Höhere Minijob-Grenze

Mindestlohn steigt 2026 – was sich bei Minijobs ändert und wer profitiert

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Ab 2026 erhöht sich der Mindestlohn – und mit ihm die Verdienstgrenzen bei Minijobs. Was sich für Beschäftigte und Arbeitgeber genau ändert.

Hamm – Ab Januar 2026 treten weitreichende Änderungen für geringfügige Beschäftigungen in Kraft. Grund ist die gestaffelte Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns, die nicht nur höhere Löhne bringt, sondern auch die Verdienstgrenze bei Minijobs anhebt.

Die unabhängige Mindestlohnkommission hat eine stufenweise Erhöhung beschlossen – mit Folgen, die sowohl Beschäftigte als auch Arbeitgeber betreffen, wie die Informationsplattform der Minijob-Zentrale berichtet.

Mindestlohn steigt: Das ändert sich für Minijobber ab 2026 (Symbolbild)

Neue Mindestlohn-Stufen ab 2026: Was geplant ist

Der gesetzliche Mindestlohn wurde 2015 eingeführt, um faire Löhne zu sichern und Niedrigverdienende vor Ausbeutung zu schützen. Aktuell liegt er bei 12,82 Euro pro Stunde. Zum 1. Januar 2026 wird der gesetzliche Mindestlohn auf 13,90 Euro pro Stunde angehoben, gefolgt von einer weiteren Erhöhung auf 14,60 Euro ab Anfang 2027. Diese Entscheidung basiert auf der Empfehlung der unabhängigen Mindestlohnkommission, die alle zwei Jahre unter Berücksichtigung wirtschaftlicher und sozialer Entwicklungen die Anpassung des Mindestlohns prüft und vorschlägt.

14 Jobs, die fast niemand machen will, obwohl sie gut bezahlt sind

Flugzeugenteiser als Job
Flugzeugenteiser: Flugzeugenteiser arbeiten in den Wintermonaten auf Flughäfen und sind dafür verantwortlich, Flugzeuge von Eis und Schnee zu befreien. Die Arbeit ist oft stressig und erfordert das Arbeiten unter extrem kalten Bedingungen. Das Gehalt ist jedoch attraktiv und liegt je nach Erfahrung zwischen 40.000 bis 70.000 Euro pro Jahr. © Imago
Gerümpel- und Entrümpelungsfachkraft
Gerümpel- und Entrümpelungsfachkraft: Diese Fachkräfte sind für die Räumung von Wohnungen, Häusern oder anderen Immobilien verantwortlich, oft nach Todesfällen, Zwangsräumungen oder wenn Menschen unter extremen Messie-Bedingungen gelebt haben. Die Arbeit kann emotional und physisch belastend sein, da sie oft in sehr unhygienischen Umgebungen durchgeführt wird. Das Gehalt kann zwischen 30.000 bis 55.000 Euro pro Jahr liegen. © Imago
Kanalarbeiter als Job
Kanalarbeiter: Kanalarbeiter sind für die Wartung und Reparatur von Abwassersystemen verantwortlich, oft in engen, dunklen und schmutzigen Umgebungen. Die Arbeit ist körperlich anstrengend und mit starkem Schmutz und unangenehmen Gerüchen verbunden. Dennoch können erfahrene Kanalarbeiter ein Gehalt von 35.000 bis 60.000 Euro pro Jahr erwarten. © Shotshop/Imago
Forensischer Entomologe
Forensischer Entomologe: Forensische Entomologen untersuchen Insekten und deren Entwicklungsstadien an Verbrechensorten, um Todeszeitpunkte und andere Details zu ermitteln. Die Arbeit kann extrem unangenehm sein, da sie oft den direkten Umgang mit verwesenden Körpern erfordert. Das Gehalt liegt in der Regel zwischen 50.000 bis 90.000 Euro pro Jahr.  © Imago
Weltkriegsmunition-Entschärfer
Weltkriegsmunition-Entschärfer: Diese Spezialisten sind für die Entschärfung von Blindgängern und alter Kriegsmunition zuständig, eine extrem gefährliche Arbeit, die höchste Konzentration und Sorgfalt erfordert. Das hohe Risiko wird jedoch durch eine sehr gute Bezahlung kompensiert. Je nach Einsatzort und Gefährlichkeit können die Verdienste zwischen 60.000 bis 120.000 Euro pro Jahr liegen.  © Imago
Schädlingsbekämpfer entfernt Hornissen-Nest
Schädlingsbekämpfer: Schädlingsbekämpfer beseitigen Insekten, Nagetiere und andere Schädlinge aus Gebäuden und öffentlichen Bereichen. Die Arbeit ist oft unangenehm, da sie in engen, schmutzigen und manchmal gefährlichen Umgebungen durchgeführt wird. Die Bezahlung ist jedoch gut und kann zwischen 30.000 bis 50.000 Euro pro Jahr betragen. © Imago
Schlachter als Job
Fleischzerleger/Schlachter: Fleischzerleger und Schlachter arbeiten in Schlachthöfen und verarbeiten Tierkörper, was physisch und emotional belastend sein kann. Die Arbeit erfordert Kraft und Geschicklichkeit, und viele Menschen empfinden den Umgang mit toten Tieren als unangenehm. Dennoch können die Verdienste zwischen 30.000 bis 55.000 Euro pro Jahr liegen. © Imago
Bergarbeiter im Kohlebergbau
Bergarbeiter im Kohlebergbau: Bergarbeiter arbeiten unter der Erde im Kohlebergbau, was körperlich extrem anstrengend und gefährlich ist. Die Arbeit erfordert oft lange Schichten in einer gefährlichen Umgebung. Das Gehalt ist hoch, insbesondere in Regionen mit aktiver Kohleförderung, und liegt zwischen 45.000 bis 80.000 Euro pro Jahr. © Imago
Taucher für Unterwasserarbeiten
Taucher für Unterwasserarbeiten: Diese Taucher führen Arbeiten wie Reparaturen und Inspektionen unter Wasser durch, oft in trüben oder gefährlichen Gewässern. Die körperliche Belastung und die potenziellen Gefahren machen diesen Beruf unattraktiv, aber die Bezahlung ist hoch, insbesondere bei riskanten Einsätzen. Das Gehalt kann zwischen 50.000 bis 100.000 Euro pro Jahr liegen. © Imago
Leichenbestatter als Job
Leichenbestatter: Leichenbestatter sind für die Vorbereitung und Durchführung von Bestattungen verantwortlich, was den ständigen Umgang mit dem Tod und trauernden Angehörigen bedeutet. Die Arbeit kann emotional belastend sein, bietet jedoch auch Stabilität und ein gutes Einkommen. Je nach Region und Erfahrung können Leichenbestatter 40.000 bis 65.000 Euro pro Jahr verdienen. © Imago
Klärwerkstechniker als Job
Klärwerkstechniker: Klärwerkstechniker überwachen und warten die Prozesse in Kläranlagen, wo sie ständig mit Abwasser und unangenehmen Gerüchen konfrontiert sind. Die Arbeit erfordert technisches Wissen und die Bereitschaft, in einer unattraktiven Umgebung zu arbeiten. Das Gehalt liegt im Bereich von 35.000 bis 60.000 Euro pro Jahr. © Imago
Feldmesser auf Offshore-Ölplattformen
Feldmesser auf Offshore-Ölplattformen: Diese Spezialisten führen technische Messarbeiten auf abgelegenen Ölplattformen durch, oft unter extremen Wetterbedingungen. Die Arbeit ist gefährlich und erfordert lange Abwesenheiten von zu Hause, was sie unattraktiv macht. Dafür wird ein hohes Gehalt gezahlt, das zwischen 70.000 bis 120.000 Euro pro Jahr liegen kann. © Marc Morrison/Imago
Rattenfänger oder Schädlingsbekämpfer als Job
Rattenfänger: Rattenfänger oder Schädlingsbekämpfer bekämpfen Ratten und andere Schädlinge in urbanen oder ländlichen Gebieten. Die Arbeit erfordert oft den Einsatz in schmutzigen, unhygienischen Umgebungen, was den Job für viele unattraktiv macht. Das Gehalt kann je nach Erfahrung und Erfolg bei 30.000 bis 50.000 Euro pro Jahr liegen. © Christian Brenneke/Imago
Tatortreiniger als Job
Tatortreiniger: Tatortreiniger sind für die Reinigung von Schauplätzen verantwortlich, an denen Gewaltverbrechen, Unfälle oder Todesfälle stattgefunden haben. Die Arbeit erfordert eine hohe emotionale Belastbarkeit und eine gewisse Distanz zu unangenehmen Szenen. Die Bezahlung variiert je nach Erfahrung und Region, liegt aber oft zwischen 40.000 bis 70.000 Euro pro Jahr. © Imago

Die gestaffelte Anhebung betrifft nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) rund 6,6 Millionen Beschäftigungsverhältnisse. Besonders Frauen profitieren überdurchschnittlich: In etwa 20 Prozent ihrer Jobs steigt der Stundenlohn spürbar, während es bei Männern rund 14 Prozent sind. Arbeiten im Ruhestand kann eine finanzielle Entlastung sein – was Rentner mit Minijobs aber unbedingt beachten sollten. Doch kleinere Betriebe hingegen sehen den Mindestlohn-Anstieg kritisch.

Minijob-Grenzen steigen: Das sind die neuen Werte

Da die Minijob-Grenze direkt an den Mindestlohn gekoppelt ist, ändern sich auch die zulässigen Verdienstgrenzen. Die Minijob-Zentrale erklärt die Berechnung so: Mindestlohn mal 130 geteilt durch 3 = monatlicher Höchstverdienst, abgerundet auf den nächsten vollen Eurobetrag.

Das bedeutet konkret: Im Januar 2026 liegt die monatliche Verdienstgrenze bei 603 Euro, ein Jahr später steigt sie weiter auf 633 Euro. Diese Beträge entsprechen einer monatlichen Arbeitszeit von etwa 43 Stunden. Wird die zulässige Grenze überschritten, gilt das Beschäftigungsverhältnis jedoch nicht mehr als Minijob – mit spürbaren Konsequenzen. Während die Mindestlohnerhöhung Minijobs attraktiver macht, gibt es auch Herausforderungen, wie etwa Schwarzarbeit.

Vorsicht: Wer mehr verdient, rutscht in die Sozialversicherung – Midijob als Alternative

Wie das Portal Fuer-Gruender.de berichtet, werden dann Sozialversicherungsbeiträge fällig, die in Summe bei rund 30 Prozent liegen. Auch die Meldepflichten für Arbeitgeber steigen deutlich. Für Unternehmen können Minijobs dadurch teuer werden: Die tatsächlichen Stundenkosten liegen dann schnell bei etwa 18 Euro, ohne dass klassische Vorteile wie Mitarbeiterbindung oder bezahlter Urlaub hinzukommen.

Wer regelmäßig mehr als 43 Stunden im Monat arbeitet oder häufig Minijobberinnen und Minijobber wechselt, sollte daher Alternativen prüfen, heißt es weiter. Ein Midijob oder eine sozialversicherungspflichtige Anstellung könne langfristig, wirtschaftlich und organisatorisch vorteilhafter sein.

Laut dem Informationsportal krankenkassen-direkt.de steigt die Obergrenze für Midijobs ab 2026 auf 2000 Euro brutto monatlich. Für viele Arbeitgeber ist das ein attraktives Modell, da Midijobber sozialversichert sind und gleichzeitig weniger kosten als reguläre Teilzeitkräfte. Trotz Minijob-Grenze, darf unter bestimmten Umständen auch mehr verdient werden. (vw)

Rubriklistenbild: © Fotostand/ K. Schmitt/ Imago

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