HVO 100 und B10 tanken: Welche Modelle vertragen den Klimadiesel
VonSimon Mones
schließen
HVO100 und B10 sind die neuen Kraftstoffsorten an deutschen Tankstellen. Sie sollen den Klimaschutz voranbringen. Doch es gibt einen Haken.
Diesel wird klimafreundlicher: Seit April dürfen Tankstellen in Deutschland die neuen Kraftstoffsorten HVO 100 und B10 anbieten. Diese neuen Dieselsorten sollen den CO2-Ausstoß erheblich reduzieren und somit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Doch nicht jedes Fahrzeug kann diese neuen Kraftstoffe nutzen. Fahrzeuge benötigen eine modellspezifische Freigabe vom Hersteller, um HVO100 oder B10 tanken zu dürfen.
Neue Kraftstoffe an den Zapfsäulen: Das steckt hinter dem Symbol XLT
Die Kennzeichnung der neuen Kraftstoffe erfolgt mit dem Symbolen „XTL“, was für „X to Liquid“ steht, und B10. Diese Kraftstoffe werden aus verschiedenen Ausgangsstoffen synthetisch hergestellt, darunter auch hydrierte Pflanzenöle. Daher stammt der Name HVO.
Der B10-Diesel enthält bis zu 10 Prozent Biobeimischung und ist im Autotank mit herkömmlichem Diesel mischbar, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. HVO 100 wird aus alten Pflanzenölen und Fischresten hergestellt und durch die Einbeziehung von Wasserstoff in einen brennbaren Kraftstoff umgewandelt. HVO100 erfüllt die Norm DIN EN 15940 für klassischen Dieselkraftstoff. Heißt: Der Kraftstoff kann in den meisten Dieselmotoren verwendet werden, sofern eine Freigabe des Herstellers vorliegt.
Wer darf HVO100 und B10 tanken?
Es gibt bisher nur wenige Pkw-Modelle, die für die Verwendung von B10 oder HVO100 zugelassen sind. Der ADAC hofft auf weitere Freigaben in der Bestandsflotte, was jedoch aufwendige Tests erfordert. Einige Modelle sind bereits seit Jahren freigegeben.
Autofahrer können online bei der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) prüfen, ob ihr Fahrzeug kompatibel ist. Zudem haben bereits folgende Hersteller ihre Modelle für die neuen Dieselkraftstoffe freigegeben:
Audi (bestimmte Modelle für XTL zugelassen. Keine Zulassung für B10)
Neue Dieselkraftstoffe HVO100 und B10: Klimafreundlich, aber teurer
Der Gesetzgeber hat die neuen alternativen Kraftstoffe zugelassen, um die klimaschädlichen CO2-Emissionen aus dem Verkehrsbereich zu reduzieren. Dies soll nicht nur durch den Umstieg auf Elektroantrieb geschehen, sondern auch durch die Nutzung von alternativen Kraftstoffen für bestehende Verbrennungsmotoren. Michael Gebhardt vom ADAC der dpa erklärt: „Die neuen Dieselkraftstoffe erzeugen in der Gesamtbilanz bis zu 90 Prozent weniger CO2.“ Der Automobilklub rechnet jedoch mit einem Preisaufschlag von bis zu 20 Cent pro Liter im Vergleich zu konventionellem Diesel.
Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.
Deutschland ist hier ein europäischer Nachzügler. In Skandinavien, den Niederlanden, Italien und Österreich sind Tankstellen, die paraffinischen Diesel anbieten, bereits weit verbreitet. Der Mehrpreis für diese Kraftstoffe liegt in diesen Ländern etwa bei fünf bis 20 Cent pro Liter, wie die AutoBild berichtet.