Rente als Geduldsprobe

Merz-Regierung enttäuscht: Mütterrente kommt frühstens 2028

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Die Mütterrente soll künftig für alle einheitlich geregelt sein, unabhängig vom Geburtsjahr der Kinder. Doch bis das Geld bei den Betroffenen ankommt, dauert es noch. Prompt hagelt es Kritik.

Große Ankündigung, lange Wartezeit: Die geplante Ausweitung der Mütterrente war eines der familienpolitischen Prestigeprojekte von CDU-Chef Friedrich Merz. Viele Mütter hofften auf schnelle Entlastung im Alter. Doch jetzt ist klar: Die Reform der Rente kann frühestens 2028 umgesetzt werden. Die Enttäuschung bei Betroffenen ist groß – und die Kritik am Zeitplan wächst. Warum die Mütterrente zur Geduldsprobe wird.

Reform der Mütterrente: Einheitliche Regelung geplant – Auszahlung erst ab 2028

Die geplante Mütterrente ist Teil umfangreicher Rentenpläne der Merz-Regierung. Laut Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD soll die Mütterrente künftig einheitlich geregelt werden: Geplant sind drei Rentenpunkte für alle Mütter – unabhängig vom Geburtsjahr ihrer Kinder. Die Finanzierung soll vollständig aus Steuermitteln erfolgen. Doch das Vorhaben ist nicht unumstritten. Die Deutsche Rentenversicherung kritisierte die Reform als „teures Wahlgeschenk“.

Und auch beim Zeitplan gibt es Enttäuschung: Wer auf eine schnelle Auszahlung gehofft hat, muss sich gedulden. Nach aktuellem Stand ist mit der erhöhten Mütterrente frühestens ab 2028 zu rechnen. Grund dafür sei laut Bundesarbeitsministerium die notwendige technische Umsetzung, für die die Deutsche Rentenversicherung etwa zwei Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes benötigt, berichtet der Tagesspiegel.

CSU kritisiert Umsetzungsverzögerung bei der Mütterrente scharf

In der CSU, die sich in den Koalitionsverhandlungen nachdrücklich für die Umsetzung der Mütterrente starkgemacht hatte, sorgt die lange Umsetzungsdauer für großen Unmut. Besonders die geplanten zwei Jahre für die technische Umsetzung stoßen auf Unverständnis.

Die Merz-Regierung plant die „Mütterrente 3“ – doch ab wann?

„Es ist niemandem zu erklären, warum die Rentenversicherung für die technische Umsetzung eines Gesetzes zwei Jahre braucht“, sagte Klaus Holetschek, Chef der Landtagsfraktion, der dpa. Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) müsse dem „Verwaltungsapparat“ Tempo machen.

„Verzögerungstaktiken auf dem Rücken von Millionen Frauen in unserem Land werden wir nicht dulden.“ Besonders brisant ist das vor dem Hintergrund, dass Frauen in Deutschland im Schnitt mehrere Hundert Euro weniger Rente erhalten als Männer.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Udo Herrmann

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