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Mehr Lungenentzündungen bei Kindern: Wo das Risiko einer Infektion am höchsten liegt

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Wie man eine Infektion rechtzeitig erkennt und was Eltern noch berücksichtigen sollten.

In Deutschland ist eine Zunahme von Lungenentzündungen bei Kindern durch sogenannte Mykoplasmen zu beobachten. Ein möglicher Grund könnte sein, dass die Erreger aufgrund der Maßnahmen während der Corona-Pandemie in den letzten Jahren weniger verbreitet waren. Was eine Infektion und die Behandlung schwierig macht: Diese Bakterien sind gegen viele Antibiotika resistent. Wie Eltern die Erkrankung frühzeitig erkennen und wodurch das Ansteckungsrisiko reduziert werden kann.

Wie erkennt man eine durch Mykoplasmen verursachte Lungenentzündung?

Atemwegsinfektionen sind mit Beginn der kalten Jahreszeit nicht ungewöhnlich. Zeigt ein betroffenes Kind neben Husten weitere typische Symptome, könnte eine Lungenentzündung vorliegen.

In den vergangenen Jahren waren Lungenentzündungen, die durch Mykoplasmen ausgelöst wurden, eher selten. Doch in diesem Jahr treten sie bisher häufiger auf, so Dr. Rolf Kaiser, Virologe vom Clinical Virology Network, in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk (BR). Besonders Kinder und Jugendliche sind betroffen. In den meisten Fällen ist der Krankheitsverlauf mild.

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Die Krankheit beginnt eher schleichend, daher dauert es oft eine Weile, bis sie erkannt wird. Wenn Kinder länger als ein paar Tage krank sind, sollten Eltern mit ihnen zum Arzt gehen, empfiehlt Virologe Rolf Kaiser. Dort kann eine Infektion mit Mykoplasmen durch einen Rachenabstrich, oft auch in Kombination mit einer Röntgenaufnahme des Brustkorbs, nachgewiesen werden.

Welche Symptome treten bei einer Lungenentzündung auf?

Typische Symptome sind:

  • Anhaltendes Fieber
  • Trockener Reizhusten ohne Auswurf
  • Allgemeines Krankheitsgefühl
  • Kopfschmerzen

Laut dem Verband Pneumologischer Kliniken (VPK) steigt bei Kindern die Fieberkurve bei einer durch Mykoplasmen verursachten Lungenentzündung (Pneumonie) selten über 38,5 Grad. Da Mykoplasmen auch außerhalb der Lunge im Körper aktiv werden, können zusätzlich schmerzhafte Haut- und Schleimhautreaktionen auftreten. Bei schweren Verläufen sind auch neurologische Störungen möglich.

Entzündung im Körper vorbeugen: Welche elf Lebensmittel Sie eher vermeiden sollten

Zucker
Ein hoher Zuckerkonsum kann Entzündungsprozesse im Körper fördern. Laut der „Weltgesundheitsorganisation (WHO)“ steigt dadurch das Risiko für Rheuma, Diabetes Typ 2 und nicht zuletzt Adipositas. © matka/Imago
Schokolade
Viele Süßigkeiten enthalten neben Fett auch reichlich Zucker, was bei regelmäßigem Genuss nicht nur zu Übergewicht und Adipositas führt, auch chronische Entzündungen im Körper begünstigen kann. Insbesondere weiße Schokolade verfügt über einen großen Fettanteil, da sie im Gegensatz zu kakaohaltiger, dunkler Schokolade Kakaobutter enthält. © Markus Mainka/Imago
Salzstreuer und Pfefferstreuer
In Deutschland nehmen Menschen im Durchschnitt zehn Gramm Kochsalz (Natriumchlorid) über die Ernährung zu sich. Die „Deutsche Gesellschaft für Ernährung“ empfiehlt, nicht mehr als sechs Gramm Kochsalz zu verzehren, die „Weltgesundheitsorganisation (WHO)“ sogar nur fünf Gramm Salz pro Tag. Ein zu hohes Maß an Kochsalz hat Einfluss auf die Zusammensetzung des Darm-Mikrobioms. Salz reduziert die Zahl der Laktobazillen im Darm deutlich, zugleich steigt die Zahl der sogenannten Th17-Helferzellen im Blut an. Diese Immunzellen stehen im Verdacht, den Blutdruck zu erhöhen sowie Entzündungen und Autoimmunerkrankungen zu fördern. © jirkaejc/Imago
Wurst-Aufschnitt
In verarbeiteten Lebensmitteln wie Wurst-Aufschnitt und Fleisch sind häufig ebenfalls nicht zu vernachlässigende Mengen an Zucker und Salz enthalten, was wiederum einen entzündungsfördernden Effekt im Körper zur Folge haben kann. © ernstboese/Imago
Croissants
Industriell hergestellte Backwaren wie Croissants sind nicht selten reich an Transfetten, die bei regelmäßigem Verzehr Arterienverkalkung mitverursachen und in der Folge Schlaganfall und Herzinfarkt auslösen können. Transfette stehen im Verdacht, Entzündungen im Körper begünstigen zu können. © hojo/Imago
Sonnenblumenöl
Transfette sind ungesättigte Fettsäuren, die entstehen können, sobald ursprünglich flüssiges Pflanzenöl wie Sonnenblumenöl industriell gehärtet wird. Auch Öl, das sehr stark sowie mehrmals erhitzt wird, beispielsweise in der Fritteuse, kann Transfette entwickeln. © Lana_Malamatid/Imago
Pommes frites
Eine kleine Portion Pommes Frites enthält bereits circa 1 Gramm Transfette. Durchschnittlich sollte man täglich nicht mehr als 2,6 Gramm der Transfette zu sich nehmen. Je weniger Transfette jemand über die Ernährung zu sich nimmt, desto geringer ist das Risiko für daraus resultierende Entzündungen im Körper. © foodandmore/Imago
Margarine
Es gibt Margarine-Sorten, die ebenfalls schädliche Transfette enthalten. Diese sind in der Zutatenliste auf der Verpackung als „gehärtete Fette“ oder „teilweise gehärtete Fette“ aufgeführt. © stadtratte/Imago
Kekse
Transfette sind auch in einer Reihe von industriell verarbeiteten Süßigkeiten wie Keksen enthalten. Beim regelmäßigen Verzehr dieser Fette nimmt das schädliche LDL-Cholesterin stark zu, es kommt zu Gefäßablagerungen und das Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall steigt. Der in der Regel hohe Zuckeranteil fördert zusätzlich die Entstehung von Entzündungen im Körper. © rotoGraphics/Imago
Käse und Milchprodukte
Neben Eiern und rotem Fleisch enthalten Käse und Milchprodukte zu einem gewissen Anteil die sogenannte Arachidonsäure, welche Entzündungen im Körper fördern soll. Die Arachidonsäure gehört zur Gruppe der Omega-6-Fettsäuren und ist vorwiegend in tierischen Lebensmitteln enthalten. © Zoonar.com/monticello/Imago
Bierflaschen
Alkohol fördert nicht nur Entzündungen in der Leber und Bauchspeicheldrüse. Bei regelmäßigem Alkoholgenuss kann eine konstant höhere Menge an Magensäure zu Entzündungen im Magen-Darm-Bereich sowie der Speiseröhre führen. © Ute Grabowsky/photothek.net/Imago

Wie wird eine durch Mykoplasmen verursachte Lungenentzündung behandelt?

Die Behandlung einer durch Mykoplasmen verursachten Lungenentzündung hängt vom Ausmaß der Beschwerden ab. Bei schweren Verläufen kann die Gabe von Antibiotika die Dauer der Krankheit deutlich verkürzen. Da Mykoplasmen keine Zellwand haben, sind Antibiotika, die auf die Zellwände abzielen – wie es bei Penicillin der Fall ist – bei diesem Erreger unwirksam. Betroffene Kinder werden daher meist mit einem Antibiotikum, das auf einem anderen Wirkmechanismus basiert – wie Doxycyclin oder Erythromycin – behandelt.

Neben der medikamentösen Therapie sollten erkrankte Kinder sich ausruhen und körperliche Anstrengung vermeiden. Eltern sollten zudem darauf achten, dass ihre Kinder ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen.

Gibt es Möglichkeiten, sich vor einer Infektion zu schützen?

Mykoplasmen werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. In engen Räumen, wie sie in Kindergärten oder Schulen üblich sind, ist eine Ansteckung schwer zu verhindern. Dies wird auch dadurch erschwert, dass der Erreger eine relativ lange Inkubationszeit hat und die Krankheit oft unentdeckt bleibt. Eine Schutzmaßnahme, die das Ansteckungsrisiko verringert, ist gründliche Handhygiene, was Händewaschen, aber auch entsprechendes Händetrocknen mit einschließt. Wenn Kinder Anzeichen eines Atemwegsinfekts zeigen, sollten Eltern sie bis zum Abklingen der Beschwerden zu Hause lassen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © YAY Images/Imago

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