VonVivian Wergschließen
Online-Betrug kommt gerade während der Weihnachtszeit verstärkt vor. Gerade bei zu verlockenden Angeboten sollten Verbraucher jetzt vorsichtig sein.
München – Immer mehr Menschen kaufen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatits) online. Gerade zur Weihnachtszeit – um Zeit zu sparen und das Gedränge in Geschäften und dem alljährlichen Weihnachtsstress zu entgegen – bestellen viele Verbraucher ihre Geschenke zu Hause bequem per Mausklick. Doch viele Onlinehändler spielen mit legalen Grenzen und Psychotricks, wenn es um das Geschäft geht.
Laut einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom, gaben 76 Prozent der Befragten an, dass sie in diesem Jahr ihre Geschenke online bestellen wollen, 26 Prozent kaufen ihre Präsente sogar ausschließlich im Internet. Das wissen allerdings auch Cyberkriminelle, die mit perfiden Betrugsmaschen gezielt Verbraucher abzocken wollen – wie Sie sich jetzt davor schützen können.
Online-Betrug: Mit diesen Tipps schützen Sie sich vor Cyber-Kriminellen
„Online einzukaufen ist für viele Menschen selbstverständlich geworden. Das macht sich nun auch im Weihnachtsgeschäft bemerkbar“, sagt Bianka Kokott, Expertin für digitalen Handel beim Bitkom. Doch gerade das Online-Weihnachtsshopping birgt nach Aussagen des gemeinnützigen Vereins Deutschland sicher im Netz e.V. (DsiN) neben aller Bequemlichkeit auch Risiken. Wer einem Internet-Betrug zum Opfer gefallen ist, bekommt es mit einigen Tricks aber wieder zurück.
Dazu zählen Phishing-Mails, gefälschte Shops und unsichere Bezahlmethoden. Folgende Maßnahmen können Sie laut DsiN ergreifen:
- Phishing-Mails: Besonders zu Weihnachten werden gerne digitale Weihnachtsgrüße per E-Mail versandt, um Nutzerdaten abzugreifen. Ignorieren Sie am besten unerbetene E-Mail-Anfragen zur Eingabe persönlicher Daten und löschen Sie Anfragen dieser Art. Öffnen Sie außerdem keine Anhänge oder klicken Sie nicht auf unbekannte Links. Achten Sie auf die Betreffzeile, Absender und Anrede: Seriöse Anbieter nennen bei der Angabe des Absenders den kompletten Namen.
- Schützen Sie sensible Daten: Aktualisieren Sie Ihre Software durch regelmäßige Updates und schützen Sie sich mit passender Software wie die Phishing-Filter und Spamfilter.
- Fake-Shops: Betrügerische Weihnachtsmailings verlinken meist auf gefälschte Shops und Angebote. Diese sind häufig professionell aufgemacht und schwer zu erkennen. Minderwertige Ware, fehlende Auslieferung und Kreditkartenbetrug sind meistens die Folge.
- Gefälschte Shops- und Angebote erkennen: Prüfen Sie die Shop-URL sowie die Güte-Siegel, vermeiden Sie Zahlungsmethoden wie Vorkasse. Seien Sie misstrauisch bei stark gesenkten Preisen oder zu hohen Rabatte. Diese sind häufig ein Indiz für einen Täuschungsversuch. Mit dem 3D-Authentifizierungsverfahren wird Kunden beim Online-Shopping ermöglicht, sich sicher zu identifizieren, um eine mit der Kreditkarte verbundene Zahlung freizugeben.
- Sicher online einkaufen mit der SHS-Regel (Stoppen, Hinterfragen, Schützen): Halten Sie kurz inne, wenn Sie eine verdächtige Anfrage erhalten. Wägen Sie mögliche Risiken ab und vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl. Geben Sie grundsätzlich nur zwingend erforderliche Daten preis. Hinterfragen Sie besonders hoch rabattierte Angebote. Niemand hat etwas zu verschenken. Schützen Sie sich und andere, indem Sie Verdächtiges an die jeweilige Plattform melden und erstatten gegebenenfalls auch Anzeige bei der Polizei oder der sogenannten „Internetwache“.
Verbraucherzentrale: Fragwürdie Online-Shops gibt es wie Sand am Meer
„Besonders die Bezahlfunktion sollte kritisch hinterfragt werden“, sagt Kriminalhauptkommissar Carsten Bünger, Beauftragter für Kriminalprävention der Polizeiinspektion Harburg. „Bietet ein Shop keine sichere Zahlmethode, zum Beispiel per Rechnung, ist Vorsicht geboten. Natürlich sollte es sich auch von selbst verstehen, nicht auf angebotenen Käuferschutz zu verzichten, nur um die Gebühren zu sparen“, so der Kriminalhauptkommissar weiter.
Online-Shops, die Probleme bereiten, gibt es laut der Verbraucherzentrale Hamburg wie Sand am Meer. Eine Prüfung, ob ein Shop seriös ist oder nicht, ist über den „Fakeshopfinder“ der Verbraucherzentrale Niedersachsen möglich. Auf der Informationsplattform der Watchlist Internet findet man zudem eine Liste mit problematischen Online-Shops, die laufend aktualisiert wird. (Vivian Werg)
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