VonSina Eberhardtschließen
Pallaskatzen sind wilde Schönheiten aus Zentralasien. Wir verraten, was die faszinierenden Samtpfoten ausmacht und ob sie sich als Haustiere eignen.
Langes Fell, abgerundete Ohren und ein scharfer Blick: Pallaskatzen, auch Manule genannt, sind eher auffällige Samtpfoten. Ihren Namen verdanken die Tiere dem preußischen Entdecker Peter Simon Pallas. Sie sind in den Steppen, Wüsten und Gebirgen Asiens beheimatet. In den felsigen Wüsten und Halbwüsten zwischen Afghanistan und der Mongolei leben sie in einer Höhe von bis zu 4.000 Metern. Doch gibt es auch gezähmte Exemplare der robusten Wildkatzenart?
Gut gerüstet: Langes Fell und dichte Unterwolle schützen Wildkatzen vor Eis und Schnee
Pallaskatzen wirken kuschelig und flauschig, gleichzeitig jedoch geheimnisvoll und ein wenig gefährlich. Ein Grund dafür ist ihr intensiver Blick, der durch ihre grün-gelben Augen mit den ungewöhnlich runden Pupillen besticht. Zu den geheimnisvollen und edlen Samtpfoten gehört auch die Katzenrasse Russisch Blau. Die Samtpfoten werden in etwa so groß wie Hauskatzen, erscheinen allerdings deutlich massiver und kräftiger. Das liegt vor allem an ihrem langen, rötlich bis gelb-grauen Fell und der dichten Unterwolle – ein perfekter Schutzschild für die raue Witterung in ihrer gebirgigen Heimat. Für ein markantes Äußeres sorgen außerdem die kurzen und abgerundeten Ohren, die beinahe seitlich am Kopf sitzen. Das sorgt für eine bessere Tarnung der Katzen in Gebieten ohne ausreichende Versteckmöglichkeiten.
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Verhalten der Manule bisher wenig erforscht – Projekt PICA will Population schützen
Über das Verhalten der nachtaktiven Einzelgänger ist trotz ihres weitläufigen Verbreitungsgebiets wenig bekannt, zu versteckt leben die Manule in den nur schwer erreichbaren Gebirgen Zentralasiens. Nach Einschätzung der Weltnaturschutzunion (IUCN) ist die Wildkatzenart noch als „nicht gefährdet“ eingestuft. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen jedoch, dass ihre Population stetig schrumpft. Ursachen dafür sind der Verlust ihres natürlichen Lebensraums, Wilderei, Vergiftung von Beutetieren wie Pfeifhasen und Murmeltiere sowie die Verdrängung durch den Menschen. Eine weitere Gefahr für die Katzen stellen Hunde in Manul-Gebieten dar.
Um die Population der Wildkatzen zu erhalten, riefen Tierschützer das Projekt „Pallas‘s cat International Conservation Alliance“ (PICA) ins Leben. Es klärt die lokale Bevölkerung über die Bedrohung der Manule durch den Menschen auf und vermittelt Wissen über das Leben der Wildkatze. Gemeinsam mit den Bewohnern der betroffenen Dörfer möchte das weltweit einzige Artenschutzprojekt den Rückgang der Manule aufhalten.
Geheimnisvolle Samtpfoten: Zehn Wildkatzen, die kaum jemand kennt




Keine Haustiere: Pallaskatzen sind unzähmbar – Wildtiere in der Natur belassen
Wer jetzt mit dem Gedanken spielt, sich eine der Samtpfoten als Haustier anzuschaffen, wird enttäuscht: Pallaskatzen gelten als unzähmbar und eignen sich daher nicht als Wohnungskatzen. Es gibt zwar Fälle, in denen verwaiste Jungtiere mit Katzenfutter aufgezogen wurden. Sobald sie selbstständig genug waren, flüchteten diese allerdings wieder in die Freiheit. Generell sollten alle Wildtiere in ihrer natürlichen Umgebung verbleiben, da es schwierig ist, sie artgerecht unterzubringen und zu versorgen. Wer trotzdem so handelt, verstößt meist gegen das Tierschutzgesetz. Einige Exoten sind in Deutschland allerdings als Haustiere erlaubt. Fans der Manule können die wilden Schönheiten in vielen Zoos bestaunen. Im Tierpark Berlin beispielsweise zählt die Wildkatze seit 1998 zum Tierbestand.
Rubriklistenbild: © Volker Hohlfeld/Imago

