Heizung beim Lüften und in der Nacht ausstellen? Umweltbundesamt gibt Tipps
VonTeresa Toth
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Anna Laura Müller
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In vielen Haushalten wurden die Heizungen bereits angeschaltet. Um Energie und Kosten zu sparen, gibt es einige wichtige Heiz-Regeln.
Frankfurt – Der Herbst hat Deutschland nun definitiv erreicht, was kühlere und weniger angenehme Temperaturen mit sich bringt. Infolgedessen wird in vielen Haushalten die Heizung nach der milden Jahreszeit erstmals wieder in Betrieb genommen. Aber wie war das nochmal? Ist es in Ordnung, zu lüften, während die Heizung läuft und kann man Geld sparen, indem man die Heizung nachts vollständig ausschaltet? Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) bietet Ratschläge, wie durch richtiges Lüften und Heizen die Raumluftqualität verbessert und Energie und somit Geld eingespart werden kann.
Beim Lüften sollte die Heizung ausgeschalten werden
Es ist möglich, bauliche Verbesserungen vorzunehmen, denn laut Bundesumweltamt tragen eine verbesserte Wärmeisolierung der Fassaden sowie dicht schließende Fenster und Türen zur Energieeinsparung bei. Auf diese Weise können kalte Außenwände vermieden werden, an denen sonst Luftfeuchtigkeit kondensieren könnte. Es ist jedoch nicht immer eine umfassende Sanierung erforderlich. Selbst kleine Maßnahmen können dazu beitragen, den Spalt zwischen Heizkörper und Wand besser zu isolieren. Der Nachteil einer guten Isolierung besteht allerdings darin, dass die Luft im Raum ebenso wenig entweichen kann. Daher ist es entscheidend, richtig zu lüften und zu heizen.
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Beim Lüften ist wichtig: Statt das Fenster stundenlang gekippt zu lassen, besser Stoßlüften. Das BMUV rät dazu, dies mehrmals täglich durchzuführen, indem man das Fenster öffnet und idealerweise einen Durchzug durch ein gegenüberliegendes offenes Fenster erzeugt. Während im Sommer ein Zeitraum von 20 bis 30 Minuten angemessen ist, sollte im Winter die Dauer von fünf bis zehn Minuten nicht überschritten werden. Dabei sollte die Heizung ausgeschaltet bleiben.
Vor allem bei hoher Luftfeuchtigkeit sind richtiges Lüften und Heizen essenziell
Allerdings sollte auch bei hoher Luftfeuchtigkeit regelmäßig gelüftet werden. Ein Haushalt mit vier Personen gibt nach Angaben der Verbraucherzentrale täglich zwischen sechs und zwölf Liter Wasser in die Luft ab. Daher sollte insbesondere beim Kochen, nach dem Duschen oder wenn Wäsche im Raum zum Trocknen aufgehängt wird, verstärkt gelüftet werden. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass richtiges Lüften und Heizen nur dann Schimmel verhindern kann, wenn das Gebäude baulich in gutem Zustand ist.
Wenn die Wohnbereiche grundsätzlich gut isoliert sind, kann effizientes Heizen durchaus Energieeinsparungen ermöglichen und der Bildung von Schimmel entgegenwirken. Das Bundesumweltamt rät dazu, alle Räume angemessen zu beheizen und die Temperatur auf mindestens 17 Grad zu regulieren. In Fluren könnten auch 15 Grad genügen. Ein weiterer Ratschlag: Türen zu weniger beheizten Räumen sollten stets geschlossen bleiben.
Um richtig heizen zu können, sollte man sich mit dem Funktionsprinzip des Thermostats befassen
Die optimale Temperatur für ein angenehmes Raumklima variiert je nach Nutzung des Raumes. Das BMUV rät zu einer Temperatur von 20 bis 22 Grad Celsius in Wohn- und Arbeitsbereichen während des Tages, 18 Grad Celsius in der Küche, 17 bis 18 Grad Celsius im Schlafraum und 22 Grad Celsius im Badezimmer. In der Nacht kann die Heizleistung in Wohn- und Arbeitsbereichen reduziert werden, sollte jedoch nicht vollständig ausgeschaltet werden. Das Bundesumweltamt empfiehlt, die Temperatur um vier bis fünf Grad Celsius niedriger als am Tag einzustellen. „Dadurch kann man etwas Heizenergie sparen“, so die Experten. Aber Vorsicht: Die Temperatur sollte nicht unter 17 Grad fallen, da sonst das Risiko für Schimmelbildung steigt.
Es ist ebenso bedeutsam, das Funktionsprinzip des Thermostats am Heizkörper zu verstehen. Darüber hinaus gibt das BMUV weitere Ratschläge zum Energiesparen: Bereits geringe Temperaturunterschiede können einen signifikanten Einfluss auf den Energieverbrauch haben. Eine Reduzierung der durchschnittlichen Raumtemperatur um ein bis zwei Grad kann bereits eine Auswirkung auf die Energiekosten haben. Zusätzlich können nächtlich geschlossene Vorhänge und Rollläden dazu beitragen, die Wärme im Raum effizienter zu speichern. Und um eine optimale Verteilung der erwärmten Luft im Raum zu gewährleisten, sollte der Heizkörper keinesfalls verdeckt sein.
Das Bundesumweltamt empfiehlt:
Richtiges Lüften:
Mehrmals täglich Stoßlüften, Heizung dabei ausschalten
Im Sommer 20 bis 30 Minuten, im Winter höchstens fünf bis zehn Minuten
Vermehrt lüften bei hoher Luftfeuchtigkeit durch Kochen, Duschen, Wäschetrocknen
Richtiges Heizen:
Mindestens 17 Grad Celsius in Wohn- und Arbeitsräumen
Türen zu weniger beheizten Räumen geschlossen halten
Ideale Raumtemperaturen:
Wohn- und Arbeitsräume: 20 bis 22 Grad Celsius (nachts bis zu vier bis fünf Grad kälter)
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Für diesen von der Redaktion geschriebenen Artikel wurde maschinelle Unterstützung genutzt. Der Artikel wurde vor Veröffentlichung von Redakteurin Teresa Toth sorgfältig überprüft.