Strom tanken

Elektroauto ohne Wallbox laden: Fünf Alternativen – und woran es jeweils haken könnte

Die eigene Wallbox dürfte für die meisten E-Autonutzer die bequemste und günstigste Art des Ladens sein. Wer keine hat, findet aber alternative Wege, an Strom zu kommen.

Die meisten Besitzer eines Elektroautos in Deutschland dürften über eine private Wallbox verfügen. Das Wandladegerät in der Garage, beziehungsweise am eigenen Stellplatz, hat viele Vorteile – unverzichtbar ist es aber nicht. Ein Überblick der Alternativen.

Laden an öffentlichen AC-Ladesäulen: Blockiergebühren beachten

Wer in der Nähe einer Ladesäule wohnt, kann auch diese als Standard-Stromquelle für sein E-Auto nutzen. Allerdings muss man sie sich mit anderen E-Autofahrern teilen und kann sich nicht auf die ständige Verfügbarkeit verlassen. Zu bedenken ist auch die starke Abhängigkeit von den zuletzt tendenziell steigenden Stromtarifen an der Ladesäule. Haushaltsstrom ist in der Regel deutlich günstiger, die langfristigen Verträge erleichtern die Kostenplanung. Darüber hinaus sehen einige Ladesäulen-Tarife sogenannte Blockiergebühren vor: Wer sein Auto länger als vier Stunden an der gleichen Säule angeschlossen lässt, zahlt kräftig drauf. Das Laden über Nacht ist in solchen Fällen also keine Option. Immerhin: An einer 11-kW-Säule sind nach vier Stunden im besten Fall 44 kWh in den Akku geflossen. Verträgt das Auto sogar 22 kW, sind es bis zu 88 kWh – genug für viele hundert Kilometer.

Laden an öffentlichen DC-Ladesäulen: Schnell, aber auf Dauer nicht gut für den Akku

Mit bis zu 350 kW machen die Schnelllader den Akku im besten Fall in wenigen Minuten voll. Selbst wer nicht das schnellste Auto an die flotteste Säule hängt, tankt in 30 Minuten Strom für hunderte Kilometer. Allerdings häufig zu hohen Kosten – Schnelllader sind die mit Abstand teuerste Option für E-Autofahrer. Zudem gelten die hohen Spannungen und Stromstärken als besonders stressig für den Akku. Auch wenn neuere Studie nahelegen, dass der Einfluss auf die Lebensdauer deutlich geringer als erwartet ist, könnten Autobauer bei Batterieschäden ihre Garantieleistungen verweigern, wenn sehr häufig schnell geladen wurde.

Haushaltssteckdose ist nur eine Notoption – selbst für kleine E-Autos

Prinzipiell ist das Laden auch direkt an der Schuko-Steckdose möglich. Allerdings ist die Leistung dort mit 2,3 kW sehr gering – schon ein Kleinwagen-Akku müsste rund einen halben Tag am Kabel hängen, bis der Stromspeicher voll wäre. Große Autos auch mal anderthalb Tage. Für die meisten E-Automobilisten dürfte das Laden am Haushaltsstecker allein schon deswegen nur eine Notoption sein. Hinzu kommt, dass Steckdosen und Heimnetz durch den stressigen Dauerbetrieb an ihre Grenzen kommen können. Im Extremfall drohen Überhitzungen. Wer häufig über den Schuko-Stecker lädt, sollte die Installation daher von einem Elektriker prüfen lassen.

Es gibt einige Alternativen zum Laden an der heimischen Wallbox – mit Vor- und Nachteilen. (Symbolbild)

Mobile Wallbox: mit Adaptern an vielen Steckdosen einsetzbar – auch im EU-Ausland

Wenn die fest installierte Wallbox keine Option ist – etwa weil der Vermieter nicht einwilligt – kann ein tragbares Ladegerät eine Option sein. Dieses lässt sich notfalls an einer Schuko-Steckdose betreiben, schneller und effizienter ist der Anschluss an eine Starkstromdose, die sich oft mit geringem Aufwand installieren (und notfalls zurückbauen) lässt. Je nach Ausführung sind an den roten CEE-Dosen Ladeleistungen von 11 bis 22 kW möglich. Modelle wie der Juice Booster verfügen zudem über zahllose Adapter, mit denen sich an fast allen Steckdosen im europäischen Ausland Strom zapfen lässt. Mit gut 1.200 Euro sind die fernreisetauglichen Geräte der Schweizer Firma relativ teuer – etwas günstiger, aber etwas weniger flexibel geht es mit Wettbewerbern wie Go-eCharger oder NRG Kick.

Elektroauto-Markt in China boomt: Zehn Marken, die Sie kennen sollten

Elektrotransporter von Maxus.
Platz 10 – Maxus: Ford, VW und Mercedes aufgepasst. Mit Maxus greifen die chinesischen Hersteller auch bei den Nutzfahrzeugen an. Die Modelle der 2011 gegründete Tochter von SAIC Motors sind unter anderem bei der österreichischen Post und Ikea im Einsatz. Verkauft werden die Transporter über eigene Händler. © GlobalImagens/Imago
Der Aiways U5.
Platz 9 – Aiways: 2017 ging der Hersteller in China an den Start. Schon zwei Jahre später folgte die erste Niederlassung in Europa. Im selben Jahr kam mit dem U5 das erste Auto in China auf den Markt. 2020 folgte Deutschland.  © Aiways
Der Wey Coffee 01
Platz 8 – Wey: Ihr Debüt feierte die Marke 2016 im Rahmen der Guangzhou Auto Show. Ab 2017 wurden die ersten Autos verkauft. In Europa ist Wey seit 2022 vertreten. Mit dem Coffee 01 will die Tochter von Great Wall in Deutschland durchstarten. Mit dem Plug-in-Hybrid Cooffee 02 legen die Chinesen im Herbst nach. Vertrieben werden die Fahrzeuge vom Importeur Emil Frey. © Wey
Lynk & Co 01
Platz 7 – Lynk & Co: Auch hinter diesem Hersteller, der 2016 gegründet wurde, verbirgt sich wieder Geely. Der Plug-in-Hybrid 01 wird dabei vor allem im Abo vertrieben. Das Modell kann aber auch gekauft oder geliehen werden. Entwickelt und entworfen wurde der Lynk & Co in Schweden bei der Konzernschwester Volvo.  © Lynk & Co
Der MG 4 EV.
Platz 6 – MG: Tot gesagte Leben länger. Das gilt auch für die britische Traditionsmarke MG. Allerdings nicht mehr unter der Flagge ihrer Majestät. Nach der Insolvenz erwarb zunächst die Nanjing Automobile Group im Juni 2005 die Markenrechte für 53 Millionen Pfund Sterling (ca. 61 Millionen Euro). Inzwischen gehört der Hersteller zu SAIC Motor. Dort wurde MG mit Roewe in der Abteilung Passenger Vehicle zusammengefasst. Seit Januar 2021 ist MG auch wieder auf dem deutschen Markt vertreten – unter anderem mit dem 4 EV. © MG
Der Xpeng P7.
Platz 5 – Xpeng: Wie viele chinesische Hersteller ist auch Xpeng noch relativ jung. Erst 2014 wurde das Unternehmen gegründet, konnte in den vergangenen Jahren seine Stückzahlen aber immer weiter steigern. In Europa ist Xpeng bisher lediglich in Schweden, Norwegen, Dänemark und den Niederlanden vertreten. Wann der Hersteller nach Deutschland kommt, ist unklar. © Zuma Wire/Imago
Der Zeekr 001.
Platz 4 – Zeekr: Auch wenn der Name so gar nicht chinesisch klingt, stammt der Hersteller dennoch aus dem Reich der Mitte. Der Markenname setzt sich aus Generation Z und dem Begriff Geek zusammen. Hinter dem erst 2021 gegründeten Autobauer steckt Geely. Mit der neuen Tochter möchte man im Premiumsegment Fuß fassen. Zeekr arbeitet zudem mit Waymo an einem vollelektrischen, autonom fahrenden Ride-Hailing-Fahrzeug für die USA. Zusammen mit Mobileeye will man bis 2024 autonomes Fahren in Serie bringen. 2023 soll die Marke in Schweden und den Niederlanden mit den Modellen 001 und X ihren Europa-Start feiern. © Zeekr
Der Ora Funky Cat.
Platz 3 – Ora: Wie Wey gehört auch Ora zu Great Wall Motor. Gegründet wurde die Elektro-Tochter erst im Jahr 2018. Trotz ihrer noch recht jungen Geschichte hat die Marke schon für einen Aufreger gesorgt und eine dreiste Kopie des VW Käfer auf den Markt gebracht. In Europa gibt es das Modell jedoch nicht, dafür aber den Funky Cat. © Ora/GWM
Der NIO ES6 steht auf einer Messe.
Platz 2 – NIO: Der Name des 2014 gergründeten Herstellers ist eine Anspielung auf den Smog über den Großstädten Chinas. Nio,in chinesischen Schriftzeichen „Weilai“, bedeutet übersetzt „Der Himmel wird blau“. Eine Besonderheit der Marke ist die Battery-Swap-Technologie. In fünf Minuten wird der Akku gegen einen neuen ausgetauscht. Sein Europa-Debüt gab Nio 2021 in Norwegen. Seit 2022 sind die Elektroautos auch in Deutschland erhältlich. © VCG/Imago
Der BYD Seal.
Platz 1 – BYD: Unter den chinesischen Autobauern ist Built Your Dreams (BYD) fast schon so was wie der Opa. Seit 1995 gibt es das Unternehmen bereits. Autos spielten am Anfang jedoch noch keine Rolle, stattdessen baute man wiederaufladbare Batterien. Erst 2003 stieg man durch den Kauf der angeschlagenen Xian Qinhuan Automobile in das Automobilgeschäft ein. Inzwischen ist BYD einer größten Automobilproduzenten Chinas und der Welt. In Deutschland sind die Chinesen derzeit mit den Modellen Atto3, Han und Tang vertreten. © VCG/Imago

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Gratis laden: Einige wenige Gelegenheiten gibt es noch

Die Zeiten, in denen Supermärkte und Einkaufszentren ihren Strom umsonst an E-Autofahrer abgegeben haben, sind weitgehend vorbei. Ein paar Ausnahmen wie Ikea oder in einigen Regionen auch Baumärkte gibt es noch. Aber die Säulen sind heiß begehrt und häufig belegt. Gängigste Art und Weise, umsonst an Fahrstrom zu kommen, dürfte daher das Laden beim Arbeitgeber sein. Allerdings sind Firmen nicht verpflichtet, überhaupt eine Lademöglichkeit, geschweige denn eine kostenlose, anzubieten. Manchmal wird der Strom aber zu vergünstigten Konditionen abgegeben. Sowohl der rabattierte als auch der komplett kostenfreie Strom ist steuerfrei. (Holger Holzer/SP-X)

Rubriklistenbild: © Addictive Stock/Imago

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