Aufkleber richtig lesen

TÜV-Plakette entschlüsseln: Wann Ihr Auto wieder zur Hauptuntersuchung muss

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Sechs Farben, zwölf Monate und ziemliche viele Missverständnisse bei Autofahrern: Wir erklären, wie Sie aus der „TÜV-Plakette“ den HU-Termin herauslesen.

München – Schlüssel verlegt, Handy-Ladekabel vergessen, den Namen des Nachbarn schon wieder nicht parat – unser Alltag ist voller kleiner Gedächtnislücken. Beim Termin für die Hauptuntersuchung (HU) – landläufig meist noch immer als „TÜV-Termin“ bezeichnet – kann Vergesslichkeit allerdings ins Geld gehen. Zum Glück hat Ihr Auto eine Art eingebauten Erinnerungsservice: die farbige Plakette am hinteren Kennzeichen.

Die HU-Plakette ist eine Art Termin-Erinnerung für die nächste Hauptuntersuchung. In diesem Fall muss das Fahrzeug im Mai 2026 wieder zum „TÜV“.

Grundsätzlich gilt: Neuwagen müssen erst nach drei Jahren zur ersten Hauptuntersuchung, danach steht alle zwei Jahre der TÜV-Termin an. Und dieser lässt sich ganz einfach auf der Plakette ablesen.

Farbe der HU-Plakette: Sie wechselt jedes Jahr

Der auffälligste Hinweis kommt von der Farbe. Haben Sie eine orangefarbene Plakette am Auto? Dann müssen Sie noch 2025 zur HU. Die Farben wechseln in einem festen Rhythmus: Orange, Blau, Gelb, Braun, Rosa, Grün – und dann geht es wieder von vorne los. Die verschiedenen Farben dienen nicht zur Verschönerung der Optik: Durch sie kann die Polizei aus der Ferne ganz leicht erkennen, welche Autos „dran“ sind:

  • Orange: 2025
  • Blau: 2026
  • Gelb: 2027
  • Braun: 2028
  • Rosa: 2029
  • Grün: 2030

So liest man den HU-Monat aus der Plakette am Kennzeichen heraus

In der Mitte der Plakette steht das Jahr, in dem das Fahrzeug zur HU muss, als zweistellige Zahl – „25“ für 2025. Darum herum befinden sich die Monate: Vergleicht man dies mit einer Uhr, so sind sie auf dem Aufkleber gegenläufig angeordnet. Missverständnisse kommen immer wieder beim Monat auf, in dem das Auto vorgeführt werden muss. Es handelt sich nicht um den Monat auf dem Aufkleber, der von den dicken Balken flankiert ist – denn das ist immer die 12, also Dezember. Der „TÜV“-Monat wird von der Zahl angegeben, die am oberen Rand in der Mitte steht – also auf der „12-Uhr-Position“. 

Was bedeutet das nun anhand eines konkreten Beispiels? Hat Ihr Auto eine blaue Plakette und oben steht die Zahl 3, dann müssen Sie im März 2026 mit ihrem Fahrzeug zur Hauptuntersuchung – einige Punkte sollten Sie im Vorfeld auch schon selbst überprüfen..

Kaum zu sehen: Diese 10 Automarken sind echte Exoten in Deutschland

Lucid Air auf Kies
Platz 10 – Lucid (USA): Schick sieht er ja schon aus der Air. Und mit rund 800 Kilometern Reichweite ist das Elektroauto auch absolut langstreckentauglich. In Deutschland ist das Luxusmobil aber noch ein absoluter Geheimtipp © Lucid Motors
Luicid Air
Grade einmal 392 Neuzulassungen gab es 2024 in Deutschland. Das dürfte auch an dem Preis liegen. Der Lucid Air kostet in der Basisversion Pure bereits stolze 85.000 Euro. Wer den Luxus-Strom voll ausgestattet haben will, muss für den Air Sapphire sogar 250.000 Euro auf den Tisch legen. © Lucid Motors
Lotus Emeya
Platz 9 – Lotus (China): Hier trifft Tradition auf Moderne. Oder britisches Understatement auf chinesische Technologie. Denn wie MG gehört auch diese britische Ikone längst zu einem chinesischen Konzern. © Lotus Cars
Lotus Eltere
Doch anders als MG tut sich Lotus auf dem deutschen Markt noch schwer. Lediglich 365 Autos wurden 2024 verkauft. Das dürfte auch dem Wandel zur Elektromobilität geschuldet sein. © Lotus
Rolls-Royce Cullinan
Platz 8 – Rolls-Royce (Großbritannien): Wenn es um Luxusautos geht, führ kein Weg an Rolls-Royce vorbei. Die Briten stehen für Handarbeit, opulente Materialien und absolute Exklusivität. Ein echtes Statussymbol eben. © Rolls-Royce
Rolls-Royce Cullinan
Das hat natürlich seinen Preis und den können nur wenige zahlen. Wer Rolls-Royce fährt, gehört zu einem sehr exklusiven Kreis. Das zeigt sich auch bei den Neuzulassungen: Grade einmal 360 Fahrzeuge gingen 2024 an die gutbetuchte Kundschaft. © Rolls-Royce
Leapmotor T03
Platz 7 -Leapmotor (China): Ein weiterer Geheimtipp, der sich aber vermutlich nicht mehr lange auf dieser Liste finden dürfte. Denn Leapmotor gehört zum Stellantis-Konzern und greift mit dem günstigen T03 in Europa an. © Leapmotor
Leapmotor C10
Bisher sind die Zulassungszahlen aber noch sehr übersichtlich. 2024 wurde grade einmal 178 Autos bestellt. © Leapmotor
Cadillac Lyriq
Platz 5 – Cadillac (USA): Normal sind es die USA eher gewohnt, die Welt anzuführen. Oder wie Donald Trump sagen würde: America first! Im Falle von Cadillac klappt das jedoch nicht so wirklich gut. © Weigl/Cadillac
Cadillac Lyriq
2024 setzten die Amerikaner lediglich 175 Einheiten des Elektroautos Lyriq ab. Der E-SUV ist derzeit das einzige Modell das Cadillac hierzulande anbietet. © Simon Rainer/Cadillac
VinFast VF 6
Platz 5 – Vinfast (Vietnam): Geteiltes Leid ist bekanntlich halbes Leid. Das gilt auch für das Ranking der seltensten Automarken. Und so teilen sich Vinfast und Cadillac den fünften Rang. © Pond5 Images/Imago
Vinfast VF8
Denn auch Vinfast setzte im Jahr 2024 lediglich 175 Elektroautos in Deutschland ab. Das erste Auto wurde im Mai 2024 übergeben und das, obwohl man eigentlich schon 2022 auf den hiesigen Markt expandieren wollte. © Pond5 Images/Imago
Fisker Ocean
Platz 4 – Fisker (USA): Ein saubere Zukunft für alle. Das versprach Fisker. Möglich machen sollten das nachhaltige Materialien. Doch da Projekt scheiterte krachend. © Pond5 Images/Imago
Fisker Ocean
Statt sauberen Meeren gab es finanzielle Probleme. Die 134 Autos, die in Deutschland verkauft wurden, waren da nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Im Sommer 2024 meldete Fisker schließlich Insolvenz an. © Pond5 Images/Imago
Maxus EUNIQ 6
Platz 3 - Maxus (China): Die Strategie mit der Maxus nach Europa kam, unterscheidet sich von den zahlreichen anderen Marken aus Fernost. Neben Elektroautos hat Maxus auch Transporter im Angebot. © Maxus
Maxus e-Delivery
Trotzdem spielt die Marke in Deutschland keine wirkliche Rolle. Lediglich 70 Fahrzeuge wurden 2024 neuzugelassen. © Maxus
Lynk & Co. 02
Platz 2 – Lynk & Co. (China): Auch Lynk & Co. geht in Deutschland mit einem ungewöhnlichen Konzept an den Start. Die Autos gibt es lediglich im Abo, aber nicht zu kaufen. © Lynk & Co.
Lynk & Co. 01
Wirklich erfolgreich ist das Konzept in Deutschland aber nicht. Grade einmal 68 Abos wurde 2024 abgeschlossen. © Lynk & Co.
Zwei Autos von Aiways
Platz 1 – Aiways (China): Noch seltener erblickt man in Deutschland nur die Autos von Aiways. Und das obwohl der Hersteller bereits seit 2020 in Deutschland aktiv ist. © Aiways
Aiways U6 SUV-Coupé
Wirklich erfolgreich war man seitdem jedoch nicht. 2024 lief für den chinesischen Hersteller aber besonders schlecht. Nur 27 Autos wurden verkauft – das sind nicht einmal zwei pro Monat.  © Aiways

„TÜV“ überziehen: Diese Bußgelder drohen

Die HU muss im auf der Plakette angegebenen Monat durchgeführt werden. Ein Verwarnungsgeld für das „TÜV-Überziehen“ wird erst nach zwei Monaten fällig und beträgt 15 Euro. Bei einer Überschreitung von vier bis acht Monaten entstehen Kosten von 25 Euro. Ab acht Monaten müssen Autofahrer 60 Euro Bußgeld zahlen und erhalten einen Punkt in Flensburg. Eine Rückdatierung, wie es sie früher einmal gab, gibt es inzwischen nicht mehr. Auch wenn Sie den eigentlichen HU-Termin verpasst haben, so wird die nächste Hauptuntersuchung erst wieder volle zwei Jahre nach dem tatsächlichen Prüftermin fällig. (Quellen: ADAC, ACE, eigene Recherche) (sop)

Rubriklistenbild: © Rene Traut/Imago

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