VonMarkus Hofstetterschließen
Inflation und Lieferprobleme machen dem Handel zu schaffen. Lidl sieht sich deswegen zu einer drastischen Maßnahme gezwungen. Auch Aldi wird sein Angebot wohl einschränken.
Neckarsulm/Mülheim a.d. Ruhr/Essen - Es ist eine Binsenweit, dass sich eine steigende Inflationsrate auch auf den Einzelhandel auswirkt. Die Teuerung erreicht derzeit Höchststände. Sie lag im Juli laut dem Statistischen Bundesamt bei 7,5 Prozent, im Juni bei 7,6 Prozent und im Mai sogar bei 7,9 Prozent. Nach Ansicht von Bundesbankpräsident Joachim Nagel könnte die Inflation im Herbst sogar zweistellig werden. Diese Entwicklung trifft die Discounter-Klientel am härtesten.
Drastische Probleme bei Lidl und Aldi beim Nonfood-Sortiment: Skibekleidung wird nach der Saison geliefert
Lidl sah sich deswegen bereits zu einer drastischen Maßnahme gezwungen. Erst vor kurzem wurde bekannt, dass die Kunden des Discounters in Zukunft bei einem wichtigen Sortimentsbereich auf ein verkleinertes Angebot stoßen werden. Denn bei Lidl fliegen ab 2023 viele Waren aus dem Nonfood-Bereich aus den Regalen. Zu Nonfood zählen beispielsweise Kleidung, Werkzeug, Fernseher oder Sportgeräte. Gründe für das Ziehen der Reißleine sind Absatzrückgänge, aber auch Lieferprobleme.
Angesichts der Absatzrückgänge musste Lidl laut der Lebensmittel Zeitung hohe Rabatte gewähren. So hat der Discounter in seinem Onlineshop hochpreisige Artikel wie Kaffeevollautomaten oder Fernsehgeräte mit hohen Abschlägen von bis zu 60 Prozent verkauft.
Die Lieferprobleme wiederum haben zu absurden Situationen geführt. So soll Lidl Skibekleidung erst nach Ende der Saison erhalten haben. Diese soll jetzt auf Lager liegen, was hohe Kosten verursacht.
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Drastische Probleme bei Lidl und Aldi beim Nonfood-Sortiment: Hohe Rabatte in den Filialen
Aber Lidl steht nicht als einziger Händler in Deutschland vor diesem Problem. Die Lebensmittel Zeitung berichtet, das auch der größte Rivale Aldi mit seinem Nonfood-Sortiment zu kämpfen hat. Nach Recherchen des Branchenmagazins ist der Umsatzanteil in diesem Bereich auf unter 20 Prozent gesunken. In den Filialen soll es hohe Rabatte auf Restanten geben.
Aldi will sich deswegen der Situation anpassen. „Wir stehen mit unseren Lieferanten und Logistikpartnern in engem Austausch, um mit unserer Angebotsstruktur und Warendisposition auf weitere Entwicklungen eingehen zu können“, so Aldi Nord auf eine Anfrage der Lebensmittel Zeitung. Die Situation fordere insgesamt mehr Flexibilität.
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