Camper aufgepasst: Neue Pflicht für Wohnmobil und Caravan beschlossen
VonSebastian Oppenheimer
schließen
Campingfahrzeuge mit Flüssiggasanlage sollen sicherer werden: Sie müssen künftig regelmäßig von Sachverständigen überprüft werden – sonst drohen Bußgelder.
Am Campingurlaub scheiden sich die Geister. Während manche keinesfalls auf eine Ferienwohnung oder ein Hotelzimmer verzichten möchten, gibt es für andere nichts Schöneres als mit Wohnmobil oder Caravan loszuziehen. Jetzt müssen Besitzer von Wohnmobilen und Wohnwagen allerdings eine neue Pflicht beachten: Wer eine Flüssiggasanlage an Bord hat, muss diese nun regelmäßig von einem Fachmann überprüfen lassen – der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) wurde ein entsprechender Paragraf hinzugefügt. Diese Maßnahme soll die Sicherheit beim Campen erhöhen und helfen, Unfälle durch defekte Gasanlagen zu vermeiden.
Gasprüfung an Campingfahrzeugen: Was sie kostet und wie lange sie dauert
Typische Geräte, die Flüssiggas nutzen, sind Kühlschränke, Herde und Heizungen. Bis zum 19. Juni 2025 haben Besitzer von Campingfahrzeugen noch Zeit, die Gasprüfung durchführen zu lassen. Ab dem Prüftermin ist dann alle zwei Jahre eine erneute Prüfung erforderlich. Die Gasprüfung muss unabhängig von der Hauptuntersuchung (HU) durchgeführt werden. Die Kosten liegen laut ADAC in der Regel zwischen 40 und 80 Euro. Der Zeitaufwand liegt demnach bei etwa 20 bis 45 Minuten.
Prüffrist für Flüssiggasanlagen überzogen: Diese Bußgelder drohen
Wer der neuen Prüfpflicht nicht nachkommt, muss mit Bußgeldern rechnen. Bei einer Überziehung der Prüffrist um 2 bis 4 Monate drohen 15 Euro Strafe, bei 4 bis 8 Monaten sind es 25 Euro und bei mehr als 8 Monaten sogar 60 Euro.
Bislang war laut TÜV Nord eine regelmäßige Gasprüfung für Wohnwagen nicht vorgeschrieben – sie wurde lediglich aus Sicherheitsgründen empfohlen. Bei Wohnmobilen hingegen war sie verpflichtender Bestandteil der Hauptuntersuchung.
Autobahnen der Extreme: In Deutschland ist keine Strecke länger als die A7 – eine andere hört einfach auf
Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.
Wer bietet die Gasprüfung für Campingfahrzeuge an?
Für die Suche nach einem anerkannten Prüfer können Websites wie die des Deutschen Verbands Flüssiggas oder des Zentralverbands Karosserie- und Fahrzeugtechnik hilfreich sein – auch viele ADAC-Prüfzentren bieten den Service an. Mithilfe einer entsprechenden Checkliste sollten sich Besitzer von Campingfahrzeugen auf die Gasprüfung vorbereiten. Unter anderem ist laut TÜV Nord darauf zu achten, dass die Gasflasche angeschlossen und gefüllt ist und alle ans System angeschlossenen Geräte auch funktionieren. Zur Prüfung sollte man zudem die Prüfbescheinigung zur wiederkehrenden Prüfung (gelbes Prüfbuch) mitbringen. Außerdem sollte man bei einer Neuinstallation die Zertifikate aller neuen Gasgeräte dabei haben, um sie ins Prüfbuch eintragen zu lassen.