Nach Zug-Desaster: Österreich-Fans verpassen EM-Spiel und erheben schwere Vorwürfe gegen Deutsche Bahn
VonKai Hartwig
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Immer wieder kommt es bei der Deutschen Bahn zu Verspätungen. Für EM-Fans aus Österreich hatte dies erhebliche Folgen. Das Unternehmen reagiert.
München – Die EM 2024 in Deutschland ist bislang ein großes Fußballfest. Fans aus ganz Europa sorgen an den Spielorten und auch in anderen Städten für beste Stimmung. Doch einen Wermutstropfen scheint das Turnier zu haben. Und den kennen die Bundesbürger aus ihrem Alltag nur zu gut: Probleme mit Zügen der Deutschen Bahn. Ein Österreich-Fan schilderte nun, wie seine Bahnreise zum Desaster wurde – wie kürzlich auch der EM-Trip hunderter Anhänger der österreichischen Nationalmannschaft.
Österreich-Fans erleben bei Fahrt zu EM-Spiel in Berlin Zug-Desaster mit der Deutschen Bahn
Der Familienvater hatte laut einem Bericht von krone.at Tickets für das zweite Gruppenspiel der ÖFB-Auswahl gegen Polen. Die Partie wurde am vergangenen Freitag (21. Juni) im Berliner Olympiastadion ausgetragen. Um auch pünktlich das Stadion in Berlin zu erreichen, war der Österreicher gemeinsam mit seinen beiden Töchtern (beide neun Jahre alt) und zwei Arbeitskollegen besonders früh Richtung Wien aufgebrochen. Um 4 Uhr ging es mit dem Auto zum Hauptbahnhof in der österreichischen Hauptstadt.
Von dort sollte die Fahrt zunächst mit einer Regionalbahn nach München gehen, anschließend per ICE der Deutschen Bahn nach Berlin. Doch die Reise ging denkbar schlecht los – die Regionalbahn hatte eine 45-minütige Verspätung, der Anschlusszug in Salzburg wurde verpasst. Immerhin schien die Gruppe der Österreich-Fans Glück im Unglück zu haben. In München wurde bei der Ankunft um 11.25 Uhr klar, „dass unser ICE-Zug 1110 nach Berlin noch nicht weggefahren ist. Da waren wir noch froh, den Zug erreicht zu haben.“
Ungeplanter Zwischenstopp in Bitterfeld: Österreich-Fans schaffen es nicht bis zum Stadion und verpassen EM-Spiel
Der verspätete ICE 1110 fuhr „um 12.16 Uhr“ am Hauptbahnhof München los: „Wäre die geplante Ankunft um 16.40 Uhr eingehalten worden, wäre es sich noch leicht ausgegangen, pünktlich zum Anpfiff um 18 Uhr im Stadion zu sein.“ Die Freude währte allerdings nicht lange.
In Sachsen-Anhalt stoppte der Zug um 15.30 Uhr unerwartet am Bahnhof Bitterfeld. Laut Bahn-Homepage beträgt die planmäßige Fahrtzeit einer Direktverbindung via ICE von Bitterfeld zum Berliner Hauptbahnhof 55 Minuten bis eine Stunde 13 Minuten. Die Österreich-Fans waren ihrem Ziel also schon sehr nah. Doch von Bitterfeld ging es erst nach zwei Stunden, gegen 17.30 Uhr, per Ersatzzug weiter.
Eine Zugfahrt mit einem ICE der Deutschen Bahn wurde für einige EM-Fans aus Österreich zum Desaster. Sie kamen wegen Verspätung nicht rechtzeitig zum Spiel ins Stadion.
EM-Fan aus Österreich erhebt schwere Vorwürfe gegen die Deutsche Bahn – „Eine Ausrede“
Besonders verärgert zeigte sich der Familienvater über das Krisenmanagement der Deutschen Bahn. Der Ersatzzug ab Bitterfeld sei restlos überfüllt gewesen. Man habe sich eingepfercht gefühlt und wie viele andere aus Sitzplatzmangel auf dem Boden gesessen. Auch die offizielle Begründung für den Zugwechsel und die Verspätung stellte ihn nicht zufrieden, den „Unwetterschaden an der Oberleitung“ bezeichnete der Österreicher als „eine Ausrede“.
Bei den jungen Fans habe die massive Verspätung für bittere Tränen gesorgt. Rechtzeitig ins Stadion konnten es die Fußball-Anhänger aus der Alpenrepublik nicht mehr schaffen, das Spiel verpassten sie. Erst um 21.22 Uhr sei man am Hauptbahnhof Berlin angekommen. Da war die EM-Partie Österreich gegen Polen längst vorbei.
Bahn äußert sich zu Chaos-Fahrt von EM-Fans: „Verkettung von unglücklichen Umständen“
Auf eine Anfrage von IPPEN.MEDIA äußerte sich die Deutsche Bahn zu der Fahrt der Österreich-Fans. „Leider sind die Fußfallfans aus diesem ICE nicht rechtzeitig zu ihrem Spiel gekommen. Das bedauern wir sehr und möchten uns in aller Form dafür entschuldigen“, erklärte ein Bahn-Sprecher. Er ergänzte: „Der Grund war die Verkettung von unglücklichen Umständen. Zunächst konnte der Zug wegen eines Polizeieinsatzes nicht pünktlich abfahren, später wurde die Fahrt unterbrochen, weil bei einem Unwetter ein Baum auf die Gleise gefallen war. Die Strecke wurde aus Sicherheitsgründen gesperrt, denn die Sicherheit unserer Fahrgäste hat höchste Priorität. Das hat den Bahnbetrieb leider aus dem Takt gebracht.“
Man danke den Reisenden für ihre Geduld und ihr Verständnis. Alle betroffenen Reisenden können sich laut dem Bahn-Sprecher „an den Kundenservice der DB wenden. Dort werden wir individuelle Lösungen zur Wiedergutmachung finden.“