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Mehltau an Rosen mit Milch wegsprühen – es sollte aber eine bestimmte Sorte sein

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Eine Milchlösung gilt als wirksames Hausmittel gegen Pilzerkrankungen an Rosen. Wenn es nicht funktioniert, haben Sie vielleicht die falsche Milch verwendet.

Hausmittel wirken oft so nachhaltig, dass man sich selber wundern möchte. Doch manchmal scheinen sie mehr zu versprechen, als sie halten. Hier hilft es manchmal, die Wirkungsweise des Produkts zu hinterfragen, denn vielleicht stimmen nicht alle Voraussetzungen für ein gutes Ergebnis. Ein Pilzbefall mit Echtem Mehltau ist eine typische Rosenkrankheit. Eine Rezeptur mit Milch soll hier Abhilfe schaffen. Damit dies gelingt, dürfen Sie aber keine erhitzte, haltbar gemachte Milch verwenden.

Verwendete Milch muss genug Milchsäurebakterien enthalten

Auch bei einem starken Befall mit dem Rosentaupilz ist die Pflanze meist noch zu retten.

Echter Mehltau zeigt sich in einem mehlartigen, weißen Belag, vor allem auf den Blättern der Rose. Aber auch die Knospen, Blüten oder Stacheln können betroffen sein. Bei starkem Befall wölben sich die Blätter beulenartig auf. Verursacher der Krankheit ist der Echte Rosenmehltaupilz (Podosphaera pannosa). Wer nicht das Glück hat, eine widerstandsfähige Sorte zu besitzen, beispielsweise mit ADR-Siegel, muss die Pflanze auf andere Weise schützen.  

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Um den Mehltau zu behandeln, kann man Milch einsetzen: Die darin enthaltenen Milchsäurebakterien bekämpfen den Pilz, wenn man die Pflanzen damit mehrmals wöchentlich einsprüht – auch vorbeugend. Sehr wichtig sei dabei, dass man die richtige Milch verwendet, betont Gärtner Peter Rasch im NDR Fernsehen. Denn nur Vollmilch und vor allem Rohmilch enthalten eine ausreichende Menge an lebenden Milchsäurebakterien. H-Milch hingegen wird auf mindestens 135 Grad Celsius erhitzt, wobei die meisten Bakterien sterben. Für die Milchlösung verdünnt man die Milch im Verhältnis 1:8 oder 1:6 mit Wasser.

Blattunterseiten nicht vergessen

Marcus Scheel, Gartenmeister der Königlichen Gartenakademie Berlin, erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur noch eine andere Wirkweise des Hausmittels: Die Milch verändert den pH-Wert auf der Pflanze so sehr, dass die Pilze keine guten Lebensbedingungen vorfinden. Er rät dazu, beim Einsprühen von oben nach unten vorzugehen und auch die Blattunterseiten nicht zu vergessen. Ein sehr guter Zeitpunkt sei auch immer nach einem Regen, damit die Lösung nicht abgewaschen wird. Und weil die Pilzsporen sich bei Feuchtigkeit besonders ausbreiten. Wenn sich die weißen Mehltauflecken braun verfärben, wirkt die Milchlösung.

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