Verblüffende Tierwelt

Sechs oder mehr Zehen – was hat es mit Hemingway-Katzen auf sich?

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Katzen mit sechs oder mehr Zehen werden als Hemingway-Katzen bezeichnet. Woher dieser Name kommt und was Seefahrer damit zu tun haben, erfahren Sie hier.

Katzen sind zwar geheimnisvolle Wesen und keine gleicht der anderen. Doch die meisten haben zwei Ohren, vier Beine und 30 Zähne. Wie viele Zehen die Stubentiger haben und weshalb manche von ihnen sogar mehr als gewöhnlich besitzen? Das lesen Sie in dieser Kurzbiografie über die Hemingway-Katzen.

Katzen mit sechs oder mehr Zehen – was steckt hinter dem Phänomen?

Nur wer genau hinschaut, erkennt den Extra-Zeh an der Hinterpfote dieser Hemingway-Katze.

In der Regel haben Katzen fünf Zehen an den Vorder- und vier Zehen an den Hinterpfoten. Doch Katzen mit sechs oder mehr Zehen – gibt es das wirklich? Eine Antwort darauf gibt die promovierte Biologin und Verhaltensberaterin mit Schwerpunkt Katze, Dr. rer. nat. Saskia Schneider, auf Petbook. Dort schreibt die Expertin: „Werden Katzen mit mehr als der üblichen Anzahl von Zehen geboren, nennt man das ‚Polydaktylie‘ – zu Deutsch: Mehrfingrigkeit.“ Diese würde beispielsweise durch eine Genmutation ausgelöst werden und könne bei jeder Katzenrasse vorkommen. „Dabei können verschiedene Ausprägungen von vier bis sieben Zehen pro Pfote entstehen, wobei meist die Vorderpfoten betroffen sind“, so Dr. Schneider. Katzen mit mehr als vier Zehen an den Hinterpfoten seien dagegen eher selten.

Die Katze mit den meisten Zehen

Die Katze mit den meisten Zehen lebte in Kanada und hörte auf den Namen Jake. Der Kater hatte 28 davon – sieben an jeder Pfote – und wurde damit ins Guinness Buch der Rekorde aufgenommen.

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Wieso sind Hemingway-Katzen in Europa nur selten anzutreffen?

Die besonderen Katzen sind heute unter dem Namen Hemingway-Katzen bekannt – benannt nach einem der erfolgreichsten und berühmtesten US-amerikanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, Ernest Hemingway. Weshalb die Namensgebung auf diese Weise erfolgte, lesen Sie später im Text.

In Europa sind Hemingway-Katzen selten. Die außergewöhnlichen Samtpfoten sind eher in Amerika anzutreffen, beispielsweise auf der Insel Key West, die vor der Südküste Floridas liegt. Und dieser Ort ist kein Zufall, wie Dr. Saskia Schneider weiß: Denn die Katzen mit sechs oder mehr Zehen seien vor allem in Küstengebieten anzutreffen. Der Grund? Die Katzen mit den Extra-Zehen seien bei Seeleuten sehr beliebt gewesen, bestätigt Tierärztin Franziska Gütgemann auf zooplus.de, weshalb man sie auch Schiffskatzen nennen würde. Sie galten als hervorragende Mäusefänger, konnten gut klettern und ihren sechsten Zeh als Daumen einsetzen, um zu greifen. Daher wurden sie bevorzugt auf Schiffen eingesetzt.

Noch heute findet man aus diesem Grund zahlreiche polydaktile Katzen entlang der Ostküste in den USA und Kanada sowie vereinzelt in Südwestengland und Wales. Dort hätten sie sich durch die Handelsschiffe besonders stark verbreitet.

Was hat Schriftsteller Ernest Hemingway mit den Katzen zu tun?

Der Grund, weshalb die Katzen mit den sechs Zehen nach dem berühmten Schriftsteller benannt wurden, ist nicht unbedingt naheliegend. Dazu muss man wissen, dass Hemingway neben seiner Tätigkeit als Schreiberling auch Abenteurer und Hochseefischer war. Von einem Schiffskapitän soll er 1930 ein flauschiges Geschenk erhalten haben: eine weiße Katze mit sechs Zehen, die auf den Namen Schneewittchen hörte.

Eine Katze hat absolute emotionale Ehrlichkeit – Menschen mögen ihre Gefühle verbergen, eine Katze jedoch nicht.

Ernest Miller Hemingway (1899-1961), US-amerikanischer Schriftsteller, Reporter, Kriegsberichterstatter, Abenteurer, Hochseefischer und Großwildjäger

Zu dieser Zeit lebte Hemingway auf Key West. Damals war die Haltung von Katzen im Haus nicht üblich, ebenso wie die Tiere kastrieren zu lassen. So kam es schließlich dazu, dass Ernest Hemingways Katze die Mutter zahlreicher Kätzchen auf Key West wurde. Bis heute sind die Hemingway-Katzen von Key West eine Attraktion. Literaturfans können die rund 60 Samtpfoten im Ernest Hemingway Home and Museum, dem ehemaligen Zuhause des Schriftstellers, besuchen.

Zehn Katzenrassen, die kaum einer kennt

Diese aus Kenia stammende Katze besticht mit ihrem wild gemustertem Fell.
1. Sokoke-Katze: Diese aus Kenia stammende Katze besticht mit ihrem wild gemustertem Fell. Sie gilt als athletisch, agil und verspielt und braucht viel Freilauf. © IMAGO/Sergei Karpukhin
Die LaPerm-Katze ist berühmt für ihr lockiges Fell, das an Siamesen erinnert.
2. LaPerm: Die LaPerm-Katze ist berühmt für ihr lockiges Fell, das an Siamesen erinnert. Ursprünglich kommt diese Rasse aus den USA. Sie sind anhängliche und zutrauliche Tiere, die eine enge Bindung zu ihren Besitzern aufbauen. © IMAGO
Eine Mischung aus Burmesen und Chinchilla-Persern.
3. Burmilla: Eine Mischung aus Burmesen und Chinchilla-Persern. Burmilla-Katzen wirken mit ihrem schimmerndem Fell sehr elegant. Ihr Charakter wird als sanft und gesellig beschrieben. © IMAGO/G. Lacz
Diese Rasse stammt ursprünglich aus dem östlichen Russland.
4. Kurilen Bobtail: Diese Rasse stammt ursprünglich aus dem östlichen Russland. Charakteristisch ist der deutlich verkürzte Schwanz. Die Kurilen Bobtail gilt als naturverbunden und verspielt und sollte am besten als Freigänger gehalten werden. © IMAGO
Hierbei handelt es sich um eine Kreuzung zwischen der Bengal- und der Orientalisch-Kurzhaar-Katze.
5. Serengeti-Katze: Hierbei handelt es sich um eine Kreuzung zwischen der Bengal- und der Orientalisch-Kurzhaar-Katze. Serengeti ähneln vom Aussehen her den deutlich größeren Geparden. Sie sind sehr aktiv und gesellig.  © IMAGO
Diese Eigenschaften machen die Selkirk Rex-Katzen zu einem idealen Kuschelpartner und Mitbewohner.
6. Selkirk Rex: Lockiges Fell, sanfter Charakter: Diese Eigenschaften machen die Selkirk Rex-Katzen zu einem idealen Kuschelpartner und Mitbewohner. Aufgrund ihrer Tendenz, enge Bindungen mit ihrem Besitzern aufzubauen, wird sie auch als „Hundkatze“ bezeichnet. © IMAGO
Mit ihrem gefleckten Fell sieht diese Kurzhaarkatze einfach majestätisch aus.
7. Ägyptische Mau: Mit ihrem gefleckten Fell sieht diese Kurzhaarkatze einfach majestätisch aus. Ihre Herkunft reicht bis ins antike Ägypten zurück. Dort wurde sie auf historischen Wandmalereien abgebildet. © IMAGO
Umgangssprachlich wird diese Rasse auch als „Türkische Wasserkatze“ bezeichnet.
8. Türkish Van: Umgangssprachlich wird diese Rasse auch als „Türkische Wasserkatze“ bezeichnet. Der Grund dafür ist ihre ungewöhnliche Vorliebe zum Wasser. So fischt und schwimmt sie gerne in freier Natur. © IMAGO/G. Lacz
Nur zwei bis drei Kilo bringt diese Katze im ausgewachsenen Zustand auf die Waage.
9. Singapura: Nur zwei bis drei Kilo bringt diese Katze im ausgewachsenen Zustand auf die Waage. Damit ist sie die kleinste Rassekatze der Welt. Hierzulande ist die Singapura-Katze äußerst selten und wird nur vereinzelt gezüchtet.  © IMAGO/P. Wegner
Wie der Name schon sagt, ist das Fell dieser Katze sehr kurz.
10. Orientalisch Kurzhaar: Wie der Name schon sagt, ist das Fell dieser Katze sehr kurz. Ähnlich wie Siamkatzen sind Orientalisch Kurzhaar schlank und elegant gebaut. Sie gelten als aktiv, gesellig und sehr neugierig.  © IMAGO

„Manchmal sieht es so aus, als würden sie Fäustlinge tragen, weil sie einen Daumen an der Pfote zu haben scheinen“, schreibt das Museum auf seiner Homepage. Über zwei Apps können Katzenliebhaber alle flauschigen Bewohner der Hemingway-Residenz anschauen – genau wie über den offiziellen Instagram-Account der Katzen vom Hemingway Home.

Rubriklistenbild: © Pond5 Images/Imago

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