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Die Zahl der Rentner steigt stetig an, während die der Erwerbstätigen nur langsam wächst. Fachleute befürchten eine weitere Zuspitzung der Rentenproblematik.
München – Das Rentensystem in Deutschland steht vor einem Problem. Nur noch rund zwei Erwerbstätige zahlen für einen Rentner Beiträge. Das teilt das Demografieportal mit. Zwar ist die Anzahl der Beitragszahler in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, gleichzeitig ist die Zahl der Rentenempfänger aber noch stärker angestiegen. Das Problem könnte sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen.
Bald nicht mehr genug Beitragszahlende? Geburtenstarke Jahrgänge gehen in Rente
39,9 Millionen aktiv versicherte Menschen gab es laut Demografieportal im Jahr 2022 in Deutschland. Die Zahl der Rentenempfänger betrug hingegen 18,6 Millionen. Dadurch kommen nur etwas mehr als zwei Beitragszahler auf einen Rentner. In Zukunft wird das Verhältnis sich demnach weiter verschärfen: Die Generation der geburtenstarken Babyboomer geht ab 2020 nach und nach in den Ruhestand. In der Politik wird das Thema bereits lange diskutiert. Die Parteien haben vor der Bundestagswahl verschiedene Pläne, um die Rente auch künftig zu sichern.
Die Zahl der Rentenempfänger wird demnach in den kommenden Jahren stark ansteigen, während die Zahl der Erwerbstätigen gleichzeitig schrumpfen wird. Schon 2012 lag das Verhältnis zwischen Beitragszahlern und Rentenempfängern bei ungefähr zwei zu eins, berichtete das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung. Zum Vergleich: 1962 kamen in Westdeutschland noch sechs Erwerbstätige auf einen Rentner. Schon zehn Jahre später schrumpfte das Verhältnis auf vier zu eins. 1988 kamen nur noch drei Beitragszahler auf einen Rentenbezieher.
Seit 1957 wird gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland über eine Umlage finanziert. Die erwerbstätigen Generationen tragen die Rente der älteren Generationen. Die jüngeren dürfen im Gegenzug ebenfalls erwarten, ihre spätere Rente von den jüngeren Generationen finanziert zu bekommen. Man spricht hier vom sogenannten Generationenvertrag.
Mehr Arbeit und höhere Beiträge: Gen Z mit düstereren Aussichten auf Rente
Viele junge Menschen sind sich dem Problem bewusst und glauben nicht mehr daran, dass die gesetzliche Rente für sie später ausreichen wird. Insbesondere die Generation Z (Jahrgang 1996 bis 2012) steht bei der Rente vor düsteren Aussichten und könnte mit höheren Arbeitszeiten und Beiträgen konfrontiert werden.
Innerhalb der Gen Z haben sich daher verschiedene Trends entwickelt, in Bezug auf die Rente. Einer davon ist die sogenannte Mikro-Rente. Bei diesem Prinzip gönnen sich Arbeitnehmer zwischen Jobwechseln ein Jahr Pause, um sich zu erholen. Ziel ist es, sein Leben in vollen Zügen zu genießen, ohne dabei die finanzielle Absicherung in der Zukunft zu vernachlässigen. (tph)
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