Abschneiden oder reifen lassen?

Oleander-Schoten: Richtiger Umgang mit Balgfrüchten und Samen

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Nach der Blüte bilden Oleander-Pflanzen längliche Schoten, die sogenannten Balgfrüchte. Doch soll man sie abschneiden oder wachsen lassen?

Der Oleander ist im Garten oder im Topf auf der Terrasse ein schöner Blickfang – und mit der richtigen Pflege ganz besonders blühfreudig. Manch ein Gärtner entdeckt jedoch plötzlich längliche, grüne Schoten an der Pflanze. Dabei handelt es sich um sogenannte Balgfrüchte. Doch was tun damit – abschneiden oder nicht?

Wann entwickelt ein Oleander Schoten?

Wer will, dass der Oleander weiter ausgiebig blüht, sollte die Schoten sofort entfernen.

Die länglichen, bohnenähnliche Gebilde, die der Oleander ausbildet, sind seine Früchte. Sie entstehen dann, wenn eine Blüte befruchtet wurde. Dabei sind Oleander grundsätzlich zwittrig. Das bedeutet: Sie bilden sowohl weibliche als auch männliche Blüten aus, sodass eine Pflanze sich selbst befruchten kann. Die Bestäubung übernehmen verschiedene Insekten. Die Samenkapseln entstehen jedoch nur dann, wenn der Oleander ausreichend Sonne und Wärme bekommen hat. 

Was macht man mit den Samenkapseln vom Oleander?

Haben sich bereits Schoten an Ihrem Oleander gebildet, stehen Sie vor der Frage: Sollten Sie die Samenkapsel abschneiden oder dran lassen? Das kommt darauf an, was Sie mit der Pflanze vorhaben. Grundsätzlich braucht der Oleander jede Menge Energie, um die Samen zu bilden. Diese fehlt an anderer Stelle – beispielsweise, um neue Blüten zu produzieren. Wer also möchte, dass der Oleander die ganze Saison in Rot, Weiß oder Rosé erstrahlt, sollte die Schoten abmachen. Hierbei gilt:

  • Vertrocknete Blüten im besten Fall abknipsen, bevor überhaupt Samenkapseln entstehen. 
  • Falls sich bereits Schoten gebildet haben, entfernen Sie sie so schnell wie möglich – bevor sie anfangen, sich braun zu verfärben.
  • Tragen Sie auf jeden Fall Handschuhe und langärmlige Kleidung.
  • Die abgeschnittenen Kapseln kommen in einer Tüte in den Restmüll, nicht auf den Kompost. Die Samen sind hochgiftig.

Verwelktes abschneiden: Diese Blumen sollten Sie im Sommer für neue Blüten ausputzen

Wiesen-Phlox (phlox maculata) Nataschia
Was für eine Schönheit! Noch schöner wirds, wenn man den Wiesen-Phlox (Phlox maculata) sofort nach der ersten Blüte ausputzt. Dies gilt auch für die niedrigen Verwandten Polster- und Teppich-Phlox. © Depositphotos/Imago
Person schneidet welke Dahlienblüte ab.
Damit Dahlien bis zum Frost blühen, ist das regelmäßige Ausputzen nötig – sonst hören sie einfach irgendwann auf. © Panthermedia/Imago
Stauden-Lupinen und Katzenminze
Stauden-Lupinen und Katzenminze gehören ebenfalls zu den Blumen, deren Blüten man regelmäßig stutzen sollte. © Nature Picture Library/Imago
Frau steht zwischen Rosensträuchern
Bei „öfterblühenden Rosen“ schneidet man welke Blüten so schnell wie möglich einschließlich der ersten beiden Laubblätter ab, um den nächsten Flor anzuregen. © Cavan Images/Imago
Gelbes Sonnenauge (Heliopsis helianthoides)
Das Sonnenauge (Heliopsis helianthoides) belohnt das regelmäßige Entfernen welker Blüten mit kontinuierlicher Blütenbildung. © Pond5 Images/Imago
Blühender Lavendel im Sommer
Der Lavendel ist ein Paradebeispiel für einen gelungenen Rückschnitt: im Juli oder August nach der Blüte werden alle alten Blütenstände entfernt. Bis zum Herbst kommen dann neue nach. © Panthermedia/Imago
Frau schneidet Clematis
Manche Clematis benötigen einen Rückschnitt. Aber Vorsicht, nur die großblumigen Arten und Sorten der Schnittgruppe 2, die im Frühsommer an den vorjährigen Trieben blühen. Geschnitten wird die Blüte mitsamt dem ersten Blattpaar darunter. Im Spätsommer blüht die Pflanze dann erneut. © Redeleit/Imago
Purpur-Sonnenhut (echinacea purpurea)
Wer den Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea) regelmäßig schneidet, verhindert die unkontrollierte Selbstaussaat. © bodenseebilder.de/Imago
Blau blühender Rittersporn
Beim Rittersporn lohnt sich ein besonders kräftiger Rückschnitt. Wenn er ein zweites Mal blühen soll, schneidet man Verblühtes eine Handbreit über dem Boden ab – je früher im Sommer das der Fall ist, desto besser. © Shotshop/Imago
Zwei Senioren begutachten Rhododendron-Blüten
Weniger Blume als Strauch, aber auch vom Rhododendron schneidet man Verblühtes zugunsten neuer Knospen ab. So verhindert man außerdem Schädlingsbefall und Pilzerkrankungen. © YAY Images/Imago

Genauso ist es aber natürlich möglich, die Kapseln ausreifen zu lassen und die Samen zu ernten. Diese können Sie dann entnehmen, wenn die Schoten komplett braun sind und sich an den Rändern bereits öffnen. Einfacher geht jedoch das Vermehren durch Stecklinge. Dann sind die neuen Pflanzen außerdem sortenrein. Das bedeutet: Sie haben die gleichen Merkmale, wie die Mutterpflanze – beispielsweise die Farbe. 

Wie giftig sind Oleander-Samen?

Je nach verzehrter Menge kann es zu Herzrhythmusstörungen kommen; im schlimmsten Fall auch zu Atem- oder Herzstillstand. Das gilt in besonderem Maße auch für die Samen. Hier berichtet das Fachinformationszentrum der Bundeswehr, dass bereits bei einem bis zehn Samen ein tödlicher Ausgang möglich ist.  

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Oleandersamen einpflanzen? So geht’s

Wer aus den Balgfrüchten des Oleanders die Samen entnommen hat, kann diese aussäen. Die nötige Anzuchterde können Sie auch selbst herstellen. Wichtig hier: Bedecken Sie die Samen nur mit wenig Erde, da die Keimlinge ausreichend Licht brauchen. Dann befeuchten Sie den Boden gut mit der Sprühflasche. Die Anzuchtschale decken Sie im Anschluss mit Klarsichtfolie ab oder mit einem durchsichtigen Deckel. Im Normalfall keimen die Samen dann innerhalb weniger Tage. Dazu brauchen Sie es aber konstant schön warm: 25 bis 30 Grad sind ideal. Gut zu wissen: Die Pflanzen blühen erst ab dem zweiten oder dritten Jahr. 

Rubriklistenbild: © Pond5 Images/IMAGO

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