VonAdrian Kilbschließen
Bestimmte Rentner mit Kindern bekommen jetzt von der Rentenversicherung Pflegekostenbeiträge zurückerstattet. Wer darauf hoffen darf und was getan werden muss.
Die Ruhestandsbezüge für Senioren in Deutschland können ganz beiläufig durch neue Gesetze dahinschmelzen. So erhalten Millionen Bezieher der Witwenrente ab Dezember 2025 weniger Geld, weil sie zu diesem Zeitpunkt steuerpflichtig werden. Bereits im März mussten die Ruheständler eine Beitragserhöhung bei den gesetzlichen Krankenkassen verkraften. Im Frühjahr gibt es jetzt aber für einige Rentner Geld zurück.
Die betroffenen Senioren könnten im April oder Mai im besten Fall mehrere hundert Euro reicher sein. Der Grund ist eine Neuberechnung der Beiträge zur Pflegeversicherung für die Jahre 2023 und 2024 durch die Bundesregierung. Bei einigen Rentnern mit Kindern sind die Pflegekostenbeiträge seitdem zu hoch ausgefallen. Diese zu viel gezahlte Beträge sollen jetzt zurückerstattet werden, wie verschiedene Medien berichten.
Für diese Rentner werden im Frühjahr 2025 hohe Pflegebeiträge zurückerstattet
Den unverhofften Geldsegen gibt es für Rentner mit Kindern unter 25 Jahren. Seit Juli 2024 werden die Pflegeversicherungsbeiträge abhängig von der Kinderanzahl gestaffelt. Kinderlose Rentner müssen einen Zuschlag von 0,6 Prozentpunkten zahlen. Eltern mit Kindern unter 25 profitieren dagegen von Beitragsabschlägen von bis zu 1,0 Prozentpunkten. Die Sätze variieren je nach Anzahl der Sprösslinge. Ein Rentner mit drei Kindern unter 25 Jahren zahlt zum Beispiel einen um 0,5 Prozentpunkte reduzierten Pflegebeitrag, rechnet Infranken vor.
Da das Bundeszentralamt für Steuern erst ab April 2025 die notwendigen Daten über die Entlastungsbeträge zur Verfügung stellt, kann die Deutsche Rentenversicherung voraussichtlich in diesem Frühjahr mit der Neuberechnung beginnen und dann die Beiträge rückwirkend anpassen. Bis zu einige hundert Euro sind dabei im Einzelfall drin, informiert das Portal ihre-vorsorge.de.
Kreis der Rentner, die Pflegekosten zurückbekommen, ist klein
Um das Geld zu kommen, müssen Betroffene schnellstmöglich ihre Elternschaft nachweisen und Geburtsurkunden beim jeweiligen Rentenversicherungsträger einreichen. Dieser führt die Beiträge an die Pflegekasse ab. Erst ab diesem Zeitpunkt greift die Befreiung vom Kinderlosenzuschlag, erklärt Finanztipp. Neben dem Nachweis der Elternschaft genügend ein formloses Schreiben.
Viele Senioren werden jedoch nicht in den Genuss der Rückzahlung kommen. Die Gruppe unter den Rentenbeziehern, denen die Rentenkasse überschüssig gezahlte Beiträge rückerstattet, ist überschaubar. So lag das durchschnittliche Rentenzugangsalter im Jahr 2023 bei Männern wie bei Frauen bei 64,4 Jahren, berichtet Gegen-Hartz. Um als Ruheständler Kinder im Alter unter 25 Jahren zu haben, müssten die Betroffenen frühestens mit rund 40 Jahren Mutter oder Vater geworden sein. Auch wer im Alter einen Nebenjob ausübt und mehrfach Pflegeversicherungsbeiträge zahlt, kann auf Antrag Geld zurückbekommen.
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