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Nase putzen oder lieber hochziehen? Ist Händewaschen wirklich sinnvoll? Kann Vitamin C vor einer Infektion schützen? Was Experten raten.
Herbst und Winter sind normalerweise die Jahreszeiten, in denen Erkältungen mit Halsschmerzen, Husten und Schnupfen häufiger auftreten, doch nicht nur dann. Viren und Bakterien, die grippale Infekte verursachen, können das ganze Jahr über Beschwerden verursachen. Bis in den Frühling hinein besteht in der Regel ein erhöhtes Risiko, an der echten Grippe, der Influenza, zu erkranken – anders als bei Corona, welches im Grunde mit den charakteristischen Symptomen nahezu ganzjährig vorkommt. Insbesondere wenn die Luft kühl und trocken ist, haben Erreger und Keime leichter die Möglichkeit, über die angegriffenen Schleimhäute zu den Atemwegen zu gelangen. Umso wichtiger ist es, zu wissen, wie man sich gut vor Infektionen schützen kann und bei welchen Tipps oder Annahmen eher Vorsicht geboten ist.
Erkältung, Grippe, Corona: Wie Kälte, Nase schnäuzen und Ernährung Einfluss nehmen
Eine Infektion mit Bakterien und Viren möchte im Grunde jeder vermeiden – da wird dann vieles probiert, um sich zu schützen. Sicher vorbeugen lässt sich nicht wirklich, doch Sie können auf bestimmte Dinge achten, um sich gar nicht erst anzustecken. Es gibt verschiedene Mythen rund um Erkältung. Erfahren Sie, was es damit auf sich hat.
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Mythos 1: Erkältung wird immer durch Bakterien verursacht
Atemwegsinfektionen werden durch verschiedene Erreger verursacht, die die Schleimhäute der Atemwege angreifen. Meistens sind jedoch Viren die Auslöser von Atemwegsinfektionen, laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Es gibt zahlreiche verschiedene Arten von Atemwegsviren, darunter die typischen „Erkältungsviren“ wie Rhinoviren, das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV), sowie das Influenzavirus, das die echte Grippe verursacht und SARS-CoV-2, der Erreger von Corona beziehungsweise COVID-19. Bei einer Virusinfektion kann die Schleimhaut der Atemwegsorgane so geschädigt werden, dass die Anfälligkeit für Bakterien erhöht ist. Infolgedessen kann sich zusätzlich zum Virusinfekt eine bakterielle Superinfektion entwickeln, mit beispielsweise starken Halsschmerzen aufgrund einer Mandelentzündung, Nebenhöhlenentzündung, Bronchitis oder in seltenen Fällen auch einer Lungenentzündung. Um dies zu vermeiden, sollten sich Erkrankte möglichst schonen und den viralen Infekt auskurieren.
Mythos 2: Erkältung kommt von Kälte
Da Erkältungen in der Regel durch Virusinfektionen wie Rhinoviren ausgelöst werden, die das ganze Jahr über aktiv sind und zirkulieren, kann eine Ansteckung unabhängig von der Außentemperatur beziehungsweise Kälte erfolgen. Niedrige Temperaturen können zwar das Immunsystem zusätzlich schwächen, jedoch ist Kälte als solches nicht die Ursache für Erkältungen.
Mythos 3: Händewaschen schützt nicht vor Infektionen
Ob es beim Schnäuzen, auf der Toilette, beim Streicheln von Tieren oder bei der Zubereitung von rohem Fleisch ist, die Hände sind zwangsläufig in Kontakt mit Keimen – auch krankmachenden. Beim Händeschütteln oder beim Benutzen gemeinsamer Gegenstände können die Krankheitserreger auch leicht von einer Hand zur anderen gelangen. Zur Ansteckung kann es dann kommen, sobald jemand unmittelbar mit seinen Händen ins Gesicht fasst und die Erreger über Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in den Körper gelangen. Wer regelmäßig und insbesondere nach Kontakt mit Keimherden seine Hände wäscht, kann diese Übertragungskette effektiv unterbrechen, klärt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf. Händewaschen kann also letztlich vor Infektionen schützen. Besteht keine Möglichkeit, sich die Hände zu waschen, sollte zumindest vermieden werden, mit den Händen Mund, Augen oder Nase zu berühren oder Lebensmittel mit den Händen zu essen. Für Notfälle hilft es auch, ein Hände-Desinfektionsmittel mit sich führen.
Mythos 4: Vitamin C schützt vor Erkältung
Vitamin C kann zwar in manchen Fällen den Verlauf einer Erkältung positiv beeinflussen, das heißt den Heilungsprozess begünstigen, jedoch schützt eine extra Zufuhr über die Ernährung oder gar Nahrungsergänzungsmittel nicht vor einer Infektion. Lediglich bei Menschen, die intensiver körperlicher Betätigung ausgesetzt sind – wie Sportler oder Soldaten – können durch Vitamin C ihre Infektanfälligkeit um nahezu die Hälfte reduzieren, wie Studien zeigen.
Mythos 5: Nase schnäuzen ist besser als Nase hochziehen
Das Hochziehen und Herunterschlucken von Nasenschleim wird oft als eklig und unhygienisch angesehen, obwohl Mediziner tatsächlich dazu raten. Das liegt daran, dass die winzigen Härchen in der Nasenschleimhaut den Schleim ohnehin in Richtung des Magens transportieren, wo die Magensäure eventuelle Keime abtöten kann. Dies ist ein natürlicher Abwehrmechanismus des Körpers. Insbesondere Menschen, die bereits eine Operation an den Nasennebenhöhlen hatten, wird empfohlen, den Nasenschleim hochzuziehen, anstatt die Nase zu schnäuzen. Auf diese Weise kann verhindert werden, dass noch mehr Schleim in die Nebenhöhlen gedrückt wird, sich Keime dort festsetzen und vermehren und eine Infektion auslösen.
Mythos 6: Grippe und grippaler Infekt sind dasselbe
Bei einer Grippe handelt es sich gemeinhin um eine Infektion mit dem Influenza-Virus, die zum Teil schwere Symptome und Beschwerden mit sich bringen kann. Mediziner sprechen dann von einem grippalen Infekt, wenn Erkältungssymptome – Husten, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen – von der Ausprägung denen einer Grippe gleich kommen. Letztlich ist der Erreger eines grippalen Infekts in der Regel der gleiche wie der bei einer Erkältung, beispielsweise Rhinoviren.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.
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