VonMarvin K. Hoffmannschließen
Ab dem 1. März ist der radikale Heckenschnitt verboten. Ein Verstoß kann ein hohes Bußgeld nach sich ziehen. Es gibt Ausnahmen – allerdings auch gute Gründe, sich an die Regel zu halten.
Hamm – Wer im Februar noch etwas Wichtiges im Garten erledigen will, sollte sich beeilen: Der Heckenschnitt ist ab 1. März nämlich verboten. Ein Verstoß könnte ein hohes Bußgeld nach sich ziehen. Doch auch der Schutz der Natur sollte ein wichtiger Grund sein, die Hecke in diesem Zeitraum nicht mehr zu schneiden.
Hecke noch im Februar schneiden: Ab 1. März schon ist diese Gartenarbeit verboten
Hecken „auf Stock zu setzen“, also sie radikal herunter zu schneiden und bis auf eine Länge kurz über dem Boden zu kürzen, ist im Zeitraum zwischen dem 1. März und dem 30. September verboten. Auch dürfen Hecken nur im äußersten Ausnahmefall ganz beseitigt werden. So ist es im Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) geregelt. Das gilt im Übrigen nicht nur für Hecken, sondern auch für lebende Zäune und Sträucher. Ein Verstoß gegen das Gesetz wird als Ordnungswidrigkeit eingestuft.
Viele Gründe sprechen dafür, die Hecke ab 1. März nicht radikal zu schneiden
Das hat sich der Gesetzgeber natürlich nicht ohne Grund gedacht. Viel spricht dafür, sich an diese Regelung zu halten – und nicht nur, um ein drohendes Bußgeld zu verhindern. Hier sind fünf gute Gründe, warum man seine Hecke zwischen März und Oktober nicht schneiden sollte:
- Brutzeit der Vögel: In diesen Monaten nisten und brüten viele Vogelarten in den Hecken. Durch das Schneiden der Hecken könnte man die Nester stören und die Jungvögel gefährden.
- Gesetzlicher Schutz: In vielen Ländern, einschließlich Deutschland, ist das Schneiden von Hecken in dieser Zeit gesetzlich verboten, um den Schutz der Tierwelt zu gewährleisten. Verstöße können zu Geldstrafen führen.
- Ökologisches Gleichgewicht: Hecken bieten Lebensraum und Nahrungsquelle für zahlreiche Insekten und andere Kleintiere. Ein Schnitt würde das ökologische Gleichgewicht stören und möglicherweise schädliche Auswirkungen auf das gesamte Gartenökosystem haben.
- Optimale Wachstumsbedingungen: Hecken wachsen und gedeihen am besten, wenn sie außerhalb ihrer Wachstumsperiode geschnitten werden. Durch einen Schnitt im Frühjahr oder Sommer könnte man das Wachstum und die Gesundheit der Pflanzen beeinträchtigen.
- Ästhetischer Aspekt: Ein Rückschnitt zu der falschen Jahreszeit kann dazu führen, dass die Hecke ungleichmäßig wächst oder kahle Stellen bekommt, was das Erscheinungsbild beeinträchtigt.
Was aber, wenn sich ein (Hobby-)Gärtner partout nicht an das Verbot halten will? Nun, dann könnte ihn die volle Härte des Gesetzes treffen. In Nordrhein-Westfalen drohen je nach Größe der Hecke unterschiedlich hohe Bußgelder:
| Höhe der Hecke | Drohendes Bußgeld* |
|---|---|
| bis 10 Meter | 40 bis 750 Euro |
| bis 100 Meter | 200 bis 3000 Euro |
| über 100 Meter | 750 bis 12.500 Euro |
*Quelle: bussgeldkatalog.org
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Doch keine Sorge: Ganz verzichten müssen Gärtner auf den Schnitt ihrer Hecke zwischen März und Oktober auch nicht. Die Hecke in Form bringen, also etwa einzelne Äste zurückschneiden, ist das ganze Jahr über erlaubt. Auch kranke Stellen dürfen Sie im Sommer zurechtschneiden. „Schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen“ erlaubt, heißt es in Paragraf 39 des Bundesnaturschutzgesetzes.
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