VonSimon Stockschließen
Ihre Hecke im Garten muss geschnitten werden? Wer das im Februar nicht getan hat, sollte jetzt warten. Denn ab jetzt ist es komplizierter – und eventuell teuer.
Hamm - Der Garten lädt aktuell nicht gerade dazu ein, ihn auf Vordermann zu bringen. Kälte, Regen und Wind – bei diesem Wetter ist der Reiz des Sofas deutlich größer als der des Gartens. Doch wenn die Hecke vor oder hinter dem Haus wild aussieht, dann ist jetzt im Februar genau die richtige Zeit, zur Schere zu greifen. Denn wer es später tut, riskiert ein Bußgeld.
Hecke schneiden im Februar: Ab März nur eingeschränkt möglich
Hecken brauchen wie alle Pflanzen Pflege. Sie müssen regelmäßig zugeschnitten werden, damit der eigene Garten oder auch angrenzende Wege nicht zuwuchern. Bei vielen Hobby-Gärtnern spielt auch die Optik eine große Rolle: Sauber geschnittene Hecken sehen für sie einfach schöner aus als wilde.
Hecken sind aber auch für die Natur wichtig. Hier finden viele Tiere – von brütenden Vögeln über kleine Säugetiere bis hin zu Insekten – Nahrung und Schutz. Für sie stellt der Heckenschnitt einen höchst unwillkommenen, nicht selten sogar tödlichen Eingriff dar. Dem trägt der Gesetzgeber Rechnung: Hecken dürfen nur im Zeitraum zwischen Anfang Oktober und Ende Februar stark beschnitten werden.
Im Zeitraum zwischen dem 1. März und dem 30. September ist es verboten, Hecken radikal abzuschneiden, „auf Stock zu setzen“ (also bis kurz über dem Boden abzuschneiden) oder ganz zu beseitigen. So ist es im Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) geregelt. Das gilt im Übrigen nicht nur für Hecken, sondern auch für lebende Zäune und Sträucher. Ein Verstoß gegen das Gesetz wird als Ordnungswidrigkeit eingestuft.
Hecke schneiden: In Form bringen ist das ganze Jahr über erlaubt
Wohlgemerkt: Es ist nicht verboten, in der Zeit von März bis September zur Schere zu greifen und seine Hecke zu pflegen. Die Hecke in Form bringen, also etwa einzelne Äste zurückschneiden, ist das ganze Jahr über erlaubt. Auch kranke Stellen dürfen Sie im Sommer zurechtschneiden. „Schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen“ erlaubt, heißt es in Paragraf 39 des Bundesnaturschutzgesetzes.
Auch wenn ein Formschnitt zu jeder Jahreszeit erlaubt ist: Bevor Sie die Heckenschere zur Hand nehmen, sollten Sie grundsätzlich nachschauen, ob dort ein verborgenes Vogelnest mit Eiern oder Jungvögeln versteckt ist. In diesem Fall bitten Naturschützer darum, den Formschnitt zu verschieben.
Wer ab dem 1. März jedoch nicht nur leicht, sondern radikal schneidet, muss mit einem saftigen Bußgeld rechnen – je nach Größe der Hecke. Bei Hecken bis zu 10 Metern Länge droht etwa in Nordrhein-Westfalen ein Bußgeld zwischen 40 und 750 Euro, bei bis zu 100 Metern zwischen 200 und 3000 Euro und bei mehr als 100 Metern 750 bis zu 12.500 Euro.
Zehn Zimmerpflanzen, die Leitungswasser gar nicht vertragen – sie reagieren auf Kalk




Hecke schneiden im Februar: Auf die Temperatur achten
Wer sich dazu entschließt, trotz widrigen Wetters im Februar die Hecke zu schneiden, handelt im gesetzlichen Sinne korrekt. Für die richtige Pflege müssen vor dem Schnitt jedoch einige Dinge beachten werden:
- Die Temperatur sollte über 5 Grad Celsius liegen. Ist es kälter, schadet der Schnitt der Pflanze. Die Wunden heilen nicht so schnell.
- Ideal für den Schnitt sind sonnige Tage.
- Kürzen Sie die unteren Äste weniger als die oberen. Unten ist die Hecke dann breiter als oben. So bekommen alle Blätter möglichst viel Sonne ab.
- Von Montag bis Samstag dürfen Sie um 7 Uhr mit Gartenarbeiten beginnen. Nutzen Sie eine elektrische Heckenschere, darf es erst um 9 Uhr losgehen.
Derweil gibt es im Februar 2024 für Verbraucher viele Änderungen. Es geht um Rente, Streaming-Preise, Inflationsprämie, Zuzahlung in der Apotheke und mehr.
Rubriklistenbild: © Liane M/Imago

