Energie sparen

Heizung beim Lüften und in der Nacht ausstellen? Umweltbundesamt gibt Tipps

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    Anna Laura Müller
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In vielen Haushalten wurden die Heizungen bereits angeschaltet. Um Energie und Kosten zu sparen, gibt es einige wichtige Heiz-Regeln.

Frankfurt – Der Herbst hat Deutschland nun definitiv erreicht, was kühlere und weniger angenehme Temperaturen mit sich bringt. Infolgedessen wird in vielen Haushalten die Heizung nach der milden Jahreszeit erstmals wieder in Betrieb genommen. Aber wie war das nochmal? Ist es in Ordnung, zu lüften, während die Heizung läuft und kann man Geld sparen, indem man die Heizung nachts vollständig ausschaltet? Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) bietet Ratschläge, wie durch richtiges Lüften und Heizen die Raumluftqualität verbessert und Energie und somit Geld eingespart werden kann.

Beim Lüften sollte die Heizung ausgeschalten werden

Es ist möglich, bauliche Verbesserungen vorzunehmen, denn laut Bundesumweltamt tragen eine verbesserte Wärmeisolierung der Fassaden sowie dicht schließende Fenster und Türen zur Energieeinsparung bei. Auf diese Weise können kalte Außenwände vermieden werden, an denen sonst Luftfeuchtigkeit kondensieren könnte. Es ist jedoch nicht immer eine umfassende Sanierung erforderlich. Selbst kleine Maßnahmen können dazu beitragen, den Spalt zwischen Heizkörper und Wand besser zu isolieren. Der Nachteil einer guten Isolierung besteht allerdings darin, dass die Luft im Raum ebenso wenig entweichen kann. Daher ist es entscheidend, richtig zu lüften und zu heizen.

Kleine Tricks – große Wirkung: So sparst Du Strom mit Spaß

Ein Messgerät, das beim Warten der Heizung hilft auf rotem Hintergrund
Nicht nur das Entlüften, sondern auch das Warten der Heizungen kann Dir einiges an Energiekosten einsparen. Wusstest Du, dass Dein Vermieter dabei die Kosten tragen muss? – Vorausgesetzt im Mietvertrag ist nichts anderes vereinbart. © dpa-Klaus-Dietmar Gabbert/Montage HEADLINE24
Zimmerpflanze in einem blauen Blumentopf steht auf dem Waschbecken
Ein Spartipp, den Du so wahrscheinlich noch nicht gehört hast: Wer Zimmerpflanzen im Bad hat, spart Wasser! Diese können nämlich die Feuchtigkeit über ihre Blätter aufnehmen und müssen dadurch viel seltener gegossen werden. © Thomas Horst/Montage HEADLINE24
Auf der einen Bildhälfte Alufolie, auf der anderen ein Bügeleisen
Trick für Spar-Vollprofis: Bügeln auf Alufolie spart Dir nicht nur eine Menge Geld, sondern hilft auch, Deinen persönlichen CO2-Ausstoß drastisch zu senken. Einfach die Alufolie unter dem Bügelbrettbezug fixieren und losbügeln! © dpa-Roland Holschneider, Roland Weihrauch / HEADLINE24
Jemand lädt einen Koffer aus dem Kofferaum seines Autos
Spartipp für Dein Auto: Reduzierst Du das Gewicht, das Du täglich mit Dir herum fährst, senkst Du Deinen Spritverbrauch. Dabei ist es bereits hilfreich, wenn Du den Kasten mit den Wasserflaschen im Kofferraum, die längst vergessenen Gummistiefel auf der Rückbank und weiteren Krimskrams wegräumst, den Du gar nicht brauchst.  © dpa-Guido Kirchner/Montage HEADLINE24
Mehrere Fische in einem Aquarium, Spartipp Grafik
Energiekosten sparen mit Fischen? Ja – 100 Euro Strom sind drin! Wer nämlich ein Aquarium hat, verursacht mit der Beheizung des Wassers erhebliche Kosten. Vor allem, wenn tropische Fische darin umher schwimmen. Einheimische Tiere hingegen mögen es lieber kühler und benötigen keine dauerhafte Erwärmung. © dpa-Zsolt Czegledi/Montage HEADLINE24
links wird eine Spülmaschine beladen und rechts wäscht jemand von Hand ab
Eine Spülmaschine verbraucht tatsächlich viel weniger Wasser, als das Geschirrspülen von Hand. Natürlich ist es auch wichtig, das Geschirr niemals vorzuspülen, bevor man es in den Geschirrspüler stellt. Die Technik ist so weit, dass sie kleine Essensreste problem- und spurlos beseitigen kann. © freepik-Kuprevich,Roman_24/Montage HEADLINE24
Ein weißer Drucker druckt ein Dokument
Manch einer kommt auf die Idee, den Drucker an eine Zeitschaltuhr anzuschließen, um Strom zu sparen. Ein fataler Fehler! – Das beschädigt nämlich die Technologie im Drucker, die hin und wieder Mal ein Update (und dafür Strom) benötigt. Neuere Modelle sind ohnehin sehr sparsam. © freepik/Montage HEADLINE24
Hintere Felge eines blauen liefergelegten Wagens
Tieferlegen vs. Eco-Tuning – Dein Auto hat ein enorm großes Energiespar-Potenzial. Manche Werkstätten werben damit, dass sie mithilfe von aerodynamischen Manipulationen Dein Auto sparsamer machen können. Das stimmt so allerdings nicht ganz. © Thomas Horst/Montage HEADLINE24
Orangefarbene Blumen werden aus einer grünen Gießkanne gegossen
Spartipp für Deinen Garten: Bei jeder Jahreszeit kannst Du Regenwasser in einem Sammelbehälter auffangen, um Wasser zu sparen. Der pH-Wert sowie der extrem niedrige Kalkgehalt des Regenwassers tut den Pflanzen wohl und lässt sie so richtig aufblühen.  © dpa-Karl-Josef Hildenbrand/Montage HEADLINE24
Rechts ein Akkusauger, links Staubsauger
Ein Akku-Staubsauger erweckt schnell den Eindruck, als ob er stromsparender wäre, als ein herkömmliches Haushaltsgerät. Das ist ein großer Irrtum, sofern der Akku-Sauger dauerhaft an der Ladestation hängt. © freepik-Feelinglucky,Yanalya/Montage HEADLINE24
Weiße Tasse Kaffe
Spartipp für den Kaffee-Trinker aus Leidenschaft: Schalte die Kaffeemaschine ab! Hängt sie am Strom und ist dabei auch noch im Standby-Modus, kann das sehr viele unnötige Energiekosten verursachen! Bedenke auch, dass das Gerät mehr verbraucht, je älter es ist. Vor allem die Funktion, die den Kaffe warm hält ist gemeingefährlich. © freepik-Zirconicusso:Montage HEADLINE24
Durchgekreuztes Bügeleisen
Und so kannst Du ganz ohne Bügeleisen bügeln: Neben chemischen Mitteln, wie etwa Knitterspray, kannst Du Deine Wäsche auch ins Bad hängen, während Du duschst – der Wasserdampf erledigt dann die Arbeit für Dich. Alternativ kannst Du das Kleidungsstück, das nach dem Waschen wieder glatt werden muss, auch über dem dampfenden Wasserkocher platzieren. ©  freepik-Racool_Studio/Montage HEADLINE24
Jemand stellt eine Tasse in die Mikrowelle
Manche Speisen lassen sich hervorragend in der Mikrowelle zubereiten oder auftauen. Verglichen mit dem Backen im Ofen ist die Mikrowelle eine Stromsparende Lösung und kann Dir durch den geringen Verbrauch einiges an Stromkosten einsparen. © freepik/Montage HEADLINE24
Mehrere Toaster stehen nebeneinander, oben links „Spartipp“-Grafik
Spartipp für die Küche: Auch mit dem Toaster kann gespart werden. Dabei ist das Prinzip gleich, wie bei der Mikrowelle auch. Manche Speisen lassen sich eben viel besser und schneller mit dem kleinen Küchengerät zubereiten, als im Backofen. Vor allem die Frühstücksbrötchen sollten überhalb des Toasters anstatt im Ofen aufgebacken werden. © dpa-Henning Kaiser/Montage HEADLINE24
Ein Schaumbad wird eingelassen
Wasser- und Stromkosten sparen: Manchmal lohnt es sich auch, gewisse Dinge des Lebens bewusst zu machen. Wer ein entspannendes Schaumbad einer Dusche vorzieht, muss nicht zwingend aus Energiesparmaßnahmen darauf verzichten. Wer nämlich länger Duscht als 11 Minuten, kann sich auch gleich ein Bad einlassen. © freepik/Montage HEADLINE24
Eine Waschmaschine schleudert Wäsche
So kannst Du beim Schleudern Strom sparen: Natürlich sparst Du, wenn Du die Zahl der Umdrehungen an Deiner Waschmaschine reduzierst. Doch nur dann, wenn Du die Wäsche anschließend an der Luft trocknest. Steckst Du sie hingegen nach dem Schleudern in den Trockner, dreh die Zahl der Umdrehungen lieber auf. Denn so sparst Du mehr – schließlich hat Dein Trockner weniger zu tun. ©  freepik-Inna.dodor/Montage HEADLINE24
Putzzeug zum Entkalken
Entkalke regelmäßig deine Haushaltsgeräte und spare dabei einiges an Energiekosten ein. Wasserkocher, Boiler, Waschmaschine und Co. haben bemerkenswertes Stromspar-Potenzial und können Deine Stromrechnung auf bis zu 100 Euro senken. © freepik-Fotohelin/Montage HEADLINE24
Duschkopf in Betrieb
Die wohl einfachste Methode zum Wassersparen, ohne dabei auf Bequemlichkeit zu verzichten, ist wohl ein Sparduschkopf. Die Anschaffungskosten betragen dabei im Schnitt lediglich 20 Euro und können den Wasserverbrauch um bis zu 50 Prozent senken – die Umwelt freut sich. ©  freepik-Naypong/Montage HEADLINE24
Einmachgläser, im Hintergrund eine Spülmaschine
Achtung, skurriler Spartipp: Kochen in der Spülmaschine – wie bitte? Ja, richtig gelesen. Manch einer steckt den vakuumverpackten Lachs zum Garen auch mal in den Geschirrspüler. Ob das viel Strom und somit Geld einspart, sei dahin gestellt; die Möglichkeit besteht jedenfalls, wenn alle anderen Küchengeräte aus unerklärlichen Gründen ausfallen sollten. © freepik-Pvproductions,Azerbaijan_Stockers/Montage HEADLINE24
Zapfsäule einer Tankstelle
Lohnt sich der Umweg zur billigeren Tankstelle? Wer beispielsweise nur 25 Liter tanken will und ein Auto mit einem Verbrauch von 8,5 Litern auf 100 Kilometern hat, sollte erst ab 8 Cent Unterschied den Weg auf sich nehmen. Mit einem sparsameren Auto - mit etwa 5 Litern Verbrauch pro 100 Kilometer und einem Tankvolumen von 40 Litern - lohnen sich die 15 Kilometer Umweg schon bei 3 Cent je Liter. © freepik-Nomadsoul1/Montage HEADLINE24
Jemand manipuliert sein Fenster mit einer Zange
Fenster in den „Wintermodus“ befördern: Anpressdruck selbst einstellen – dieser kann durch ein kleines Rad am Fensterflügel nachjustiert werden. Durch das Drehen am Rädchen an der Seite kannst Du den Luftzug regulieren und vor allem minimieren. Somit sparst Du Heizkosten. © freepik-Kukota/Montage HEADLINE24
Zwei Frauen beim Duschen
Wasser sparen und dabei Spaß haben – wer zusammen duscht, reduziert den Wasserverbrauch pro Duschgang um rund 30 Prozent. Weshalb also nicht Angenehmes mit Nützlichem kombinieren? © freepik-Oneinchpunch/Montage HEADLINE24
Teppich und Spartipp-Grafik
So sparst Du Heizkosten und machst auch noch deine Inneneinrichtung attraktiver: Mit einem Teppich geht das kinderleicht. Teppiche kühlen im Sommer und wärmen im Winter, indem sie die atmosphärische Luft speichern. © freepik-Rawpixel.com/Montage HEADLINE24

Beim Lüften ist wichtig: Statt das Fenster stundenlang gekippt zu lassen, besser Stoßlüften. Das BMUV rät dazu, dies mehrmals täglich durchzuführen, indem man das Fenster öffnet und idealerweise einen Durchzug durch ein gegenüberliegendes offenes Fenster erzeugt. Während im Sommer ein Zeitraum von 20 bis 30 Minuten angemessen ist, sollte im Winter die Dauer von fünf bis zehn Minuten nicht überschritten werden. Dabei sollte die Heizung ausgeschaltet bleiben.

Vor allem bei hoher Luftfeuchtigkeit sind richtiges Lüften und Heizen essenziell

Allerdings sollte auch bei hoher Luftfeuchtigkeit regelmäßig gelüftet werden. Ein Haushalt mit vier Personen gibt nach Angaben der Verbraucherzentrale täglich zwischen sechs und zwölf Liter Wasser in die Luft ab. Daher sollte insbesondere beim Kochen, nach dem Duschen oder wenn Wäsche im Raum zum Trocknen aufgehängt wird, verstärkt gelüftet werden. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass richtiges Lüften und Heizen nur dann Schimmel verhindern kann, wenn das Gebäude baulich in gutem Zustand ist.

Wenn die Wohnbereiche grundsätzlich gut isoliert sind, kann effizientes Heizen durchaus Energieeinsparungen ermöglichen und der Bildung von Schimmel entgegenwirken. Das Bundesumweltamt rät dazu, alle Räume angemessen zu beheizen und die Temperatur auf mindestens 17 Grad zu regulieren. In Fluren könnten auch 15 Grad genügen. Ein weiterer Ratschlag: Türen zu weniger beheizten Räumen sollten stets geschlossen bleiben.

Um richtig heizen zu können, sollte man sich mit dem Funktionsprinzip des Thermostats befassen

Die optimale Temperatur für ein angenehmes Raumklima variiert je nach Nutzung des Raumes. Das BMUV rät zu einer Temperatur von 20 bis 22 Grad Celsius in Wohn- und Arbeitsbereichen während des Tages, 18 Grad Celsius in der Küche, 17 bis 18 Grad Celsius im Schlafraum und 22 Grad Celsius im Badezimmer. In der Nacht kann die Heizleistung in Wohn- und Arbeitsbereichen reduziert werden, sollte jedoch nicht vollständig ausgeschaltet werden. Das Bundesumweltamt empfiehlt, die Temperatur um vier bis fünf Grad Celsius niedriger als am Tag einzustellen. „Dadurch kann man etwas Heizenergie sparen“, so die Experten. Aber Vorsicht: Die Temperatur sollte nicht unter 17 Grad fallen, da sonst das Risiko für Schimmelbildung steigt.

Das Bundesumweltamt gibt Tipps für energiesparendes Heizen.

Es ist ebenso bedeutsam, das Funktionsprinzip des Thermostats am Heizkörper zu verstehen. Darüber hinaus gibt das BMUV weitere Ratschläge zum Energiesparen: Bereits geringe Temperaturunterschiede können einen signifikanten Einfluss auf den Energieverbrauch haben. Eine Reduzierung der durchschnittlichen Raumtemperatur um ein bis zwei Grad kann bereits eine Auswirkung auf die Energiekosten haben. Zusätzlich können nächtlich geschlossene Vorhänge und Rollläden dazu beitragen, die Wärme im Raum effizienter zu speichern. Und um eine optimale Verteilung der erwärmten Luft im Raum zu gewährleisten, sollte der Heizkörper keinesfalls verdeckt sein.

Das Bundesumweltamt empfiehlt:

  • Richtiges Lüften:
  • Mehrmals täglich Stoßlüften, Heizung dabei ausschalten
  • Im Sommer 20 bis 30 Minuten, im Winter höchstens fünf bis zehn Minuten
  • Vermehrt lüften bei hoher Luftfeuchtigkeit durch Kochen, Duschen, Wäschetrocknen
  • Richtiges Heizen:
  • Mindestens 17 Grad Celsius in Wohn- und Arbeitsräumen
  • Türen zu weniger beheizten Räumen geschlossen halten
  • Ideale Raumtemperaturen:
  • Wohn- und Arbeitsräume: 20 bis 22 Grad Celsius (nachts bis zu vier bis fünf Grad kälter)
  • Küche: 18 Grad Celsius
  • Schlafzimmer: 17 bis 18 Grad Celsius
  • Badezimmer: 22 Grad Celsius

Doch nicht nur in den privaten Wohnräumen sinken die Temperaturen, auch im Fahrzeug muss die Heizung hochgedreht werden. Um dabei keine Missgeschicke zu begehen, liefern Experten auch für diese Situation Tipps für das korrekte Heizen im Auto.

Nach den Plänen des neuen Heiz-Gesetzes werden ab 2024 reine Öl- oder Gasheizungen verboten sein. Welche Alternativen dürfen Eigentümer dann noch einbauen? (alm)

Für diesen von der Redaktion geschriebenen Artikel wurde maschinelle Unterstützung genutzt. Der Artikel wurde vor Veröffentlichung von Redakteurin Teresa Toth sorgfältig überprüft.

Rubriklistenbild: © David Inderlied/Imago

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