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MediaMarkt gehört zu den größten Elektronik-Fachgeschäften. Von Anfang an setzte das Unternehmen auf Markenware zu möglichst günstigen Preisen.
Ingolstadt – „Ich bin doch nicht blöd“ – Dieser Werbeslogan dürfte den meisten Deutschen ein Begriff sein. Er gehört nämlich zur Elektronik-Fachmarktkette MediaMarkt. Das Unternehmen kann auf eine langjährige Erfolgsgeschichte zurückblicken und ist inzwischen in 13 Ländern vertreten.
| Unternehmen | MediaMarkt |
|---|---|
| Firmensitz | Ingolstadt |
| Gründung | 24.11.1979, München |
| Dachorganisation | Ceconomy |
| Mitarbeiter (in Deutschland) | Rund 21.000 (Stand: Februar 2024) |
| Geschäftsführer | Karsten Wildberger (Stand: Februar 2024) |
MediaMarkt: Die erste Filiale wurde im Jahr 1979 in München gegründet
Im Jahr 1979 wurde die erste MediaMarkt Filiale von den Unternehmern Walter Gunz, Leopold Stiefel, Erich Kellerhals und Helga Kellerhals in einem Münchner Gewerbegebiet eröffnet. Das bahnbrechende Konzept: Ein großflächig angelegter Elektronik-Fachmarkt, der im Unterschied zu den damals üblichen kleinen Fachgeschäften eine enorme Sortimentsbreite im Angebot hatte.
Dauertiefpreise, individuelle Beratung und Reparaturservice gehörten von Anfang an zum erfolgreichen Geschäftsmodell. Bis 1985 entstanden neun weitere Märkte im Raum München. Da man weiter expandieren wollte, dafür aber nicht die nötigen finanziellen Mittel aufbringen konnte, beteiligte sich 1988 die Kaufhof Warenhaus AG mit 54 Prozent am MediaMarkt Holding.
Zwei Jahre später übernahm die Kaufhof Warenhaus AG die größte Konkurrenz von MediaMarkt: die Handelskette Saturn. Seitdem firmiert das Unternehmen unter dem Namen Media-Saturn. Hiermit war der Weg für die ab 1989 forcierte Expansion ins Ausland geebnet, die sehr erfolgreich verlief. Heutzutage ist der Konzern weltweit in 13 Ländern vertreten.
Einen kleinen Dämpfer gab es im März 2021. Das Unternehmen gab die Schließung von 13 deutschen Filialen bis Herbst 2022 bekannt. Grund waren die Auswirkungen des Coronavirus (Covid 19).
In diesen Ländern ist MediaMarkt mit Filialen vertreten
| Land | Märkte |
|---|---|
| MediaMarkt + Saturn Deutschland | 405 |
| MediaMarkt Belgien | 24 |
| MediaMarkt Italien | 119 |
| MediaMarkt Niederlande | 49 |
| MediaMarkt Österreich | 52 |
| MediaMarkt Polen | 81 |
| MediaMarkt Portugal | 10 |
| MediaMarkt Schweden | 28 |
| MediaMarkt Schweiz | 25 |
| MediaMarkt Spanien | 106 |
| MediaMarkt Türkei | 85 |
| MediaMarkt Ungarn | 32 |
| Saturn Luxemburg | 2 |
| Stand: Geschäftsjahr 2020/2021 |
Saturn und MediaMarkt – Sortiment und strategische Filialaufteilung
Die Arbeitsteilung zwischen MediaMarkt und Saturn sieht so aus, dass Saturn seine Geschäfte in den Innenstädten hat. MediaMarkt hingegen konzentriert sich auf die Peripherie, also die Umgebung.
Durchschnittlich umfasst das Sortiment von MediaMarkt 45.000 Artikel. Die meisten davon gehören zu den Bereichen Computer, Fotografie, Hi-Fi und Telekommunikation. Elektronikfachmärkte wie MediaMarkt bieten auch saisonale Angebote, bei denen Kunden eine Menge Geld sparen können – zum Beispiel der Black Friday oder der Cyber Monday.
MediaMarkt stand immer wieder in der Kritik
Neben diesen Errungenschaften stand MediaMarkt in der Vergangenheit immer wieder in der Kritik. So wurde 2005 eine Aktion beworben, bei der MediaMarkt versprach, die Mehrwertsteuer von Artikeln selbst zu übernehmen. Tatsächlich waren die Preise der Artikel im Vorfeld erhöht worden, sodass man nach dem Abzug der Mehrwertsteuer den Normalpreis zahlen musste. Das Oberlandesgericht entschied später, die Entscheidung des Landgerichts Mannheim zu bestätigen, wonach dies eine rechtswidrige Geschäftspraxis darstellte.
2008 ermittelten die europäischen Kartellbehörden wegen Wettbewerbsverzerrung gegen MediaMarkt und Intel. Nachforschungen der Financial Times Deutschland zufolge hatte sich das Unternehmen gegenüber Intel verpflichtet, ausschließlich PCs mit Intel-Prozessoren zu verkaufen. Intel musste 1,06 Milliarden Euro Strafe zahlen. (Joshua Schößler)
