Gesund bleiben

Impfung von Welpen: Welche Hundeimpfungen sind sinnvoll?

Damit Ihr Welpe zu einem gesunden Hund heranwachsen kann, sollte er gegen bestimmte Krankheiten geimpft werden. Doch welche Impfungen sind sinnvoll?

Wenn die COVID-19-Pandemie uns eines gelehrt hat, dann, dass das Thema Impfung in Teilen der Bevölkerung ziemlich umstritten ist. Denn während einige die Corona-Impfung als Weg in die Freiheit empfanden, betrachteten andere sie als Einschnitt in ihre Grundrechte.

Grundsätzlich scheint sich die Wissenschaft jedoch einig zu sein, dass bestimmte Impfungen unbedingt nötig sind, um Menschen vor Krankheiten zu schützen oder ihre weitere Ausbreitung zu verhindern. Doch nicht nur Menschen lassen sich impfen. Auch Hunde werden gegen einzelne Erreger immunisiert.

In Deutschland sind Hundehalter bis auf einige Ausnahmefälle zwar nicht zwingend dazu verpflichtet, ihre vierbeinigen Begleiter impfen zu lassen. Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) empfiehlt jedoch zumindest eine Grundimmunisierung zum Schutz der Tiere gegen gefährliche Krankheiten. In den meisten Fällen werden die ersten Impfungen bereits durch den Züchter oder das Tierheim vorgenommen. Trotzdem ist es wichtig, sich genau über alle empfohlenen Spritzen zu informieren, bevor man einen Welpen bei sich aufnimmt. Denn nur so kann sichergestellt werden, dass die kleine Fellnase in ein gesundes Leben startet. 

Impfungen bei Welpen: Vor allen Dingen die Grundimmunisierung ist wichtig

Ein Hundewelpe wird beim Tierarzt geimpft. (Symbolbild)

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Hundewelpen sind menschlichen Babys gar nicht so unähnlich. Wenn sie auf die Welt kommen, sind sie noch völlig hilflos und darauf angewiesen, liebevoll umsorgt zu werden. Im Gegensatz zu ihren zweibeinigen Spielkameraden werden Hundekinder allerdings nur etwa acht Wochen von ihrer Mutter gestillt. Diese Phase ist jedoch von extremer Bedeutung, da die Muttermilch alle wichtigen Nährstoffe enthält und darüber hinaus auch mit Abwehrzellen ausgestattet ist, die das Neugeborene im Zeitraum nach der Geburt vor Viren und anderen Erregern schützen.

Sobald ein Welpe ausschließlich feste Nahrung zu sich nimmt, ist dieser natürliche Krankheitsschutz nicht mehr gegeben. Die StIKo Vet empfiehlt deshalb, Junghunde nach etwa acht Wochen einer Grundimmunisierung zu unterziehen. Diese Grundimmunisierung beinhaltet verschiedene Impfstoffe, die den Welpen vor den gefährlichsten Hundekrankheiten schützen sollen. Obwohl die Spritzen in den allermeisten Fällen keine Komplikationen verursachen, stellen Impfungen für junge Hunde selbstverständlich auch eine körperliche Belastung dar. Nicht alle Tierärzte und Hundehalter folgen deshalb dem gleichen Impfprogramm.

Impfungen bei Welpen: Diese Spritzen gehören zum vollen Impfplan

Wer bei seinem Welpen auf Nummer sicher gehen möchte, der kann sich an die Leitlinie der StIKo Vet halten. Diese sieht einen ganzheitlichen Impfplan vor, beginnend ab der achten Lebenswoche. Zu diesem Zeitpunkt wird der Welpe erstmalig gegen Parvovirose, Staupe, Leptospirose und Hepatitis geimpft. Bei Parvovirose, Staupe und Leptospirose handelt es sich um gefährliche Infektionskrankheiten, die nur schwer erfolgreich behandelt werden können. Auch eine Hepatitis (Entzündung der Leber) kann bei Hunden, insbesondere bei Jungtieren, schwere Folgen haben oder sogar zum Tod führen. Im vollen Impfplan werden die Impfungen gegen diese Krankheiten, auch Grundimmunisierung oder Core-Impfungen genannt, ab der zwölften Lebenswoche noch zweimal wiederholt. Zwischen der zweiten und dritten Spritze sollten in etwa drei bis vier Wochen liegen.

Ferner sieht die Leitlinie der StIKo Vet eine Impfung gegen Tollwut vor. Bekanntermaßen ist Tollwut die letzte tödlich verlaufende Krankheit der Welt. Sie ist hochansteckend und kann auch auf den Menschen übertragen werden. Um Hund und Halter vor den gefährlichen Erregern zu schützen, ist im vollen Impfplan deshalb eine Tollwutimpfung ab der zwölften Lebenswoche vorgesehen. Gegebenenfalls kann der Junghund im 15. Lebensmonat erneut gegen Tollwut geimpft werden. Neben den sogenannten Core-Impfungen gibt es außerdem die Non-Core-Impfungen, die als weniger wichtig angesehen werden. Dazu gehören Spritzen gegen Bordetella bronchiseptica, Canines Parainfluenzavirus, Dermatophytosen, Leishmaniose und Lyme-Borreliose. 

Impfungen bei Welpen: Diese Spritzen gehören zum leichten Impfplan

Elf zuckersüße Welpen, die Ihren Tag garantiert schöner machen

Ein Welsh Corgi Cardigan Welpe liegt im Gras.
Spielerisch erforschen Welpen ihre Umwelt. Der kleine Welsh Corgi Cardigan auf dem Foto legt sich auf die Pirsch – mit einem kleinen Leckerli im Maul.  © Imago
Berner Sennen-Hündin mit ihren Welpen
Immer der Mama nach! In den ersten Wochen nach ihrer Geburt ist der Kontakt zur Mutter immens wichtig. Von ihr lernen die kleinen Berner Sennen-Welpen, was wichtig ist im Hunde-Leben.  © Imago
Ein Labrador-Welpe schläft
Gerade erst auf der Welt, verbrauchen kleine Fellknäuel – wie der Labrador-Welpe auf dem Foto – viel Energie, weil sie so viele neue Eindrücke verarbeiten müssen. Deshalb fallen häufig die Äuglein zu.  © Yarvet/Imago
Neugierig schaut ein Australien Shepherd über seinen Platz hinaus
Wer sich einen Welpen aus dem Tierheim oder vom Züchter holt, muss unbedingt vorher die Wohnung „hundesicher“ machen. Denn die kleinen Energiebündel wie der Australian Shepherd auf dem Foto können in kürzester Zeit für Verwüstung in der Wohnung sorgen. © Alfred Hofer/Imago
Schäferhund-Welpe spielt mit Gießkanne
Junge Hunde wollen gefordert werden. Alles wird zum Spielzeug – auch die Gießkanne, auf der im Foto ein Schäferhund-Welpe herumkaut. © simba/Imago
Zwei Welpen kabbeln miteinander
Im Spiel mit ihren Geschwistern lernen Welpen, sich in der Gruppe zu behaupten.  © lucas/Imago/Panthermedia
Samojede-Welpe spielt im Schnee
Schnee, juheee! Der erste Schnee ist für Welpen etwas ganz Besonderes. Der Samojede auf dem Foto ist an kalte Temperaturen gewöhnt: Es handelt sich um eine nordische Hunderasse.  © Jean-MichelxLabat/Imago
Bulldogge schaut zu einem Hundewelpen herunter
In so manch brenzlige Situation gerät ein Hundewelpe beim Erkunden der Umgebung. So kann das Kennenlernen einer ausgewachsenen Bulldogge ziemlich respekteinflößend sein. © Susanne Woehler/galoppfoto/Imago
Golden Retriever-Welpe spielt mit einem Ball
Golden Retriever zählen zu den beliebtesten Hunden in Deutschland. Spätestens beim Anblick eines Welpen sind viele der unkomplizierten und familienfreundlichen Rasse erlegen. © Imago
Zwei Welpen in einem Korb
Ein Korb, dessen Inhalt keinen kaltlässt: Die beiden Welpen zeigen Züge der Rasse Golden Retriever (rechts im Bild) und Leonberger (links im Bild).  © Markus W. Lambrecht/Imago
Frau hat französische Bulldogge auf dem Arm
Französische Bulldoggen gelten als unkompliziert im Wesen und als verschmust. Klug und aufmerksam erkunden sie als Welpe die Welt – und halten Herrchen oder Frauchen damit ordentlich auf Trab. © Imago

Jeder Hundebesitzer will selbstverständlich, dass sein Tier gesund bleibt. Doch nicht nur rigorose Impfgegner sehen die von der StIKo Vet herausgegebene Impfleitlinie teilweise kritisch. Viele Züchter und Hundekenner setzen deshalb auf einen abgespeckten Impfplan. Dieser beinhaltet größtenteils die gleichen Vakzine wie der volle Impfplan, ausschließlich der Impfstoff gegen Leptospirose fehlt.

Die Grundimmunisierung wird dann nur einmal ab der 16. Lebenswoche wiederholt. Sofern der Hundehalter seinen Welpen gegen Tollwut impfen möchte, wird im leichten Impfplan nur eine einmalige Impfung ab der zwölften Lebenswoche empfohlen. Generell besteht in Deutschland keine Impfpflicht für Hunde. Wer jedoch mit seiner Fellnase ins Ausland reisen möchte, muss einen vollständigen Impfpass für seinen vierbeinigen Begleiter vorlegen können.

Rubriklistenbild: © IMAGO

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