Supermarkt-Auswertung zeigt: 2023 gab es so viele Mogelpackungen wie noch nie
VonCefina Gomez
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Supermarkt-Produkte, die im wahrsten Sinne des Wortes eine Luftnummer sind, haben im vergangenen Jahr extrem zugenommen. Verbraucher sollten dieses Jahr besser zweimal hinsehen.
Kassel – Alles wird teurer und die Lebensmittel-Konzerne werden immer dreister? Neben den horrenden Preissteigerungen haben einige Hersteller die Gelegenheit genutzt, um die Kunden mit Ticks hinters Licht zu führen.
Versteckte Änderungen der Füllmengen, um einen noch höheren Preis zu verlangen, war 2023 wohl die Lieblingsmethode, um mehr Profit herauszuschlagen. Die sogenannte „Schrumpflation“ hat bereits dazu geführt, dass 65 Produkte weniger Inhalt zu demselben oder einem höheren Preis haben.
Das Jahr 2023 bricht den Rekord für verstecke Preissteigerung
„Fake it, til you make it“, dachten sich vergangenes Jahr wohl so einige Hersteller als sie heimlich an der Füllmenge geschraubt haben. Letztes Jahr kamen nämlich so viele Mogelverpackungen auf den Markt, wie noch nie. Laut Verbraucherzentrale wurden Ende vergangenes Jahr 104 Supermarkt-Produkte für die Mogelpackungsliste des Jahres nominiert.
Im Jahr 2022 waren es lediglich 76 und im Jahr 2021 nur 47 - die Zahl der Mogelpackungen hat sich in den vergangenen zwei Jahren demnach mehr als verdoppelt. Erst kürzlich hat ein Kunde eine Entdeckung gemacht, die im Netz für Irritation gesorgt hat.
Welches Produkt ist die Mogelverpackung des Jahres 2023?
Seit Jahren führt die Verbraucherzentrale die Liste der Mogelpackungen auf Basis von Verbraucherbeschwerden. Verbraucher haben noch bis zum 22. Januar die Möglichkeit, ein Produkt aus fünf verschiedenen Kandidaten für die Mogelpackung des Jahres 2023 zu küren. Nominiert sind folgende Produkte:
Tuc Bake Rolls Meersalz von Mondelez mit 127 Prozent Preissteigerung
Chocolat Amandes Vollmilch von Aldi mit 30 Prozent Preissteigerung
Listerine Total Care von Johnson & Johnson mit 34 Prozent Preissteigerung
Oreo Stieleis von Froneri mit 63 Prozent Preissteigerung
Die fünf nominierten Kandidaten haben ihrer Nominierung durch die reduzierte Füllmenge und teilweise zusätzliche Preiserhöhung alle Ehre gemacht. Die Liste ergibt sich aus zahlreichen Hinweisen und Beschwerden von Verbrauchern aus den vergangenen zwölf Monaten. Letztes Jahr wurde die beliebte Margarine Rama zur Mogelpackung des Jahres gewählt.
Verbraucherzentrale fordert gesetzliche Regelungen, um Mogelpackungen zu begrenzen
Obwohl das Problem mit den Tricks der Lebensmittelbranche schon lange bekannt ist, bemängelt die Verbraucherzentrale, dass der Gesetzgeber lediglich leere Versprechungen macht. Die einzige Hoffnung liegt demnach im Eckpunktepapier des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV), wonach „bei verringertem Inhalt auch die Verpackung eines Produkts schrumpfen soll.“
Das wäre zumindest ein erster Schritt in die richtige Richtung. Allerdings fordert die Verbraucherzentrale, die Verpackungen grundsätzlich bis zum Rand zu füllen. „Derzeit sind in der Regel bis zu 30 Prozent Luft in der Packung erlaubt, in manchen Fällen sogar mehr“, so die Verbraucherzentrale.
Haribo, Funny Frisch, Leerdammer: Höherer Preis, weniger Inhalt – Die größten Mogelpackungen
Immer wieder landet die Lebensmittelbranche in den Schlagzeilen. An den zehn größten Lebensmittelskandalen wird sichtbar, wie skrupellos teilweise manche Konzerne und Händler mit den Produkten für den Endverbraucher umgehen. (cg)