Mehr Lungenentzündungen bei Kindern: Wo das Risiko einer Infektion am höchsten liegt
VonJasmina Deshmeh
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Natalie Hull-Deichsel
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Wie man eine Infektion rechtzeitig erkennt und was Eltern noch berücksichtigen sollten.
In Deutschland ist eine Zunahme von Lungenentzündungen bei Kindern durch sogenannte Mykoplasmen zu beobachten. Ein möglicher Grund könnte sein, dass die Erreger aufgrund der Maßnahmen während der Corona-Pandemie in den letzten Jahren weniger verbreitet waren. Was eine Infektion und die Behandlung schwierig macht: Diese Bakterien sind gegen viele Antibiotika resistent. Wie Eltern die Erkrankung frühzeitig erkennen und wodurch das Ansteckungsrisiko reduziert werden kann.
Wie erkennt man eine durch Mykoplasmen verursachte Lungenentzündung?
Atemwegsinfektionen sind mit Beginn der kalten Jahreszeit nicht ungewöhnlich. Zeigt ein betroffenes Kind neben Husten weitere typische Symptome, könnte eine Lungenentzündung vorliegen.
In den vergangenen Jahren waren Lungenentzündungen, die durch Mykoplasmen ausgelöst wurden, eher selten. Doch in diesem Jahr treten sie bisher häufiger auf, so Dr. Rolf Kaiser, Virologe vom Clinical Virology Network, in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk (BR). Besonders Kinder und Jugendliche sind betroffen. In den meisten Fällen ist der Krankheitsverlauf mild.
Die Krankheit beginnt eher schleichend, daher dauert es oft eine Weile, bis sie erkannt wird. Wenn Kinder länger als ein paar Tage krank sind, sollten Eltern mit ihnen zum Arzt gehen, empfiehlt Virologe Rolf Kaiser. Dort kann eine Infektion mit Mykoplasmen durch einen Rachenabstrich, oft auch in Kombination mit einer Röntgenaufnahme des Brustkorbs, nachgewiesen werden.
Welche Symptome treten bei einer Lungenentzündung auf?
Typische Symptome sind:
Anhaltendes Fieber
Trockener Reizhusten ohne Auswurf
Allgemeines Krankheitsgefühl
Kopfschmerzen
Laut dem Verband Pneumologischer Kliniken (VPK) steigt bei Kindern die Fieberkurve bei einer durch Mykoplasmen verursachten Lungenentzündung (Pneumonie) selten über 38,5 Grad. Da Mykoplasmen auch außerhalb der Lunge im Körper aktiv werden, können zusätzlich schmerzhafte Haut- und Schleimhautreaktionen auftreten. Bei schweren Verläufen sind auch neurologische Störungen möglich.
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Wie wird eine durch Mykoplasmen verursachte Lungenentzündung behandelt?
Die Behandlung einer durch Mykoplasmen verursachten Lungenentzündung hängt vom Ausmaß der Beschwerden ab. Bei schweren Verläufen kann die Gabe von Antibiotika die Dauer der Krankheit deutlich verkürzen. Da Mykoplasmen keine Zellwand haben, sind Antibiotika, die auf die Zellwände abzielen – wie es bei Penicillin der Fall ist – bei diesem Erreger unwirksam. Betroffene Kinder werden daher meist mit einem Antibiotikum, das auf einem anderen Wirkmechanismus basiert – wie Doxycyclin oder Erythromycin – behandelt.
Neben der medikamentösen Therapie sollten erkrankte Kinder sich ausruhen und körperliche Anstrengung vermeiden. Eltern sollten zudem darauf achten, dass ihre Kinder ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen.
Gibt es Möglichkeiten, sich vor einer Infektion zu schützen?
Mykoplasmen werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. In engen Räumen, wie sie in Kindergärten oder Schulen üblich sind, ist eine Ansteckung schwer zu verhindern. Dies wird auch dadurch erschwert, dass der Erreger eine relativ lange Inkubationszeit hat und die Krankheit oft unentdeckt bleibt. Eine Schutzmaßnahme, die das Ansteckungsrisiko verringert, ist gründliche Handhygiene, was Händewaschen, aber auch entsprechendes Händetrocknen mit einschließt. Wenn Kinder Anzeichen eines Atemwegsinfekts zeigen, sollten Eltern sie bis zum Abklingen der Beschwerden zu Hause lassen.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.