VonTeresa Tothschließen
Trotz strenger Auflagen sind Verunreinigungen in Mineralwasser von Nestlé aufgetaucht. Mehrere Marken sind betroffen. Foodwatch will rechtliche Schritte einleiten.
Kassel – Wasser wird in Deutschland streng kontrolliert. Daher kann es im Normalfall bedenkenlos direkt aus dem Hahn getrunken werden. Lediglich bei warmem Leitungswasser ist laut Umweltbundesamt Vorsicht geboten. Wie beim Leitungswasser gelten auch für Mineralwasser aus dem Supermarkt strenge Auflagen. Die Verbraucherorganisation warnt jetzt jedoch vor Verunreinigungen – mehrere beliebte Marken sollen betroffen sein.
Foodwatch Frankreich: Nestlé und Sources Alma haben Verbraucher betrogen
Die Produzenten des Mineralwassers seien die Firmen Nestlé und Sources Alma. Sie hätten Konsumenten absichtlich „getäuscht, abgezockt und betrogen“, so Ingrid Kragl von der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch Frankreich in einer Presseerklärung am Mittwoch (21. Februar).
Ende Januar kam durch die französische Zeitung Le Monde ans Licht, dass Nestlé und weitere Produzenten von Mineralwasser im Verdacht stehen, Quellwasser auf nicht genehmigte Weise desinfiziert zu haben. Unter den betroffenen Marken finden sich namhafte wie Perrier und Vittel. Nestlé bestätigte, solche Methoden genutzt, jedoch mittlerweile eingestellt zu haben. Zu diesen Methoden zählten unter anderem die Reinigung mit Aktivkohle oder UV-Licht.
Nestlé versichert, dass Sicherheit des Trinkwassers oberste Priorität habe
Die genannten Verfahren sind für Trinkwasser aus der Leitung gestattet. Jedoch sind sie für Quell- und Mineralwasser, das als unverfälscht und zu einem höheren Preis angeboten wird, nicht zulässig. „Das Ziel war immer, die Lebensmittelsicherheit zu garantieren“, betonte Nestlé. Die Wassersorten der betroffenen Marken werden fortan nicht mehr aufbereitet.
Desinfektion von Trinkwasser
Aktuell sind in Deutschland fünf Stoffe zugelassen, mit denen Trinkwasser desinfiziert werden kann. Dazu gehören Natrium- und Calciumhypochlorit, Chlordioxid, Chlor und Ozon. Auch UV-C-Strahlung ist in der Lage, Bakterien und Viren in Wasser abzutöten.
Quelle: Umweltbundesamt und Bundesamt für Strahlenschutz
Foodwatch hat rechtliche Maßnahmen gegen die beiden Hersteller ergriffen. Kragl unterstrich: „Niemand steht über dem Gesetz – auch kein multinationaler Konzern wie Nestlé.“ Die Vorwürfe wegen Verletzungen von EU-Vorschriften wurden in Paris präsentiert. Es kommt immer wieder zu Preisstreitigkeiten zwischen Supermarktketten und Nestlé – häufig mit dem Resultat, dass Artikel aus dem Angebot entfernt werden.
Illegale Wasser-Desinfektion von Nestlé: Französische Regierung seit 2021 im Bilde?
Es ist geplant, dass Foodwatch auch die Rolle des französischen Staates unter die Lupe nimmt. Berichten zufolge war die Regierung spätestens ab 2021 über die Vorgänge informiert. Im Jahr 2022 bestätigte eine Untersuchungskommission, dass die illegale Desinfektion von Quellwasser weit verbreitet war. Allerdings wurde der Bericht nicht veröffentlicht.
Foodwatch berichtet, dass Paris weder die Europäische Kommission noch die Mitgliedsländer über die Nichtkonformität der von Nestlé Waters und Sources Alma vertriebenen Produkte in Kenntnis gesetzt hat. Die Organisation hat deshalb, nach eigenen Angaben, die EU-Kommissarin für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Stella Kyriakides, um eine Stellungnahme ersucht. Es bleibt zurzeit noch unklar, ob die Produkte auch auf dem deutschen Markt verfügbar waren – Nestlé verkaufte Vittel bereits 2022 wegen der umstrittenen Wassergewinnung nicht mehr in Deutschland. (tt)
Die Redakteurin hat diesen Artikel verfasst und anschließend zur Optimierung nach eigenem Ermessen ein KI-Sprachmodell eingesetzt. Alle Informationen wurden sorgfältig überprüft. Hier erfahren Sie mehr über unsere KI-Prinzipien.
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