Rätselhaftes Katzenverhalten

Warum suchen Katzen die Nähe zu Menschen, die eigentlich keine Stubentiger mögen?

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Sie schnurren ihnen um die Beine und wollen von ihnen gestreichelt werden. Als hätten Katzen Antennen für Menschen, die Katzen gar nicht mögen. Was hinter dem seltsamen Verhalten steckt.

Die Spannung ist groß, wenn Freunde oder Bekannte, die eigentlich keine Katzen mögen oder sogar Angst vor ihnen haben, Katzenhalter besuchen. Meist folgt die große Überraschung wortwörtlich auf dem Fuße: Die Katze marschiert schnurstracks auf die betreffende Person zu, streicht ihr um die Beine und umwirbt sie ausgiebig. Für die Katzenbesitzer stellt sich dann oft die Frage: Wie kann es sein, dass meine Katze ausgerechnet den Kontakt zu einer Person sucht, die nicht gerade für ihre Liebe zu Katzen bekannt ist?

Warum fühlen sich Katzen ausgerechnet zu Menschen hingezogen, die sie nicht mögen?

Um diese Frage zu beantworten, sollte einmal verdeutlicht werden, was genau es eigentlich ist, das Katzen an Menschen mögen. Die Samtpfoten lieben es, ihre Ruhe zu haben und nur dann unterhalten zu werden, wenn sie es ausdrücklich wünschen. Am liebsten entscheiden sie selbst, mit wem sie wann kuscheln oder spielen. Die Samtpfoten schätzen es demnach sehr, wenn Menschen entspannt und ruhig mit ihnen umgehen.

Die Signale von Katzenliebhabern können auf Katzen irritierend wirken und sie in die Flucht schlagen. Wer die Stubentiger meidet, macht schon das meiste richtig. (Symbolbild)

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Und genau an diesem Punkt unterscheidet sich das Verhalten von Katzenliebhabern und Menschen, die Katzen nicht mögen. Letztere verhalten sich völlig unbeabsichtigt richtig, während Erstere die Stubentiger unbedingt streicheln oder bespaßen möchten – ein Verhalten, das die Katze eher irritiert. Menschen, die Katzen für gewöhnlich meiden, lassen die Tiere in Ruhe und fixieren sie nicht mit Blicken (Katzen empfinden angestarrt werden als Bedrohung). Dieses Verhalten schätzen die Samtpfoten und suchen den Kontakt zu der Person, die sie ignoriert – und ihr damit ausreichend Freiraum lässt. Ihr Interesse zeigen sie dann beispielsweise durch Schnurren oder Anschmiegen. Für Personen mit einer Katzenallergie wird es dann allerdings problematisch.

Paradox: Signale von Katzenliebhabern irritieren die Tiere meist

Eine weitere Theorie liefert der Biologe Dennis C. Turner, der mitunter die Beziehung des Menschen zur Hauskatze erforscht. Im Gespräch mit dem Stern verrät er, weshalb Katzen solche Menschen, die keine Signale der Zuneigung senden, anziehend finden: „Die Katze muss feststellen – was ist mit dieser Person?“, erklärt Turner. „Deshalb forciert sie den Kontakt.“

Zehn No-Gos von Katzen: auf dem Arm getragen werden, laute Geräusche & Co.

Eine schlafende Katze.
Auch wenn sie dabei besonders niedlich und hübsch aussehen, hassen es Katzen, beim Schlafen gestört zu werden. Sie benötigen täglich ausreichend Schlaf, um mit ihrer Energie zu haushalten sowie zur Kontrolle des Stoffwechsels. Genauso wenig schätzen die Stubentiger es im Übrigen, wenn man sie beim Fressen stört. © VWPics/Imago
Eine Katze – man sieht nur ihre Beine – sitzt vor zwei aufeinandergestapelten Mandarinen.
Katzen haben ein feines Näschen und können manche beißenden oder stechenden Gerüche nicht ausstehen. Dazu gehören ätherische Öle, der Geruch bestimmter Lebensmittel oder manche Küchendüfte. Zitrusaromen, Kaffeesatz, Bananenschalen, Zwiebeln, Knoblauch und Essig schlagen manche Katzen direkt in die Flucht. Auch einige Zimmerpflanzen, Blumen oder die ätherischen Düfte von Tannennadeln empfinden Katzen als extrem unangenehm. Der Vorteil: Die meisten der verhassten Pflanzen könnten bei Verzehr giftig sein. Menschengemachte Gerüche wie Haushaltsreiniger und Parfums sind für Katzen überwiegend zu stark und werden daher als störend empfunden. © Pond5 Images/Imago
Ein Babykätzchen versteckt sich.
Neben ihrem feinen Näschen besitzen Katzen auch ein extrem empfindliches Gehör. Damit reagieren sie auf Veränderungen in ihrer Umgebung. Wird es um sie herum plötzlich laut, können sie nicht zuordnen, weshalb das passiert. Aus diesem Grund ertragen sie keine lauten Geräusche – sogar Streit kann für sie zur Belastung werden. © Panthermedia/Imago
Eine Katze kuschelt sich an eine Frau, die gerade Yoga macht.
Streicheln, kuscheln, anfassen – für Katzen ist das nicht immer ein Genuss. Erfahrene Katzenbesitzer wissen, dass die Stubentiger hin und wieder empfindlich auf Berührungen reagieren können. Lassen Sie die Mieze ihre eigenen Regeln machen und warten Sie am besten darauf, dass sie zu Ihnen kommt. Streicht sie um Ihre Beine oder stupst Sie mit dem Näschen an, möchte sie gestreichelt werden. © Zoonar/Imago
Eine Katze sitzt vor einer geschlossenen Holztüre.
Katzen mögen keine Frustration. Dazu gehören nicht nur verschlossene Türen, sondern auch Spiele, bei denen sie nicht gewinnen können. Bleibt die Belohnung aus oder wird der Jagdtrieb nicht befriedigt, ist es mit der guten Laune vorbei. Verschlossene Türen hingegen widersprechen der neugierigen Natur von Katzen. Hören sie dann auch noch Geräusche dahinter, wie beispielsweise von ihren Besitzern, kann der Katzenjammer schnell groß werden. © Danita Delimont/Imago
Ein Katzenbaby und ein Entenbaby beschnuppern sich.
Die meisten Katzenbesitzer meinen es gut, wenn sie ihren Tieren tief in die Augen blicken. Was sie dabei nicht wissen, ist, dass Katzen das Angestarrt werden als Bedrohung wahrnehmen. Aus Sicht einer Katze ist es höflich, sie nur kurz anzuschauen. Geheimtipp: Möchten Sie Ihrem Liebling sagen, dass Sie ihn lieben, blinzeln Sie ihn langsam, aber kurz an. © Image Source/Imago
Zwei schwarze Katzen beäugen einen Saugroboter misstrauisch.
Katzen können Staubsauger nicht ausstehen. Sie empfinden ihn nicht nur als zu laut, sondern auch als unberechenbar. Kein Wunder: Er bewegt sich durch das ganze Haus und damit, ohne zu fragen, durch ihr Revier. Er reinigt ihre Lieblingsplätze, aus ihrer Sicht, ohne Grund. Nur wirklich gelassene Artgenossen ertragen den saugenden Mitbewohner. © Westend61/Imago
Eine Katze sitzt mit großen Augen auf einem Menschenarm.
Eine Sache, die fast alle Katzenbesitzer tun, die jedoch für die meisten Katzen ein Graus ist: Die geliebten Haustiere hochheben und sie auf dem Arm tragen. Die gelassenen Exemplare lassen die Tortur über sich ergehen, viele wehren sich jedoch vehement dagegen. Der Grund ist eigentlich offensichtlich. Oftmals werden Katzen in dieser Position dazu gezwungen, ihren empfindlichen Bauch zu präsentieren. Sie sind dann verletzlich und empfinden das Getragen werden als unangenehm. © blickwinkel/Imago
Einer Katze wird ein Duschkopf über ihren Kopf gehalten.
Es stimmt, dass viele Katzen wasserscheu sind. Baden ist für diese Tiere aber nicht nur eine reine Qual, sondern in den meisten Fällen auch unnötig. Genauso verhält es sich, wenn ein verärgerter Nachbar den Wasserschlauch auf die Stubentiger hält. Allerdings ist es möglich, junge Kätzchen frühzeitig an Wasser zu gewöhnen. Ob Baden dann notwendig ist, sollten sich Katzenhalter dennoch gut überlegen, denn für gewöhnlich halten sich die Tiere selbst am besten sauber. In Ausnahmefällen wie Verletzungen oder Alterserscheinungen kann ein Bad jedoch eine sinnvolle Ausnahme darstellen. © YAY Images/Imago
Eine Katze leckt ihre Pfoten mit der Zunge.
Katzen sind sehr reinlich und mögen es auch in ihrer Umgebung am liebsten sauber und gepflegt. Altes Futter oder ein schmutziges Katzenklo können die Samtpfoten daher gar nicht leiden. Taucht in der Katzentoilette also ein Häufchen auf, entfernen Sie es besser und stellen damit sicher, dass Ihre Katze auch beim nächsten Bedürfnis ihr Klo und keinen anderen Ort in der Wohnung wählt. © YAY Images/Imago

Eine Studie, die in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht wurde, hat laut Deine Tierwelt ergeben, „dass selbsternannte ‚Katzenmenschen‘ eher dazu neigen, die ‚roten Zonen‘ des Tieres zu berühren“. Sogar Menschen, die bereits mehrere Jahre mit den Samtpfoten zusammenleben, würden ihren Haustieren nicht ausreichend Unabhängigkeit gewähren.

Die Studienleiterin Lauren Finka, Expertin für Katzenverhalten an der Nottingham Trent University, habe gegenüber The Telegraph aus diesem Grund an die Tierheime appelliert: Manchmal könnten gerade Interessenten mit keiner oder nur wenig Erfahrung im Umgang mit Katzen „fantastische Katzenbetreuer sein“.

Rubriklistenbild: © Zoonar/Imago

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