VonSina Eberhardtschließen
Mit der kalten Jahreszeit begeben sich viele Wildtiere auf Futtersuche. Jetzt ist die perfekte Zeit, um Wintervorräte für Vögel und Eichhörnchen zu sammeln.
Bei der Fütterung von Wildtieren gibt es gespaltene Meinungen. Viele erachten sie als sinnvoll, während andere sie komplett ablehnen. „Man kann dabei auch vieles falsch machen“, erklärt Alexandra Ickes gegenüber der Badischen Zeitung. Die studierte Biologin und Referentin für Artenschutz beim baden-württembergischen Landesverband des Naturschutzbunds Deutschland (NABU) weiß: Besonders bei Igeln und Störchen ist Vorsicht geboten. Bei Vögeln gilt: Alle gewürzten und gesalzenen Lebensmittel sind grundsätzlich ungeeignet. Da Brot in ihren Mägen aufquillt, gehört es ebenfalls nicht auf den Speiseplan der Tiere.
Beachten Tierfreunde allerdings ein paar grundlegende Dinge, kann die Winterfütterung durchaus sinnvoll sein. Denn Vögel und Eichhörnchen nehmen Nüsse, Samen und Beeren gern an. Futter, das die Natur gerade im Herbst zu bieten hat. Welche Vorräte Sie jetzt für die Winterfütterung sammeln können und welches Wildtier was am liebsten frisst, zeigt unsere Liste.
1. Stieglitz
Im Winter freuen sich Stieglitze über Wildkräutersamen. Alexandra Ickes hat einen Tipp: Lassen Sie einige Stauden und Wildpflanzen stehen, wenn Sie den Garten für den Winter fit machen. „Die Stieglitze bedienen sich dort von selbst“, erklärt die Expertin. Zu den bevorzugten Speisen der Vögel gehören außerdem gehackte Nüsse, Getreideflocken und Rosinen.
2. Grünspecht
Grünspechte mögen „alles, was fettig ist“, weiß Biologin Ickes. Erdnüsse nehmen die Vögel daher dankend an. Außerdem stehen bei ihnen Äpfel und Mehlwürmer hoch im Kurs. Die Larven des Mehlkäfers eignen sich zwar weniger zum Sammeln. Wer den Grünspechten eine Freude bereiten möchte, bekommt diese aber lebendig oder tiefgefroren im Fachhandel.
3.-4. Elster und Eichelhäher
Die Maisernte ist vielerorts zwar schon in vollem Gange. Mit etwas Glück können Sie aber noch ein paar Maiskolben sammeln. Anschließend einfach trocknen und im Winter draußen an einer Schnur aufhängen. Schon ist das ideale Futter für Elstern und Eichelhäher angerichtet. Die beiden Vogelarten fressen ebenfalls gern ganze Erdnüsse. Und wie der Name schon vermuten lässt: Eichelhäher mögen Eicheln. In den Wintermonaten legen sie davon große Vorräte am Boden an.
5.-6. Amsel und Rotkehlchen
Beim Futter sind sich Amseln und Rotkehlchen einig: Rosinen stehen bei ihnen hoch im Kurs. Im September und Oktober ist die Hauptsaison von Weintrauben. Wer keine eigenen Pflanzen im Garten hat, kann die frischen Früchte aus dem Supermarkt trocknen. Diese enthalten dann keinen zugesetzten Zucker oder Öl. Auch verschiedene Beerensorten, die Sie im Sommer pflücken und für den Winter trocknen, nehmen die Vögel gern. Außerdem beliebt: Äpfel und Birnen. Fallobst im Garten können Sie daher einfach liegenlassen.
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7.-9. Kohlmeise, Blaumeise und Grünfink
Kohlmeisen, Blaumeisen und Grünfinken sind wahre Nussliebhaber. Für den Wintervorrat können Vogelfreunde aktuell Walnüsse sammeln. Befreien Sie die Steinfrüchte aber unbedingt vorher von ihrer harten Schale. Denn diese können die Vögel mit ihren Schnäbeln nicht knacken. Gehackte Nüsse nehmen sie dagegen sehr gern. Sonnenblumenkerne kommen ebenfalls gut an. Anbieten können Sie diese in einem Vogelhaus oder in einer Futtersäule.
10. Eichhörnchen
Egal ob Walnüsse, Haselnüsse oder Bucheckern: Eichhörnchen sind echte „Nussfanatiker“. Gegenüber Vögeln haben sie einen entscheidenden Vorteil: Für ihren kräftigen Kiefer und die Zähne ist es ein Leichtes, an die Frucht im Innern zu gelangen. Ihre Vorräte legen die fleißigen Nager meist schon vor der kalten Jahreszeit an. „Manchmal suchen sie aber auch im Winter“, sagt Alexandra Ickes. Eine Schale mit Nüsschen im Garten oder auf dem Balkon kommt dann gerade recht.
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Besser nicht füttern: Störche und Igel
Bei Störchen sollten Tierfreunde „die Finger von der Fütterung lassen“, betont Alexandra Ickes. Denn auf dem Speiseplan der Tiere stehen weder Nüsse noch Beeren. Sie jagen nach Mäusen, Küken oder Würmern. Den Vögeln Fleisch anzubieten, könne laut der NABU-Expertin dazu führen, dass sie ihre natürlichen Verhaltensweisen verlieren.
Vorsicht ist außerdem bei der Fütterung von Igeln geboten, erklärt die Biologin. Denn die Wildtiere sollen von klein auf lernen, selbstständig nach Käfern, Insekten und Würmern zu suchen. Gemüse, Obst und Hundefutter sind für Igel dagegen ungeeignete Nahrungsquellen. „All das darf man auf keinen Fall anbieten“, warnt Ickes. Auch Igelfutter aus dem Fachhandel sollten Tierfreunde besser im Regal stehen lassen.
