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Öko-Test setzt Spaghetti auf den Prüfstand. Vor allem Bio-Produkte enttäuschen. Mineralöl, Pestizide und Schimmelpilze konnten nachgewiesen werden.
Kassel – Spaghetti sind beliebt und es gibt sie in den verschiedensten Ausführungen. Dabei ist vor allem bei älteren Nudeln Vorsicht geboten, denn das „Fried Rice“ Syndrom kann gesundheitsgefährdend sein. Die vielseitigen Nudeln wurden kürzlich von Öko-Test unter die Lupe genommen, wobei 37 traditionelle Spaghetti-Varianten aus Hartweizengrieß geprüft wurden. Die meisten Produkte schnitten zwar zufriedenstellend ab, einige enttäuschten jedoch auch - vor allem Bio-Produkte.
Öko-Test prüft Spaghetti: Das sind einige der Sieger
Es erzielten 25 der untersuchten Nudelprodukte, darunter ebenso Bio-Nudeln, die Spitzenbewertung „sehr gut“, wohingegen einige, vorrangig aus dem Bio-Bereich, enttäuschten.
- Aldi Nord/Aldi Süd, Gut Bio Spaghetti: „sehr gut“, 0,85 Euro je 500 Gramm
- Dm, Dm Bio-Spaghetti No 3: „sehr gut“, 0,85 Euro je 500 Gramm
- Barilla, Barilla Spaghetti No 5: „sehr gut“, 2,09 Euro je 500 Gramm
Besonders auffällig war jedoch, dass bei einigen der geprüften Spaghetti signifikante Mengen an Mineralölkomponenten nachgewiesen wurden, obwohl Teigwaren üblicherweise nur geringfügig damit belastet sind. Es handelt sich speziell um gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH), die in zwei Fällen als „stark erhöht“ und in sechs weiteren als „erhöht“ eingestuft wurden. Auffallend war dabei, dass besonders Bio-Produkte betroffen waren. MOSH sind Erdöl-Bestandteile. Sie können sich im menschlichen Fettgewebe sowie in Organen ansammeln, wobei die langfristigen Auswirkungen auf die Gesundheit noch nicht vollständig erforscht sind.
Glyphosat in Spaghetti: Auch Bio-Produkt enthält Pestizide
Des Weiteren wurden in acht getesteten Produkten Spuren eines Pestizids oder eines Wirkverstärkers entdeckt, darunter dreimal der Unkrautvernichter Glyphosat. Bemerkenswert ist hierbei, dass eines dieser Produkte, die K-Bio Spaghetti von Kaufland, als Bio-Produkt gekennzeichnet ist. Trotz der geringen Menge an Glyphosat, die nachgewiesen wurde, überschreitet der Wert den Orientierungswert für Pestizidrückstände in Bio-Produkten, der vom Bundesverband Naturkost und Naturwaren bestimmt wird, deutlich.
Die Bewertung des Glyphosat-Gehalts basiert auf Rohware, weshalb der Verarbeitungsfaktor für Weizenmehl als Maßstab herangezogen wurde. Dadurch erhöht sich der festgestellte Glyphosat-Wert in den Spaghetti noch weiter. „Ein solcher Gehalt deutet stark auf eine nicht zulässige Anwendung des Pestizids oder auf eine Vermischung mit konventioneller Ware hin“, erklärt Marc Wieland vom Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart gegenüber Öko-Test.
Die gesundheitlichen Auswirkungen von Glyphosat sind Gegenstand kontroverser Diskussionen: Während es von der Internationalen Agentur für Krebsforschung als wahrscheinlich krebserregend klassifiziert wird, sieht die Europäische Chemikalienagentur keinen krebserregenden Effekt von Glyphosat.
Öko-Test stellt Spaghetti auf den Prüfstand: Diese Nudeln sind die Verlierer im Test
- Netto, Bio Bio Spaghetti: „mangelhaft“, 0,85 Euro je 500 Gramm
- Edeka, Edeka Bio Spaghetti: „mangelhaft“, 0,85 Euro je 500 Gramm
Zusätzlich kam es bei einem Bio-Produkt zum Nachweis von Schimmelpilztoxinen. Konkret wurden in den Riesa Bio Spaghetti erhöhte Mengen an HT2-Toxinen festgestellt. Öko-Test zufolge haben diese Toxine zellschädigende Wirkungen und können das Immunsystem beeinträchtigen.
Öko-Test stellt immer wieder verschiedenste Produktgruppen unter den Prüfstand. So testete die Organisation Zahnpasta, wobei 19 Produkte durchfielen. Auch Linsen wurden getestet. Diese Produkte konnten mit „sehr gut“ abschneiden.
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