VonJasmina Deshmehschließen
Viele Menschen sind am husten, schniefen oder liegen mit Fieber flach. Wie schon im letzten Jahr machen gerade besonders viele Atemwegsinfekte die Runde.
Gefühlt sind aktuell alle um einen herum krank. Nur ein Eindruck oder sind die Zahlen wirklich so hoch? Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin erhebt wöchentlich den Krankheitsstatus von Freiwilligen mit Hife eines Surveillence-Programms. Die Daten werden dann auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet. Die Ergebnisse zeigen: Tatsächlich sind auch in diesem Jahr wieder mehr Menschen von Atemwegsinfekten betroffen, als vor der Pandemie.
Erkältungswelle – mehr als jeder Zehnte hat einen Atemwegsinfekt
Aus dem letzten Wochenbericht des RKI (zeitversetzt) geht hervor: die Erkältungswelle hat Deutschland erreicht. Mehr als jeder Zehnte ist gerade krank – über alle Altersgruppen hinweg. Das entspricht knapp neun Millionen Fällen. Die Zahlen sind damit ähnlich hoch wie im letzten Jahr und übersteigen deutlich das Niveau vor der Pandemie.
Im Vergleich zur Vorwoche sind laut RKI vor allem junge Erwachsene (15 bis 34 Jahre) und Schulkinder (fünf bis 14 Jahre) erkrankt. Wie viele Fälle davon Corona betreffen, ermittelt das RKI mit dem sogenannten GrippeWeb. Der Wert ist im Vergleich zur Vorwoche gestiegen – schätzungsweise gibt es aktuell 3.000 Covid-Fälle pro 100.000 Einwohner.
Welche Viren machen uns noch krank?
Neben Corona-Viren sind vor allem Rhinoviren (klassiche Erkältungsviren), RS-Viren (Respiratorische Synzytial-Virus) und Influenza-Viren (Grippe-Viren) im Umlauf. Corona wurde hauptsächlich bei Erwachsenen nachgewiesen, RS-Viren überwiegend bei Kindern unter vier Jahren. Das RS-Virus sind vor allem für Babys und Kleinkinder unter zwei Jahren gefährlich und führt immer wieder zu schweren Verläufen und Krankenhausaufenthalten. Alarmsignale sind laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) starker Husten, schnelle Atmung und pfeifende Atemgeräusche. Bei Babys kann sich die Haut zwischen den Rippen nach innen ziehen. Manchmal kommt es auch zu Atemaussetzern und bläulich verfärbter Haut (Sauerstoffmangel). In diesem Fall ist schnelle ärztliche Hilfe nötig.
Grippewelle laut RKI noch nicht gestartet
Obwohl die Infektionen mit Influenza-Viren angestiegen sind, hat die Grippewelle laut RKI noch nicht begonnen. Erkrankt sind in den letzten Wochen hauptsächlich Schulkinder (fünf bis 14 Jahre). Stichproben lassen vor allem eine deutliche Zunahme von Influenza A(H1N1)pdm09-Viren erkennen, auch bekannt als „Schweine-Grippe“. Diese Form der Grippe ähnelt von den Symptomen und dem Krankheitsverlauf einer saisonalen Grippe.
Grippe-Symptome treten oft plötzlich auf und halten sich dann hartnäckig. Typische Krankheitszeichen sind:
- plötzlich auftretendes Fieber
- Muskel-/Kopf- und Gliederschmerzen
- zeitversetzt kommt es oft zu trockenem Reizhusten
Allerdings ist nur etwa ein Drittel der Erkrankten von diesen Beschwerden betroffen. Ein Drittel hat nur milde Symptome, ähnlich wie bei einer Erkältung, und ein Drittel der Betroffenen zeigt sogar gar keine Symptome. Gefährlich ist eine Grippe vor allem für ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen, bei denen der Krankheitsverlauf deutlich länger und mit mehr Komplikationen verbunden sein kann. Experten empfehlen ihnen daher eine Schutzimpfung.
Noch gesund? So können Sie sich schützen
Da im Winter besonders viele Infekte grassieren, gibt keinen vollständigen Schutz. Wer ein paar Regeln befolgt, kann sein Immunsystem aber stärken und das Risiko einer Ansteckung reduzieren:
- regelmäßig die Hände waschen und desinfizieren
- nicht mit den Händen ins Gesicht fassen
- Innenräume regelmäßig stoßlüften
- in öffentlichen Räumen eine Maske tragen
- gesund und ausgewogen ernähren
- mit Sport das Immunsystem stärken
- Alkohol nur in Maßen trinken, auf Rauchen verzichten
- genug schlafen
Wen es trotzdem erwischt, dem können Hausmittel bei Grippe, Erkältung oder Corona helfen, die Symptome zu lindern. Wichtig ist auch, andere zu schützen und mindestens drei bis fünf Tage zuhause zu bleiben. Besonders Risikogruppen, wie ältere Menschen, sollten in dieser Zeit gemieden werden. Zudem ist es wichtig, einen Infekt ordentlich auszukurieren und die Belastung langsam zu steigern, sonst kann es zu einer gefährlichen Herzmuskelentzündung mit Symptomen wie Herzstolpern oder Atemnot kommen.
Immunsystem stärken und so Grippe bis Corona vorbeugen – acht einfache Regeln




Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.
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