Mann macht Selbstversuch und wandert 176 Kilometer in einer Woche
VonJuliane Gutmann
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30.000 Schritte am Tag: So viel Bewegung haben die wenigsten. Von den gesundheitlichen Vorteilen hatte sich ein Mann selbst überzeugt.
Ein Mangel an Bewegung ist oft ein Nebenprodukt eines modernen Lebensstils, der durch Büroarbeit, Fernsehabende und wenig Zeit für Sport gekennzeichnet ist. Dies kann jedoch negative Auswirkungen haben, da langes Sitzen mit der Entstehung verschiedener Krankheiten, einschließlich Krebs, in Verbindung gebracht wird. Ein US-Bürger hat sich dieser Herausforderung gestellt und sich dazu entschlossen, täglich über 30.000 Schritte zu gehen. Steven, der auf seinem YouTube-Kanal „Simple Man“ regelmäßig Selbstversuche dokumentiert, war vom Ergebnis beeindruckt.
Mann geht rund 30.000 Schritte täglich: „Es ist schwierig“
Er hatte das Ziel, innerhalb einer Woche etwa 160 Kilometer zurückzulegen. Auf seinem YouTube-Kanal erläutert er: „Was muss man also tun, um 100 Meilen in einer Woche zu laufen, was im Durchschnitt etwa 14,3 Meilen pro Tag entspricht? Für mich sind das etwa 31.000 Schritte pro Tag. Natürlich kann man diese Herausforderung nicht Tag für Tag aufrechterhalten, aber genau das macht es zu einer Herausforderung, es ist schwierig!“
Er setzte seinen Plan um und spazierte jeden Tag etwa vier Stunden lang, was ihn nach sieben Tagen auf beeindruckende 176 Kilometer brachte. Das waren sogar 15 Kilometer mehr, als er ursprünglich für seine einwöchige Challenge geplant hatte. Sein Experiment hatte unerwartete Auswirkungen. Steven beobachtete folgende Effekte, die er auf seine langen Spaziergänge zurückführte:
Er fühlte sich durch die regelmäßige Bewegung euphorischer als zuvor und verglich dieses Gefühl mit dem sogenannten „Runner’s High“, das Läufer während oder nach einem Marathon erleben. Darüber hinaus hatte der Selbstversuch auch positive Auswirkungen auf sein Körpergewicht. Steven verlor etwa zwei Kilogramm und sein Körperfettanteil reduzierte sich um 0,9 Prozent. Sein Blutdruck verbesserte sich zwar nicht dramatisch, sank jedoch von 122 zu 88 auf 117 zu 82. Nach seiner selbst auferlegten Challenge war Steven eigenen Angaben zufolge einen Zentimeter größer. Er führte dies auf eine gestärkte Wirbelsäule und eine verbesserte Haltung zurück, die durch die Bewegung gefördert wurde.
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Ungeübte sollten die Schritteanzahl langsam erhöhen
„Die Ergebnisse sind überhaupt nicht überraschend, was die Gewichtsabnahme und die Blutdruckveränderung angeht“, kommentiert Dr. Paul Schmidt-Hellinger, Sportmediziner an der Charité in Berlin. Im Gespräch mit dem Portal Fitbook weist er jedoch darauf hin, dass ein solches Maß an Bewegung nicht für jeden uneingeschränkt empfehlenswert ist. Menschen, die es nicht gewohnt sind, solche Strecken zurückzulegen, könnten Verletzungen wie Sehnenentzündungen oder sogar Ermüdungsbrüche riskieren.
Der Sportmediziner rät dazu, die Bewegung langsam zu steigern: „10.000 wäre da sicher ein gutes Ziel. Dies kann man erreichen, wenn man beispielsweise eine Station aus Bus oder Bahn früher aussteigt und den Rest geht oder etwa das Auto etwas weiter weg parkt, sodass man etwas mehr gehen muss.“
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.