Gefäße schützen

Nicht mit Milch trinken: Was Bluthochdruck-Patienten, die Schwarztee lieben, beachten sollten

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Jeder dritte Erwachsene hat Bluthochdruck. In vielen Fällen kann ein gesunder Lebensstil dafür sorgen, dass keine Medikamente nötig werden. Auch das Trinkverhalten spielt eine Rolle.

Haben Sie Bluthochdruck? Damit zählen Sie zur Mehrzahl der Deutschen. So zeigen Daten aus der „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ des Robert Koch-Instituts (RKI), dass in Deutschland jeder dritte Erwachsene Bluthochdruck (auch Hypertonie genannt) hat. Das entspricht rund 20 Millionen Erwachsenen. In der höchsten untersuchten Altersgruppe von 70- bis 79-Jährigen haben sogar drei von vier Erwachsenen eine Hypertonie, so das RKI.

Bei stark erhöhten Werten kommt man um blutdrucksenkende Medikamente nicht herum. Doch bei leichtem Bluthochdruck helfen bereits Lebensstil-Änderungen, um die Werte in den Normalbereich zu bringen. Viel Bewegung, ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung und auch ein gutes Stressmanagement sind dabei besonders wichtig. Auch Patienten mit schwankendem Blutdruck profitieren von diesen Maßnahmen.

Schwarztee gegen Bluthochdruck: Inhaltsstoffe erweitern Gefäße

Bluthochdruckpatienten tun zudem gut daran, Schwarztee zu trinken, das wollen Forschende nun nachgewiesen haben. Allerdings nur unter einer Bedingung.

Schwarztee enthält unter anderem Kalium, Magnesium, Eisen, Vitamin B1 und Fluorid.

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US-amerikanische und dänische Forscher kamen im Rahmen einer Studie zu dem Ergebnis, dass im Schwarztee enthaltenes L-Theanin, Flavonoide wie Catechin und Polyphenole nicht nur der Darmflora und der Hirngesundheit nutzen: Zwei im Schwarztee enthaltene Polyphenole aktivieren zudem das Gen KCNQ5, wie die Wissenschaftler informieren. KCNQ5 reguliert die neuronale Aktivität und kann zu einer Erweiterung der Blutgefäße führen, wie unter anderem das Portal Fitbook informiert. Ein Fakt, der in der Zukunft beispielsweise bei der Entwicklung von blutdruckregulierenden Medikamenten wichtig werden könnte, heißt es.

Zehn blutdrucksenkende Lebensmittel

Kresse als gesundes Würzmittel - Wer Kräuter und Gewürze verwendet, kann Gerichte ganz ohne Kochsalz verfeinern. Auch Basilikum, Koriander, Curry, Ingwer, Thymian usw. gehören zu einer ausgewogenen Ernährung dazu. Besonders Kurkuma soll Cholesterin senken und so die Entwicklung von Herz-Kreislaufkrankheiten verhindern.
Kresse als gesundes Würzmittel: Wer Kräuter und Gewürze verwendet, kann Gerichte ganz ohne Kochsalz verfeinern. Auch Basilikum, Koriander, Curry, Ingwer, Thymian usw. gehören zu einer ausgewogenen Ernährung dazu. Besonders Kurkuma soll Cholesterin senken und so die Entwicklung von Herz-Kreislaufkrankheiten verhindern. © dpa/Patrick Pleul
Obstkorb
Bananen enthalten viel Kalium und wenig Natrium und sind deshalb ein wahrer Herzstärker. Auch andere Obstsorten wie Äpfel und auch Trockenobst zählen zu den kaliumreichen und natriumarmen Nahrungsmitteln und sind deshalb für eine herzgesunde Ernährung geeignet. © picture alliance/dpa/Frank Leonhardt
Es wird diskutiert, ob ein niedriger Vitamin-C-Spiegel im Blut Herzkrankheiten fördert. Zitrusfrüchte wie Zitronen, Orangen aber auch anderes Obst wie Papaya enthalten besonders viel Vitamin C. Dieses soll die Blutgefäße stärken, vor oxidativem Stress schützen und die Aufnahme von Cholesterin hemmen.
Es wird diskutiert, ob ein niedriger Vitamin-C-Spiegel im Blut Herzkrankheiten fördert. Zitrusfrüchte wie Zitronen, Orangen aber auch anderes Obst wie Papaya enthalten besonders viel Vitamin C. Dieses soll die Blutgefäße stärken, vor oxidativem Stress schützen und die Aufnahme von Cholesterin hemmen. © Susann Prautsch/dpa
Blattgemüse wie Spinat enthält Antioxidantien, Ballaststoffe und gesunde Fette und schützt so die Arterien. Brokkoli ist auch ein wahrer Gesundmacher mit Vitamin C, E, Kalium, Kalzium und Ballaststoffen - alles wichtig für ein gesundes Herz.
Blattgemüse wie Spinat enthält Antioxidantien, Ballaststoffe und gesunde Fette und schützt so die Arterien. Brokkoli ist auch ein wahrer Gesundmacher mit Vitamin C, E, Kalium, Kalzium und Ballaststoffen - alles wichtig für ein gesundes Herz. © Jens Kalaene/dpa
In dunkler Schokolade (mindestens 70 Prozent Kakao-Anteil sollten es sein) stecken Flavonoide und andere Verbindungen, die einen positiven Effekt auf den Cholesterinspiegel haben. Einen Haken gibt es: In Schokolade ist viel Zucker und ungesundes Fett enthalten, weshalb man sie nicht in rauen Mengen essen sollte. Rohkakao ist eine gesunde Alternative.
In dunkler Schokolade (mindestens 70 Prozent Kakao-Anteil sollten es sein) stecken Flavonoide und andere pflanzliche Verbindungen, die einen positiven Effekt auf den Cholesterinspiegel haben. Einen Haken gibt es: In Schokolade ist viel Zucker und ungesundes Fett enthalten, weshalb man sie nicht in rauen Mengen essen sollte. Rohkakao ist eine gesunde Alternative. © Oliver Berg/dpa
Omega-3-Fettsäuren sollen gutes Cholesterin erhöhen, Entzündungen im Körper hemmen und das Risiko für Herzerkrankungen senken. Vor allem in Seefisch wie Forelle, Makrele, Lachs und Sardine ist viel enthalten. Gute Omega-3-Lieferanten sind außerdem Samen wie Chia und Sesam.
Omega-3-Fettsäuren sollen gutes Cholesterin erhöhen, Entzündungen im Körper hemmen und das Risiko für Herzerkrankungen senken. Vor allem in Seefisch wie Forelle, Makrele, Lachs und Sardine ist viel enthalten. Gute Omega-3-Lieferanten sind außerdem Samen wie etwa Chia und Sesam. © Daniel Bockwoldt/dpa
Wer häufig Ballaststoffe isst, reduziert das Risiko Herz-Kreislaufkrankheiten zu bekommen. Vor allem Hülsenfrüchte wie Linsen und Bohnen liefern viele Ballaststoffe, aber auch Vollkornprodukte, Getreide wie Amaranth und Dinkel, Obst und Gemüse.
Wer häufig Ballaststoffe isst, reduziert das Risiko Herz-Kreislaufkrankheiten zu bekommen. Vor allem Hülsenfrüchte wie Linsen und Bohnen liefern viele Ballaststoffe, aber auch Vollkornprodukte, Getreide wie Amaranth und Dinkel, Obst und Gemüse. © Andreas Gebert/dpa
Heidelbeeren liefern viele Antioxidantien, die die Zellen und so auch die Blutgefäße schützen. Deshalb wird ihnen eine herzgesunde Wirkung zugesprochen. Auch andere Beeren haben diesen Effekt.
Heidelbeeren liefern viele Antioxidantien, die die Zellen und so auch die Blutgefäße schützen. Deshalb wird ihnen eine herzgesunde Wirkung zugesprochen. Auch andere Beeren haben diesen Effekt. © Mohssen Assanimoghaddam/dpa
Knoblauch wirkt als Blutdruck- und Cholesterinsenker und beugt so Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor.
Knoblauch wirkt als Blutdruck- und Cholesterinsenker und beugt so Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. © Sven Hoppe/dpa
Nüsse enthalten gesunde Fette und Ballaststoffe und machen sie deshalb zum perfekten Bestandteil herzgesunder Ernährung.
Nüsse enthalten gesunde Fette und Ballaststoffe und machen sie deshalb zum perfekten Bestandteil herzgesunder Ernährung. © Gregor Fischer/dpa

Allerdings verliert Schwarztee seine blutdrucksenkende Wirkung, wenn er mit Milch getrunken wird. Der Grund dafür: Inhaltsstoffe in der Milch hemmen die Aktivität von KCNQ5 und so auch die Erweiterung der Blutgefäße. Das Fazit der Studienleiter: Menschen mit Bluthochdruck sollten öfter Schwarztee trinken – ohne Milch.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.

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