Bösartiger Tumor

Schauspieler stirbt an Blinddarmkrebs: Welche Warnzeichen Sie ernst nehmen sollten

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Blinddarmkrebs ist enorm selten, kann aber tödlich enden. Wie bei vielen Krebserkrankungen gilt auch hier: Frühzeitig erkannt, steigen die Heilungschancen immens.

Krebs macht auch vor jüngeren Menschen nicht Halt. So wurde Anfang Januar 2024 bekannt, dass der mexikanische Schauspieler Adan Canto an Blinddarmkrebs verstarb. Bekannt wurde der 42-Jährige vor allem durch seine Rollen im Kinofilm „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ und in Serien wie „The Following“, „Narcos“ und „Designated Survivor“. Canto erlag dem bösartigen Blinddarmkrebs, auch Appendixkarzinom genannt, am 8. Januar 2024, wie unter anderem das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtete.

Es handelt sich dem Medizinportal Springermedizin zufolge um einen äußerst seltenen Krebs. Nicht einmal ein Prozent der Tumoren im Magen-Darm-Trakt würden den Blinddarm betreffen, heißt es weiter. Das Schweizer Spital Männedorf informiert, dass mehrere Unterarten der Krebskrankheit bekannt sind. Am häufigsten kämen neuroendokrine Tumoren des Blinddarms vor. Diese werden häufig zufällig im Rahmen einer Gewebeprobe bei Blinddarmentzündung entdeckt, heißt es weiter. Blinddarmkrebs kann sehr aggressiv sein, schnell voranschreiten und im Körper streuen. Bilden sich Metastasen, ist häufig zuerst die Leber betroffen, so das Spital Männedorf.

Symptome von Blinddarmkrebs

Je frühzeitiger der Krebs diagnostiziert und behandelt wird, desto besser sind die Überlebenschancen. Doch Blinddarmkrebs ist tückisch. Er kann lange Zeit unbemerkt bleiben, weil Betroffene oftmals erst im späten Krankheitsstadium Symptome zeigen. Die Schweizer Krebsliga, das Spital Männedorf und die Internistische Praxis im Bogenweg in Wenden führen Anzeichen auf, die auf Blinddarmkrebs hindeuten können:

Blinddarmkrebs kann sich durch Schmerzen im rechten Unterbauch zeigen.
  • Schmerzen im rechten Unterbauch
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Hitzewallungen
  • Herzklopfen
  • Walzenförmige Verhärtung, die durch die Bauchdecke hindurch ertastet werden können
  • Gewichtsabnahme
  • Fieber
  • Nachtschweiß
  • Abgeschlagenheit

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Die genannten Symptome können auch Anzeichen anderer Krankheiten oder Probleme sein. Treten Sie neu auf oder kennen Sie die Ursachen dahinter nicht, sollte allerdings ein Termin beim Arzt vereinbart werden. Die erste Anlaufstelle ist der Hausarzt, dieser überweist gegebenenfalls an Fachärzte.

Krankheitsverlauf bei Blinddarmkrebs

Ob Blinddarmkrebs erfolgreich therapiert werden kann, hängt stark vom Stadium der Erkrankung ab. Ist dieses weit fortgeschritten, steigt das Risiko der Metastasierung. Wenn Krebszellen bereits im Körper gestreut haben, sinken die Chancen auf Heilung. Wie es dem Pschyrembel als medizinischem Wörterbuch zu entnehmen ist, liegt die mittlere 5-Jahres-Überlebensrate bei Appendixkarzinom bei 80 bis 20 Prozent – je nachdem, wie weit der Krebs fortgeschritten ist und wie aggressiv er ist. Die schlech­teste Pro­gnose hat das Sie­gel­ring­zell-Karzinom: Fällt diese Diagnose, überleben im Schnitt nur 25 Prozent der Patienten die ersten fünf Jahre nach Befund, wie Pschyrembel online informiert.

Krebserregende Viren: Diese Erreger können Krebs auslösen

Herpesvirus
Das Epstein-Barr-Virus (EBV) zählt zur Gruppe der Herpesviren. Dem Deutschen Krebsforschungszentrum (dkfz) zufolge gilt als sicher, dass eine Infektion mit EBV zur Entstehung von B-Zell-Lymphomen beitragen kann, einer bösartigen Erkrankung von B-Lymphozyten. Mit Lymphom werden in der Medizin bösartige Tumoren des lymphatischen Systems bezeichnet. In Tumoren von T-Lymphozyten (T-Zell-Lymphome) konnte das Epstein-Barr-Virus ebenfalls nachgewiesen werden, so das dkfz. © Imago
Das Magenbakterium Helicobacter pylori
Das Magenbakterium Helicobacter pylori soll das Risiko in sich bergen, Magenkrebs zu fördern. Das Pikante daran: Etwa ein Viertel der deutschen Bevölkerung trägt es bereits in sich. Helicobacter soll Magengeschwüre begünstigen, welche sich dann zu Krebs ausweiten können. Allerdings ist eine Behandlung in den meisten Fällen mit einer Kombination aus Antibiotika und Magensäureblockern äußerst erfolgreich. © dpa
HIV: Eine Frau hat sich eine rote Schleife angeheftet
Die rote Schleife soll das Thema Aids und HIV in die Mitte der Gesellschaft rücken. Eine Infektion mit sogenannten HI-Viren (humane Immundefizienzviren) kann die Krankheit Aids auslösen. Menschen mit Aids sind häufiger von Krebs betroffen, vermutlich aufgrund ihres geschwächten Immunsystems, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum informiert.  © Oliver Berg/dpa
Impfausweis
Hepatitis B fördert Leberentzündungen. Auch diese können sich zu Leberkrebs weiterentwickeln. Allerdings können Sie sich gegen diesen Hepatitis-Typ beim Hausarzt impfen lassen. © Martin Wagner/Imago
Hepatitis C Viren
Gegen Hepatitis-C-Viren gibt es unglücklicherweise (noch) keinen Impfstoff. Die aggressiven Erreger zählen zu den häufigsten Ursachen für Leberkrebs. Wie das Deutsche Krebsforschungszentrum informiert, werden Hepatitis-C-Viren inzwischen aber auch mit weiteren Tumorarten in Zusammenhang gebracht: Auch Krebs der Gallenwege sowie das Multiple Myelom könnten durch eine Infektion begünstigt werden, heißt es.  © CAVALLINI JAMES/Imago
HPV (Humane Papillomviren)
Humane Papillomviren (HPV) sind meist ungefährlich - doch es gibt Arten, die krebserregend wirken und Gebärmutterhalskrebs auslösen sollen. Zudem stehen sie im Verdacht, Anal- oder Peniskrebs zu begünstigen. Allerdings gibt es auch hier eine sehr effektive Schutzimpfung, die gegen alle HPV-Typen helfen soll. © CAVALLINI JAMES/Imago

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Elmar Gubisch/Imago

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