Schnelle Verbreitung

Kann die Corona-Variante JN.1 Ängste und Schlafstörungen auslösen?

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Corona hält uns auch diesen Winter auf Trab. Aufsehen erregt aktuell vor allem die neue Omikron-Variante JN.1. Doch sind die Bedenken überhaupt berechtigt?

Sie ist eine Sublinie der Corona-Variante Pirola und laut Robert Koch-Institut (RKI) derzeit die dominierende Covid-Variante in Deutschland: JN.1. Das Virus ist zwar nicht gefährlicher als andere Corona-Varianten, verbreitet sich aber sehr schnell und steht im Verdacht, ungewöhnliche Symptome wie Schlafstörungen und Ängste auszulösen. Was ist dran an den Meldungen – und müssen wir uns wegen JN.1 wirklich Sorgen machen?

JN.1 besonders ansteckend

Der Winter ist da und wir halten uns vermehrt in beheizten Innenräumen auf. Wie erwartet, ist deshalb auch die Zahl der Atemwegsinfekte in die Höhe geschossen. So war Ende 2023 mehr als jeder Zehnte in Deutschland krank, darunter etwa 3.000 Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner. Und auch die Grippe-Welle hat laut RKI offiziell begonnen. Ältere oder immungeschwächte Menschen sollten nach Empfehlung von Experten deshalb über eine Grippe-Schutzimpfung nachdenken.

Neben Influenza und RS-Viren machen uns jetzt vor allem Corona-Viren krank. Die neueste Corona-Variante, die aktuell für Aufsehen sorgt, ist JN.1. Die Virus-Variante, die erstmals 2023 in den USA nachgewiesen wurde, verbreitet sich besonders schnell. Grund dafür sind Veränderungen im Spike-Protein, die den Virusstamm besonders ansteckend machen. Thomas Russo, Professor und Chefarzt für Infektionskrankheiten an der Universität Buffalo (New York), nannte JN.1 deshalb in einem Artikel des Gesundheitsmagazins Prevention „ziemlich hinterlistig“. Anders als vermutbar, bezieht er sich damit aber nicht auf schwere Infektionsverläufe, sondern auf die hohe Ansteckungsrate.

Wer sich mit der Corona-Variante JN.1 infiziert, leidet womöglich unter Schlafproblemen (Symbolbild).

Müssen wir uns wegen JN.1 Sorgen machen?

Laut Dr. Russo bestehe deshalb aber kein Grund zur Panik. „Wir glauben nicht, dass es schwerere Erkrankungen verursacht als andere Varianten“, sagt er im Artikel. Auch, weil es mittlerweile eine gewisse Grundimmunisierung in der Bevölkerung gebe. Zudem sollten verfügbare Covid-Impfstoffe und Medikamente gegen JN.1 wirken.

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Neben Russos Aussage, brachte eine weitere Meldung JN.1 Aufmerksamkeit: Das britische „Office for National Statistics“ hatte im Dezember eine Umfrage in England und Schottland unter kürzlich an Corona erkrankten Personen durchgeführt. Knapp elf Prozent der Befragten gaben an, von Sorgen, Ängsten und Schlafstörungen geplagt zu sein. Allerdings gaben die britischen Studienautoren auch an, dass die Beschwerden nicht unbedingt mit Corona zusammenhängen müssen.

Ähnliche Symptome wie frühere Varianten

„Derzeit gibt es keine Daten, die darauf hindeuten, dass JN.1 andere Symptome verursacht als frühere COVID-19-Varianten“, sagt auch Dr. William Schaffner, Professor an der Vanderbilt University School of Medicine (Nashville, USA) gegenüber Prevention. Und: „Es ist eine Omikron-Variante und scheint ähnlich zu sein“. Typische Symptome bei Infektionen mit Omikron sind:

  • Fieber und Schüttelfrost
  • Atembeschweren/Kurzatmigkeit
  • Muskel- und Gliederschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Verlust von Geschmacks- und Geruchssinn
  • Schnupfen
  • Übelkeit/Erbrechen/Durchfall

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16)
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © dpa
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Auslöser der Tuberkulose sind Bakterien (Mycobacterium tuberculosis)
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

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