pizza. © JuriEber/Imago
Pommes frites
Durch das Frittieren entsteht in Pommes Frites der chemische Stoff Acrylamid, der in Tierversuchen als krebserregend eingestuft wurde. „Bei hoher Dosis schädigt es zudem die Nerven“, bekräftigt Dr. Susanne Weg-Remers vom Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums. Acrylamid ist natürlicherweise in stärkehaltigen Lebensmitteln enthalten, die durch Braten, Backen oder Rösten sowie der industriellen Verarbeitung bei über 120 Grad Celsius gefertigt werden. Zudem werden Pommes häufig in gehärtetem Fett frittiert, wodurch Transfette entstehen, die Übergewicht fördern können und somit das Risiko für eine Krebserkrankung steigen lassen. © foodandmore/Imago
Kartoffelchips
Die meisten lieben es: Abends beim Filmschauen Chips knabbern. Doch nicht nur wegen der gesünderen Inhaltsstoffe sollte man lieber zu den Nüssen greifen. Wie Pommes Frites werden auch industriell verarbeitete Kartoffelchips häufig in gehärtetem Fett frittiert. Dabei entstehen Transfette, die Übergewicht fördern, wodurch das Krebsrisiko signifikant steigt. Zudem bildet sich beim Frittieren der chemische Stoff Acrylamid, der durch das „Deutsche Krebsforschungszentrum“ als krebserregend eingestuft wird. © Zoonar.com/monticello/Imago
Pizza
Tiefkühlpizza kann als Geschmacksträger Zucker und zudem Transfette enthalten. Bislang gibt es keine eindeutig wissenschaftlichen Nachweise darauf, dass ein hoher Zuckerkonsum das Krebsrisiko steigen lässt, so die „Deutsche Krebshilfe“. Allerdings begünstigt Zucker eine Krebserkrankung insofern, als man dadurch eher übergewichtig werden kann – und Übergewicht erhöht das Risiko für 13 verschiedene Krebsarten. Gleiches gilt für Fette, insbesondere gehärtete Fette wie Transfette. Es ist nicht nachgewiesen, dass Transfette das Krebsrisiko erhöhen. Jedoch sollen sie dazu beitragen, das Sättigungsgefühl zu beeinflussen, wodurch das Risiko für Übergewicht und demnach Krebs steigt. © Bernd Schmidt/Imago
Rotes Schweinefleisch
Die „Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)“ empfiehlt, wöchentlich nicht mehr als 300 bis 600 Gramm Fleisch und Fleischwaren zu verzehren. Insbesondere rotes Fleisch soll krebserregend wirken können. Denn das Häm-Eisen im roten Fleisch, vornehmlich in Rind und Schwein, könnte das Erbgut schädigen und die Zellteilung fördern. Eine schnelle Zellteilung kann die Entstehung von Darmkrebs, Prostatakrebs sowie Bauchspeicheldrüsenkrebs begünstigen. © Imaginechina-Tuchong/Imago
Hot-Dogs im Brötchen werden mit Senf garniert.
Die beliebten Hot Dog-Würstchen enthalten Nitrate, was an sich für den Körper nicht gefährlich ist. Kritisch wird es, wenn Nitrate in Nitrit oder Nitrosamine umgewandelt werden. Beide Stoffe gelten als krebserregend. Das passiert, sobald Nitrate gleichzeitig mit proteinreichen Speisen aufgenommen werden. Neben Hot Dogs kann dies ebenfalls bei Pizza Salami der Fall sein. Das Nitrat der Salami und die Proteine des Käses können sich leicht zu Nitrosaminen umwandeln. © picture alliance/dpa/Johannes Schmitt-Tegge
Croissants
Industriell hergestellte Backwaren wie Croissants enthalten häufig Transfette, die bei regelmäßigem Verzehr Arterienverkalkung, Schlaganfall und Herzinfarkt zur Folge haben können. Transfette stehen außerdem im Verdacht, Entzündungen im Körper zu begünstigens. Zudem fördern die gehärteten Fette Übergewicht und Adipositas, was als einer der entscheidenden Risikofaktoren für Darmkrebs, Magenkrebs, Leberkrebs, Speiseröhrenkrebs, Brustkrebs, Gebärmutterschleimhautkrebs, Schilddrüsenkrebs, Nierenzellkrebs, Eierstockkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Gallenblasenkrebs sowie Multiples Myelom gilt. © hojo/Imago
Zwei Donuts auf einem Teller
Donuts enthalten wie Pommes und Chips nicht selten das krebserregende Acrylamid sowie Transfette. Neben der hohen Menge an Zucker tragen auch die gehärteten Transfette zu Übergewicht und Adipositas bei, was wiederum die Gefahr einer Tumorerkrankung ansteigen lässt. © Tobias Becker / echo24.de
Bavaria, Germany - 02 February 2023: Krapfen, pancakes or doughnuts with powdered sugar on a wooden table *** Krapfen, P
Auch die vielerorts in Deutschland beliebten Krapfen enthalten den chemischen Stoff Acrylamid, der mit einem erhöhten Risiko für eine Krebserkrankung verbunden ist. Ein regelmäßiger Verzehr von Gebäck wie Krapfen, das ungesunde Mengen der Transfette und Zucker aufweist, fördert Übergewicht und erhöht in der Folge das Krebsrisiko. © Bihlmayerfotografie/Imago

Das Schleifenlassen der wichtigen Termine kann sich langfristig allerdings negativ auf die Gesundheit auswirken. Denn aus ärztlicher Sicht liegt der Sinn der Früherkennung darin, dass sich örtlich begrenzte und kleine Tumore besser behandeln lassen als große Tumore, die bereits gestreut haben könnten. Abhängig von Geschlecht und Alter stehen bei der Früherkennung andere Untersuchungen im Fokus. 

Vorsorgeuntersuchungen für Frauen: Termine unbedingt wahrnehmen

Um eine Krebserkrankung vorzubeugen beziehungsweise gezielter behandeln zu können, sollten Frauen laut der Deutschen Krebshilfe folgende Früherkennungsuntersuchungen unbedingt wahrnehmen: 

  • Gebärmutterhals: Im Alter von 20 bis 34 Jahren sollten junge Frauen jährlich einen PAP-Test zur Gebärmutterhalskrebsvorsorge durchführen lassen. Ab 35 Jahren wird dann im Abstand von drei Jahren ein Co-Test aus PAP- und HPV-Test empfohlen. 
  • Brust: Ab 30 Jahren übernimmt die gesetzliche Krankenkasse eine jährliche Tastuntersuchung der Brüste. Von 50 bis 69 Jahren dann alle zwei Jahre eine Mammographie. 
  • Geschlechtskrankheiten: Bis 25 Jahren wird für gesetzliche Versicherte ein Test auf eine Infektion mit Chlamydien übernommen. 

Vorsorgeuntersuchungen für Männer und Frauen:

Neben verschiedenen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen können Männern und Frauen alle drei Jahre einen allgemeinen Gesundheits-Check-Up zur Früherkennung von Nieren, Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes durchführen. Folgende Krebs-Vorsorgeuntersuchungen werden darüber hinaus sowohl für Männer als auch für Frauen übernommen: 

  • Haut: Ein Screening wird für gesetzlich Versicherte alle zwei Jahre ab 35 Jahren bei einer zertifizierten Ärztin übernommen. 
  • Darm: Zur Vorbeugung von Darmkrebs werden bei Männern und Frauen verschiedene Maßnahmen übernommen. Ein immunologischer Test auf verborgenes Blut im Stuhl wird im Alter von 50 bis 54 Jahren jährlich empfohlen. Ab 55 Jahren erfolgt dieser Test alle zwei Jahre, solange keine Darmspiegelung durchgeführt wurde. Ab 55 Jahren (Frauen) beziehungsweise ab 50 Jahren (Männer) wird zudem zu zwei Darmspiegelungen im Abstand von 10 Jahren geraten. Erfolgt die erste Darmspiegelung mit 65 Jahren oder Älter, haben die Patienten zudem einen Anspruch auf eine Untersuchung. 

Männern steht zudem eine jährliche Prostatauntersuchung, Genitaluntersuchung und Tastuntersuchung der Lymphknoten ab dem Alter von 45 Jahren zu. 

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © nndanko/Imago

Kommentare