Infekten vorbeugen

Erkältung, Grippe, Corona: Bei welchen sechs Mythen Sie vorsichtig sein sollten

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Nase putzen oder lieber hochziehen? Ist Händewaschen wirklich sinnvoll? Kann Vitamin C vor einer Infektion schützen? Was Experten raten.

Herbst und Winter sind normalerweise die Jahreszeiten, in denen Erkältungen mit Halsschmerzen, Husten und Schnupfen häufiger auftreten, doch nicht nur dann. Viren und Bakterien, die grippale Infekte verursachen, können das ganze Jahr über Beschwerden verursachen. Bis in den Frühling hinein besteht in der Regel ein erhöhtes Risiko, an der echten Grippe, der Influenza, zu erkranken – anders als bei Corona, welches im Grunde mit den charakteristischen Symptomen nahezu ganzjährig vorkommt. Insbesondere wenn die Luft kühl und trocken ist, haben Erreger und Keime leichter die Möglichkeit, über die angegriffenen Schleimhäute zu den Atemwegen zu gelangen. Umso wichtiger ist es, zu wissen, wie man sich gut vor Infektionen schützen kann und bei welchen Tipps oder Annahmen eher Vorsicht geboten ist.

Erkältung, Grippe, Corona: Wie Kälte, Nase schnäuzen und Ernährung Einfluss nehmen

Hat man sich erstmal eine Erkältung, Influenza oder Corona eingefangen, ist es wichtig, dem Körper viel Ruhe durch Liegen und auch Schlaf zu ermöglichen. Je weniger er sich anstrengt und Energie aufwenden muss, umso eher kann sich der Körper auf die Genesung konzentrieren.

Eine Infektion mit Bakterien und Viren möchte im Grunde jeder vermeiden – da wird dann vieles probiert, um sich zu schützen. Sicher vorbeugen lässt sich nicht wirklich, doch Sie können auf bestimmte Dinge achten, um sich gar nicht erst anzustecken. Es gibt verschiedene Mythen rund um Erkältung. Erfahren Sie, was es damit auf sich hat.

Voller Vitamine: Zehn Lebensmittel, die Sie täglich essen sollten

Eine Schüssel mit Heidelbeeren auf einem Tisch.
Antioxidantien in Beeren schützen die Zellen vor freien Radikalen und helfen, Alterungsprozessen entgegenzuwirken. Da Beeren außerdem reich an Vitamin C sind, unterstützen die nährstoffreichen Lebensmittel das Immunsystem. Blaubeeren, Himbeeren, Brombeeren und Johannisbeeren sollten daher jeden Tag auf dem Speiseplan stehen. Ein weiterer Vorteil: Beeren sind zuckerarm und enthalten nur wenige Kalorien. Sie eignen sich daher auch ideal für ein gesundes Frühstück oder als Snack für zwischendurch.  © hitdelight/Imago
Brokkoli
Die empfohlene Mindestmenge von 400 Gramm Gemüse pro Tag erreichen nur die wenigsten Menschen. Wer täglich Kohlgemüse wie Brokkoli, Blumenkohl, Wirsing oder Rosenkohl in den Speiseplan integriert, kann dieses Ziel allerdings einfach erreichen. In grünem Gemüse stecken jede Menge sekundäre Pflanzenstoffe, welche die Zellen schützen, antibakteriell wirken, das Immunsystem und verschiedene Stoffwechselvorgänge unterstützen.  © monticello/Imago
Haferflocken mit Milch und Obst
Vollkorngetreide wie Haferflocken sind die wichtigste Ballaststoffquelle in der täglichen Ernährung. Ballaststoffe sättigen, halten den Darm gesund und sorgen zudem für einen stabilen Blutzucker. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt daher mindestens 30 Gramm Ballaststoffe am Tag zu essen.  © Shingo Tosha/AFLO/Imago
Salat mit Beeren und rohen Zwiebeln
Grünes Blattgemüse wie Spinat, Mangold, Rucola und Feldsalat steckt voller gesunder Nährstoffe. Vitamin C, Vitamin A, Eisen, Magnesium und Folsäure sind wichtig für verschiedene Vorgänge im Körper. Egal ob roh im Salat und Smoothie oder gekocht ist das grüne Blattgemüse ein echter Nährstoffgarant.  © Elet/Imago
Ein Mann hält mehrere Äpfel in den Händen (Symbolbild).
Äpfel gehören zu den Lieblingsobstsorten der Deutschen. Doch Äpfel sind nicht nur lecker, das Obst ist auch besonders gesund. In Äpfeln sind wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamin C und E, Kalium und Kalzium zu finden. Die enthaltenen Ballaststoffe sind zudem wichtig für eine gesunde Verdauung.  © Westend61/Imago
Walnüsse sind ein gesunder Snack für zwischendurch: Der regelmäßige Verzehr bringt viele Vorteile.
Einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren in Nüssen stärken Herz und Kreislauf. Wer täglich eine Handvoll Nüsse zu sich nimmt, stärkt damit den Körper von innen. Nüsse enthalten außerdem Eiweiße, Ballaststoffe und zahlreiche Mineralstoffe. Gerade Walnüsse eignen aufgrund der enthaltenen Omega-3-Fettsäuren als gesunder Snack.  © Tanya Yatsenko/ Imago
Es ist eine Schale mit roten Linsen zu sehen (Symbolbild).
Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen oder Erbsen sollten regelmäßig auf dem Teller landen. Etwa 50 Gramm der proteinreichen Lebensmittel sollten Sie pro Woche – idealerweise täglich – essen. Denn Linsen und Co. sind wahre Nährstoffwunder. Hülsenfrüchte stecken voller pflanzlicher Eiweiße und Mineralstoffe wie Eisen, Kalium, Magnesium und Zink.  © Larissa Veronesi/Imago
Eine Frau gibt einen Esslöffel Olivenöl in eine Schüssel mit Salat.
Hochwertige Pflanzenöle sollten in keiner Mahlzeit fehlen. Obwohl Öle aus Oliven oder Nüssen nicht gerade wenige Kalorien haben, wirken sich die Pflanzenöle besonders positiv auf den Körper aus. Ungesättigte Fettsäuren schützen vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen.  © Juan Alberto Ruiz/Imago
Es ist eine Schüssel Joghurt mit Müsli und Früchten zu sehen (Symbolbild).
Integrieren Sie gesunde Milchprodukte wie Magerquark oder Joghurt in Ihren Speiseplan. Sie enthalten neben Kalzium und Eiweiß auch gesunde B-Vitamine. Diese Nährstoffe kommen sowohl den Muskeln und der Darmflora aus auch Zähnen und Knochen zugute.  ©  Westend61/Imago
Es ist ein Teller Sauerkraut zu sehen (Symbolbild).
Fermentierte Lebensmittel sind für eine gesunde Verdauung besonders wichtig. Sie fördern die Darmgesundheit sowie die Aufnahme von Nähr- und Mineralstoffen. Außerdem unterstützen sie das Immunsystem, wirken antibakteriell und sollen bei inflammatorischen Erkrankungen helfen. Fermentierte Produkte wie Kefir, Sauerkraut, Tempeh und Kombucha eignen sich daher für den täglichen Verzehr.  © fotovincek/Imago

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Mythos 1: Erkältung wird immer durch Bakterien verursacht

Atemwegsinfektionen werden durch verschiedene Erreger verursacht, die die Schleimhäute der Atemwege angreifen. Meistens sind jedoch Viren die Auslöser von Atemwegsinfektionen, laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Es gibt zahlreiche verschiedene Arten von Atemwegsviren, darunter die typischen „Erkältungsviren“ wie Rhinoviren, das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV), sowie das Influenzavirus, das die echte Grippe verursacht und SARS-CoV-2, der Erreger von Corona beziehungsweise COVID-19. Bei einer Virusinfektion kann die Schleimhaut der Atemwegsorgane so geschädigt werden, dass die Anfälligkeit für Bakterien erhöht ist. Infolgedessen kann sich zusätzlich zum Virusinfekt eine bakterielle Superinfektion entwickeln, mit beispielsweise starken Halsschmerzen aufgrund einer Mandelentzündung, Nebenhöhlenentzündung, Bronchitis oder in seltenen Fällen auch einer Lungenentzündung. Um dies zu vermeiden, sollten sich Erkrankte möglichst schonen und den viralen Infekt auskurieren.

Mythos 2: Erkältung kommt von Kälte

Da Erkältungen in der Regel durch Virusinfektionen wie Rhinoviren ausgelöst werden, die das ganze Jahr über aktiv sind und zirkulieren, kann eine Ansteckung unabhängig von der Außentemperatur beziehungsweise Kälte erfolgen. Niedrige Temperaturen können zwar das Immunsystem zusätzlich schwächen, jedoch ist Kälte als solches nicht die Ursache für Erkältungen.

Mythos 3: Händewaschen schützt nicht vor Infektionen

Ob es beim Schnäuzen, auf der Toilette, beim Streicheln von Tieren oder bei der Zubereitung von rohem Fleisch ist, die Hände sind zwangsläufig in Kontakt mit Keimen – auch krankmachenden. Beim Händeschütteln oder beim Benutzen gemeinsamer Gegenstände können die Krankheitserreger auch leicht von einer Hand zur anderen gelangen. Zur Ansteckung kann es dann kommen, sobald jemand unmittelbar mit seinen Händen ins Gesicht fasst und die Erreger über Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in den Körper gelangen. Wer regelmäßig und insbesondere nach Kontakt mit Keimherden seine Hände wäscht, kann diese Übertragungskette effektiv unterbrechen, klärt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf. Händewaschen kann also letztlich vor Infektionen schützen. Besteht keine Möglichkeit, sich die Hände zu waschen, sollte zumindest vermieden werden, mit den Händen Mund, Augen oder Nase zu berühren oder Lebensmittel mit den Händen zu essen. Für Notfälle hilft es auch, ein Hände-Desinfektionsmittel mit sich führen.

Mythos 4: Vitamin C schützt vor Erkältung

Vitamin C kann zwar in manchen Fällen den Verlauf einer Erkältung positiv beeinflussen, das heißt den Heilungsprozess begünstigen, jedoch schützt eine extra Zufuhr über die Ernährung oder gar Nahrungsergänzungsmittel nicht vor einer Infektion. Lediglich bei Menschen, die intensiver körperlicher Betätigung ausgesetzt sind – wie Sportler oder Soldaten – können durch Vitamin C ihre Infektanfälligkeit um nahezu die Hälfte reduzieren, wie Studien zeigen.

Mythos 5: Nase schnäuzen ist besser als Nase hochziehen

Das Hochziehen und Herunterschlucken von Nasenschleim wird oft als eklig und unhygienisch angesehen, obwohl Mediziner tatsächlich dazu raten. Das liegt daran, dass die winzigen Härchen in der Nasenschleimhaut den Schleim ohnehin in Richtung des Magens transportieren, wo die Magensäure eventuelle Keime abtöten kann. Dies ist ein natürlicher Abwehrmechanismus des Körpers. Insbesondere Menschen, die bereits eine Operation an den Nasennebenhöhlen hatten, wird empfohlen, den Nasenschleim hochzuziehen, anstatt die Nase zu schnäuzen. Auf diese Weise kann verhindert werden, dass noch mehr Schleim in die Nebenhöhlen gedrückt wird, sich Keime dort festsetzen und vermehren und eine Infektion auslösen.

Mythos 6: Grippe und grippaler Infekt sind dasselbe

Bei einer Grippe handelt es sich gemeinhin um eine Infektion mit dem Influenza-Virus, die zum Teil schwere Symptome und Beschwerden mit sich bringen kann. Mediziner sprechen dann von einem grippalen Infekt, wenn Erkältungssymptome – Husten, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen – von der Ausprägung denen einer Grippe gleich kommen. Letztlich ist der Erreger eines grippalen Infekts in der Regel der gleiche wie der bei einer Erkältung, beispielsweise Rhinoviren.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

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