- VonCarmen Mörwaldschließen
Für österreichische Rentner hat im Januar die Kasse geklingelt. Ein Vergleich offenbart, dass deutsche Beamte ebenfalls finanziell gut versorgt sind.
München – Pensionäre in Österreich dürfen sich freuen: Zum Jahresbeginn 2025 trat eine Pensionserhöhung von 4,6 Prozent in Kraft. Diese Anpassung orientiert sich an der durchschnittlichen Inflation der vergangenen zwölf Monate und soll die Kaufkraft stabil halten. In Deutschland hingegen richten sich Erhöhungen nach der Entwicklung der Löhne und Gehälter. Dementsprechend erhalten deutsche Beamte in ihrer Rente, die man dann Pension nennt, weniger als ihre österreichischen Nachbarn.
Pensionserhöhung in Österreich – Zusätzlich Geld für ein Einkommen über 6060 Euro
Nach Informationen der Pensionsversicherung Österreich gilt die Pensionserhöhung für ein Gesamtpensionseinkommen (GPE) bis zu 6060 Euro. Liegt die Pension über diesem Betrag, erfolgt eine pauschale Erhöhung um 278,76 Euro. Zusätzlich zur regulären Rente gibt es vor Ort noch zwei Sonderzahlungen im Rahmen einer 13. und 14. Pension, die jeweils im April und Oktober ausgezahlt werden. In diesen Monaten erhalten österreichische Rentner also eine doppelte Pension.
Dass es überhaupt Pensionäre gibt, die eine Rente von 6000 Euro oder mehr erhalten, ist in Deutschland unmöglich. Kaum jemand erreicht gar die Marke von 3000 Euro monatlich. Allerdings steigt die Zahl der Gutverdiener im Alter. Dementsprechend wird die „goldene Grenze“ von immer mehr Rentnern überschritten. Dabei ist klar, dass heutige Arbeitnehmer sich wenig von dem Wohlstand erwarten dürfen. Sie werden voraussichtlich eine Rente unter 1500 Euro erhalten.
Im direkten Vergleich: Wie viel bekommen deutsche und österreichische Rentner?
Überraschen dürfte hingegen, dass die Beamtenpensionen im direkten Vergleich gar nicht so weit auseinanderliegen. Laut dem Mittelfristgutachten der Alterssicherungskommission betrug die durchschnittliche Beamtenpension in Österreich im Jahr 2024 rund 3600 Euro brutto pro Monat. Bis 2029 soll sie auf über 4000 Euro steigen. Im selben Jahr erhielten deutsche Pensionäre durchschnittlich 3240 Euro brutto, wie aus Zahlen des Statistischen Bundesamts hervorgeht.
Auf der anderen Seite fällt die gesetzliche Rente in Österreich deutlich höher aus. Der Deutschen Rentenversicherung (DRV) zufolge lag die durchschnittliche Rente im Jahr 2022 in Österreich bei 1645 Euro und war damit um 500 Euro höher als in Deutschland – ein Unterschied von rund 43 Prozent. Auch international vergleichende Statistiken wie der OECD weisen für die österreichische Rentenversicherung ein höheres Leistungsniveau aus als für die Rentenversicherung hierzulande.
Darum unterscheiden sich die Renten in Österreich und Deutschland
Es gibt mehrere Faktoren, die erklären, warum die Renten in Österreich verhältnismäßig höher sind. Laut der DRV lässt sich fast die Hälfte des Unterschieds auf höhere Beitragssätze und Bundesmittel zurückführen. Zudem sind in Österreich alle Erwerbstätigen, einschließlich Selbstständiger, zu vergleichbaren Beitrags- und Leistungskonditionen in das Rentensystem eingebunden – ein Modell, das die Ampel-Koalition mit ihrem Rentenpaket ursprünglich reformieren wollte.
Etwa ein Viertel des Rentenunterschieds ergibt sich laut Statistik der DRV aus einer günstigeren demografischen Ausgangslage in Österreich, die nicht direkt auf Deutschland übertragbar ist. Hinzu kommt, dass im Nachbarland mindestens 15 Versicherungsjahre für den Bezug einer Rente erforderlich sind. Hierzulande sind nur fünf Jahre erforderlich. In Österreich ist das Rentenalter von Frauen darüber hinaus deutlich niedriger und der Bund übernimmt allein die Finanzierungsrisiken.
Die Beamtenpensionen sind in beiden Ländern wiederum ähnlich hoch, weil sie sich an der letzten Besoldung orientieren. Allerdings sind Beamte in Deutschland vollständig von der gesetzlichen Rentenversicherung ausgenommen, während das Pensionssystem in Österreich seit 2005 schrittweise an das allgemeine System angeglichen wurde. Trotz dieser Unterschiede bieten beide Systeme eine deutlich höhere Absicherung für Beamte als die gesetzliche Rente für Arbeitnehmer. (cln)
Rubriklistenbild: © Harald Dostal/Imago
