Neuanfang für Audi: In China verschwinden die vier Ringe
VonSimon Mones
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Der Markt in China stellt für deutsche Fahrzeuge eine Herausforderung dar. Audi plant, mit einer frischen Marke und ohne Emblem zu überzeugen. Ist ein solcher Neustart möglich?
Es gibt gewisse Gewissheiten im Leben, wie beispielsweise die Tatsache, dass man einen Audi an seinem charakteristischen Logo mit vier Ringen identifizieren kann. Allerdings könnte dies in China bald nicht mehr der Fall sein, so absurd es auch klingen mag. Aufgrund von Verkaufsproblemen in China plant Audi, seine Marke aufzufrischen. Der Plan sieht eine neue Marke ohne die berühmten Ringe vor.
AUDI, nicht Audi: Neue chinesische Tochter verzichtet auf das Ring-Logo
Das Unternehmen soll AUDI heißen. Das ist kein Witz. Audi selbst sieht dies als eine neue Schwester-Marke für China, die sich durch die Kombination von klassischen westlichen Werten und chinesischer Innovationskraft auszeichnet. Der „neue“ Name prangt stolz auf der Front der Studie „E-Concept“, die Audi zusammen mit seinem Partner SAIC in Shanghai vorgestellt hat. Genau dort, wo normalerweise die vier Ringe zu sehen sind.
Das „E-Concept“ ist der Wegbereiter für die geplanten gemeinsamen Elektroautos der neuen Marke. Diese Modelle wurden speziell für den chinesischen Markt entwickelt und sollen den lokalen Vorlieben für mehr Individualität gerecht werden. Die Architektur wird in Zusammenarbeit mit SAIC entwickelt. Es sind mindestens drei Modelle für das Mittel- bis Oberklassesegment geplant.
Erstes AUDI-Modell soll 2025 eingeführt werden
Das erste Modell soll bereits 2025 auf den Markt kommen. Es wird voraussichtlich, wie das Konzeptauto, auf schnell ladende 800-Volt-Batterien, starke Fahrleistungen und hohe Reichweiten setzen. Darüber hinaus sollen ein umfangreiches Entertainment- und App-Ökosystem sowie ein KI-Avatar chinesische Kunden anziehen.
Die Zusammenarbeit mit SAIC bietet Audi strategische Vorteile, wie Kosteneinsparungen und eine schnellere Markteinführung. Darüber hinaus kann die Entwicklungszeit bis zur Markteinführung um bis zu 30 Prozent reduziert werden, wie der bayerische Autohersteller betonte. Und natürlich kann die Zusammenarbeit auch dazu beitragen, den Marktanteil zu erhöhen. Denn der schwache Absatz vor Ort ist einer der Gründe für den 91-prozentigen Rückgang des Betriebsergebnisses im dritten Quartal.
Von der Bildfläche verschwunden: Zehn große Automarken, die es nicht mehr gibt
Es bleibt abzuwarten, wie erfolgreich Audis Plan sein wird. Die Konkurrenz durch einheimische Hersteller wie BYD ist mittlerweile sehr stark und das Ansehen deutscher Autohersteller hat erheblich gelitten. Dass ein deutscher Name auf einem chinesischen Elektroauto nicht automatisch Erfolg bedeutet, hat beispielsweise Borgward gezeigt. Der Neustart der Marke in China endete 2022 mit einer Insolvenz. (Mit Material von SP-X)