Höchstleistung nicht nötig

Neue Studie zeigt: Elf-Minuten-Spaziergang am Tag kann Herztod-Risiko reduzieren

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Bewegung und Ernährung: Wer darauf achtet, hier ein gesundes Gleichgewicht zu halten, schützt das Herz. Forscher fanden heraus, dass bereits wenige Minuten Bewegung am Tag vor frühzeitigem Herztod schützen.

Sie lieben Sport? Dann sind Sie wahrscheinlich körperlich fit, wovon Herz und Kreislauf enorm profitieren. Warum? Bewegung sorgt dafür, dass der Herzmuskel besser durchblutet wird. Infolge pumpt es pro Herzschlag mehr Blut durch den Körper. Puls und Blutdruck sinken, wenn man regelmäßig dem eigenen Fitnesslevel entsprechend trainiert.

Man sollte sich also keinesfalls überanstrengen, denn das bedeutet Stress fürs Herz. Wer sich unsicher ist, wie weit man im Training gehen sollte, sollte sich am eigenen Trainingspuls orientieren. Für dessen Berechnung kann man eine Faustformel verwenden. So lässt sich die maximale Ausbelastungsfrequenz mit der Formel 220 minus Lebensalter abschätzen, wie es auf den Webseiten der Praxis für Kardiologie und Prävention von Thomas Gamm und Dr. Franziska Bruhn aus Berlin heißt. Die Trainingsempfehlung gibt einen Pulsbereich von 60 bis 75 Prozent der maximalen Herzfrequenz vor (Faustformel 180 minus Lebensalter), heißt es weiter.

75 Minuten Bewegung pro Woche schützen bereits vor frühzeitigem Herztod

Wer täglich Sport treibt, tut seiner Gesundheit etwas Gutes. Dabei muss es nicht die Stunde sein, auch wenige Minuten täglich reichen aus, laut Studie.

Positive Effekte auf Herz und Kreislauf hat neben dem Einhalten des optimalen Trainingspulses auch die Dauer der Trainingseinheit. Ein Forscherteam um Leandro Garcia von der MRC Epidemiology Unit der University of Cambridge School of Clinical Medicine in Cambridge hatte untersucht, wie sich nicht-berufliche körperliche Aktivität auf das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Sterblichkeit auswirkt. Eines ihrer Studienergebnisse: Bereits elf Minuten Bewegung am Tag könnten das Risiko, frühzeitig an chronischen Herzkrankheiten zu sterben, deutlich reduzieren. Die Studie wurde im „British Journal of Sports Medicine“ veröffentlicht.

Sportarten, die enorm viele Kalorien verbrennen: So erreichen Sie noch schneller Ihre Traumfigur

Frau macht macht HIIT
Schon mal von hochintensivem Intervalltraining, kurz HIT oder HIIT gehört? Dabei handelt es sich um ein Training, bei dem sich nach einer Aufwärmphase sehr fordernde und kurze Trainingseinheiten mit Erholungsphasen abwechseln. Die Übungen können individuell gewählt werden, so können Seilspringen, Laufen, Fahrradfahren oder Schwimmen in das HIIT-Training einfließen. Der Kalorienverbrauch pro Stunde: Bis zu 700 Kilokalorien.  © Imago
Frau schwingt einen Hula-Hoop-Reifen um die Hüfte.
Hula-Hoop: Ein Sport, der in der Corona-Pandemie einen Hype erlebt hat. Und das zurecht: Denn das Reifen schwingen macht nicht nur Spaß, es verbrennt auch Unmengen von Kalorien. 400 bis 600 Kalorien sollen pro Stunde schmelzen, wie der NDR informiert.  © Angel Santana Garcia/Imago
Junge Frau betreibt Seilspringen
Mit einer Runde Seilspringen heizen Sie Ihrem Stoffwechsel mächtig ein - gleichzeitig ist es megaeffektiv, zeitsparend und schweißtreibend. Und das Beste daran: Sie verbrennen bis zu 500 Kilokalorien - und das in nur 30 Minuten. Das schaffen Sie nicht einmal mit Joggen. Hierzu bräuchten Sie eine volle Stunde, um dieselbe Menge zu schaffen. Damit ist Seilspringen die Nummer Eins unter den Fatburner-Sportarten. © Imago
Trampolinspringen in der Gruppe
Keine andere Sportart macht Groß und Klein so viel Spaß wie das Trampolin springen. Das Multi-Fitnesstalent für zu Hause ist für alle diejenigen, die zu faul sind, nach einem anstrengenden Bürotag nochmal außer Haus zu gehen. Und es lohnt sich - denn bereits in den 80er-Jahren konnte die NASA in einer Studie feststellen, dass Trampolin springen dreimal so effektiv wie Joggen ist. Zudem verbessert es Ihre Kondition und die Koordination. Kalorienverbrauch: bis zu 750 Kilokalorien pro Stunde. © Raquel Arocena/Imago
Gruppe während des Tae Bo-Trainings
Sie haben die Nase voll vom schnöden Fitnesstraining an den Geräten im Studio? Beim Tae Bo-Kurs kommt sicherlich keine Langeweile auf. Die dynamische Fitnesssport hält Sie mit Elementen aus Kickboxen und Aerobic mächtig auf Trab - und trainiert Arme und Beine intensiv. Durchhalten wird belohnt - Kalorienverbrauch: Satte 465 Kilokalorien pro Stunde. © Imago
Frau geht nordic walken
Nordic Walking ist ein Sport, den man in jedem Alter machen kann. Und das Tolle: Man braucht nur ein Paar Turnschuhe und zwei Walking-Stecken. Je nach Geschwindigkeit kann man bis zu 450 Kalorien pro Stunde verbrennen.  © Imago
Frau schwimmt in Pool
Die Problematik am Joggen ist oftmals, dass es bei manchen auf die Knie gehen kann. Gelenkschonender ist hier Schwimmen. Zudem ist es besonders für Anfänger, aber auch Senioren oder Übergewichtige optimal geeignet, um fit zu werden oder zu bleiben. Vom Rückenkraulen bis hin zur Wassergymnastik ist für jeden etwas dabei. Kalorienverbrauch: 436 Kalorien pro Stunde bei zügigem Schwimmen. © Ilya Naymushin/Imago
Mann auf einem Spinningrad in seiner Kueche waehrend des Lockdowns in der Corona-Krise
Wenn die Tage wieder kälter werden, dann verlagern Sie doch einfach Ihr Radtraining nach drinnen. In sogenannten Spinning-Kursen kommen Sie richtig ins Schwitzen, haben viel Spaß mit Gleichgesinnten, trainieren Ihre Kondition und verbrennen jede Menge Kalorien. Kalorienverbrauch: 409 Kilokalorien pro Stunde. © Ute Grabowsky/Imago

Den Forschenden zufolge seien 75 Minuten Bewegung pro Woche – umgerechnet elf Minuten täglich – bereits ausreichend, um vor frühzeitigem Herztod zu schützen. „Unsere Ergebnisse stützen die aktuellen Empfehlungen für moderate aerobe Aktivität von 150 bis 300 Minuten pro Woche (oder 75 bis 150 Minuten pro Woche für intensive aerobe Aktivität oder eine entsprechende Kombination aus moderater und intensiver Aktivität), da dieses Expositionsniveau im Allgemeinen einem maximalen oder nahezu maximalen Nutzen zu entsprechen scheint. Die Dosis-Wirkungs-Assoziationen zeigen jedoch auch, dass ein nennenswerter gesundheitlicher Nutzen mit 75 Minuten/Woche oder weniger moderater Aktivität (d. h. der Hälfte des empfohlenen Mindestniveaus) erzielt werden kann. Unsere Ergebnisse unterstützen somit die jüngste Änderung der öffentlichen Gesundheitsbotschaften in Richtung „etwas Bewegung ist besser als gar keine“ und legen nahe, dass die Betonung auf schwellenwertbasierten Empfehlungen weiter reduziert werden könnte“, so ein Auszug aus der Studie.

Mit „moderater aerober Aktivität“ ist dabei eher leichter Ausdauersport wie etwa Nordic Walking oder ein zügiger Spaziergang gemeint. Mit „intensiver aerober Aktivität“ meinen die Forschenden Ausdauersport, der richtig zum Schwitzen bringt, wie etwa eine Jogging-Runde oder eine anstrengendere Wandertour.

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Das Studienergebnis kurz zusammengefasst: Bereits 75 Minuten leichter Ausdauersport wie zügig Spazieren oder Nordic Walking senkt das Risiko eines frühzeitigen Herztodes.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Jose Luis Carrascosa/Imago

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