Katzen sind verschieden und sicherlich gibt es Ausnahmen: In der Regel halten Stubentiger aber wenig davon, am Bauch gestreichelt zu werden. Daran liegt’s.
Eine Katze zu streicheln, kann eine schöne und entspannende Erfahrung sein, ist aber nicht immer ganz ungefährlich. Wenn der Stubentiger mal nicht will, hat man schneller eine Kralle in der Haut als man gucken kann. Außerdem gibt es bestimmte Körperstellen, an denen die Samtpfoten besonders empfindlich sind. Dazu gehört auch der Bauch. Wenn eine Katze sich dort streicheln lässt, muss sie schon in sehr guter Stimmung sein.
Katze am Bauch streicheln: Warum es für die Tiere die empfindlichste Stelle ist
Katzen sind ebenso wie Menschen verschieden. Was dem einen Tier gefällt, kann das andere wahnsinnig machen. Manche schnurren, wenn sie zum Beispiel eine Pfötchen-Massage bekommen, andere Fauchen und Fliehen. Ähnlich wie beim Menschen: Manche genießen, andere fühlen sich gekitzelt.
Auch der Bauch ist eine sensible Stelle bei Katzen, die sie nicht einfach so als Streichelfläche hergeben. Der Grund liegt in den natürlichen Überlebensinstinkten der Tiere, die im Bauchraum empfindliche Organe haben, die sie vor Fremden, Feinden und auch generell eher schützen wollen. Außerdem haben Katzen laut Nationalgeographic.de im Bereich des Bauches und des Schwanzes sehr empfindliche Haarfollikel, mit denen sie Berührungen an diesen Stellen auf extreme Weise wahrnehmen. Manche Tiere können das mögen, vielen ist eine Berührung am Bauch deshalb aber auch unangenehm.
Laut Lena Provoost, Tierverhaltensforscherin an der School of Veterinary Medicine der University of Pennsylvania, ziehen Katzen es vor, am Kopf und an den Wangen gestreichelt zu werden, wo sich auch ihre Duftdrüsen befinden.
Katze zeigt den Bauch: Was kann das für Herrchen oder Frauchen bedeuten
Dass Katzen selten am Bauch gestreichelt werden mögen, ist bei den meisten Katzenbesitzern als Information vorhanden. Umso verwirrender ist es dann, wenn sich der Vierbeiner auf den Rücken legt, die Pfoten von sich streckt und sein flauschiges Bäuchlein einladend präsentiert. Was nun? Streicheln oder lieber einen Bogen drum machen?
Da unter der Haut am Bauch die wichtigen Organe der Tiere liegen, ist es ein großer Vertrauensbeweis, wenn Katzen ihren Bauch Herrchen oder Frauchen präsentieren. Das bedeutet, dass das Tier sich bei seinem Besitzer wohlfühlt und eine tiefe Sicherheit spürt. Wenn die Katze keine Angst haben muss, vom menschlichen Gegenüber verletzt oder angegriffen zu werden, legt sie sich gern auch mal entspannt auf den Rücken. Außerdem zeigen Katzen manchmal ihren Bauch, wenn sie sich unterwerfen wollen.
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In einer solchen Situation können Katzenbesitzer vorsichtig ausprobieren, ob sie ihre Katze am Bauch streicheln können. Ob der Stubentiger das mag oder nicht, wird er ziemlich schnell klarmachen. Reagiert die Katze unruhig oder mit Beißen und Kratzen, sollte man schnell wieder davon ablassen. Fängt das Tier aber an zu schnurren und scheint auch sonst entspannt, scheint es die Streicheleinheiten zu genießen.
Achtung: Es kommt auch immer auf die Tagesform an. Nur weil die Katze sich das Streicheln einmal gefallen lässt, heißt das nicht, dass sie damit jedes Mal einverstanden sein wird. Also immer lieber vorsichtig antesten.
Andere Gründe dafür, dass Katzen den Bauch zeigen: So sollten Besitzer auf ihre Stubentiger reagieren
Nicht nur Vertrauen oder Wohlsein sind Gründe, warum sich Katzen auf den Rücken drehen. Auch Unwohlsein spielt dabei manchmal eine Rolle. Ist dem Tier etwa zu heiß, zeigt es den Bauch nach oben, um sich abzukühlen.
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Auch wenn Katzen krank sind und etwa Kopf-, Bauch- oder Rückenschmerzen haben, zeigen sie ihren Bauch. Dann sollten Besitzer genauestens darauf achten, ob noch andere Symptome auf eine Krankheit hindeuten, wie etwa Appetitlosigkeit, ein krummer Gang oder unregelmäßiger Kot.
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