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Nur die wenigsten Spinnen kommen mit ihrem Biss durch die menschliche Haut. Die Nosferatu-Spinne gehört dazu, doch ist der Biss gefährlich?
Hamm - Die Nosferatu-Spinne, wissenschaftlich Zoropsis spinimana, macht sich in Deutschland breit. Mittlerweile ist nahezu kein Haushalt mehr vor ihr sicher. Das ist laut dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu) inzwischen fast im ganzen Land der Fall. Einzige Ausnahme ist Mecklenburg-Vorpommern. Bei einer solchen Verbreitung häufen sich natürlich auch die Fälle von Spinnenbissen. Doch wie gefährlich ist der Biss der Vampir-Spinne? Wie verhält man sich am besten, wenn man gebissen wurde und wie kann man vorbeugen?
Wie gefährlich der Biss der Nosferatu-Spinne wirklich ist
Grundsätzlich verfügen nahezu alle Spinnen über ein Gift, dass sie beim Biss ausstoßen können, meistens zur Selbstverteidigung oder zum Erlegen ihrer Beute. Da ist die Nosferatu-Spinne keine Ausnahme. Auch schafft sie es mit ihren Beißklauen (Cheliceren) durch die menschliche Haut. Nur sehr wenige Spinnen, die in Deutschland anzutreffen sind, haben einen Biss, der Menschenhaut durchdringen kann. Laut Nabu sind es nur vier Arten:
- Kreuzspinne
- Wasserspinne
- Ammendornfinger
- Nosferatu-Spinne
Die Spinne hat also Gift und sie kommt damit auch unter die Haut. Aber der Nabu gibt Entwarnung: „Das Gift von Zoropsis spinimana ist für Menschen nicht gefährlich. Ihr Biss wird als ungefähr so schmerzhaft wie ein leichter Wespenstich beschrieben. Zudem beißt sie nur zu, wenn sie gereizt wird.“ Der Biss mag also durchaus schmerzhaft sein, ist aber harmlos. Zudem kann man Bisse vermeiden, indem man die Tiere gar nicht erst reizt.
Wie man mit der Spinne und ihrem Biss am besten umgeht
Da die Spinne ungefährlich ist, gibt es auch keinen Grund zur Beunruhigung. Um das Tier zu entfernen, kann man es in einem großen Behälter, etwa einer Müsli-Schüssel einfangen und darin nach draußen bringen. Auf keinen Fall sollte das Tier getötet werden. Auch wird davon abgeraten, die Spinne mit der bloßen Hand einzufangen, da der Biss immerhin schmerzhaft ist und durch einen solchen Angriff provoziert werden könnte. Am besten fotografiert man das Tier noch und meldet es der Nabu zur Erfassung.
In sehr seltenen Fällen können Menschen allergisch auf den Biss der Nosferatu-Spinne reagieren. Dann muss umgehend ein Arzt kontaktiert werden. Wenn möglich, sollte die Spinne, durch die der Biss entstand, eingefangen und dem Arzt gezeigt werden. Allergische Reaktionen auf den Biss der Spinne sind wesentlich seltener als etwa auf Wespenstiche. Zwar ähnelt der Biss der Spinne diesem, doch sollte tatsächlich eine Wespenplage im Sommer kommen, wie in letzter Zeit öfters angekündigt wurde, werden die Hauptquelle für solche Bisse Wespen sein. Dass es aber wirklich so viele Wespen geben wird in diesem Jahr, bezweifelt ein Imker aus NRW.
Rubriklistenbild: © H. Bellmann/F. Hecker/imago