Von der Mutter einst verstoßen

Schimpanse erkennt seine Pflegeeltern nach fast sieben Jahren wieder – Reaktion ist unbezahlbar

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Knapp sieben Jahre, nachdem sie ihn bei sich zur Pflege aufgenommen hatten, erkennt Schimpanse Limbani seine Pflegeeltern noch immer und freut sich riesig über das Wiedersehen.

Der sechsjährige Schimpanse Limbani war direkt nach seiner Geburt von seiner Mutter aufgrund einer Lungenentzündung verstoßen worden. Damals hatten Tania Sanchez und ihr Ehemann Jorge das kleine Schimpansenbaby in ihre Obhut genommen und ihm damit das Leben gerettet. Am 18. April 2023, fast sieben Jahre nach ihrer gemeinsamen Zeit, gab es auf dem Gelände der Zoological Wildlife Foundation in Miami ein rührendes Wiedersehen zwischen Limbani, Tania und Jorge:

„Als er im Zoo ankam, war er in einem schrecklichen Zustand und brauchte dringend eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung, die neben den Besitzern Maria und Mario Tabraue auch Tania und Jorge Sanchez in Anspruch nahm“, berichtet die Zoological Wildlife Foundation unter ihrem beliebten YouTube-Video. Sie kümmerten sich freiwillig um das hilfsbedürftige Schimpansenbaby, „während es die notwendigen Medikamente und lebensrettenden Behandlungen erhielt.“

Nachdem die beiden tierlieben Pfleger Schimpansenbaby Limbani in der sogenannten kritischen Frühphase aufgezogen und ihn wieder aufgepäppelt hatten, konnte er in die Obhut der ZWF Miami übergeben werden, wie CBS News berichtet. Und offensichtlich scheint ihm seine behütete Kindheit so gut gefallen zu haben, dass Limbani sich auch heute noch daran erinnert und sowohl Tania als auch Jorge noch immer als seine Eltern sieht.

Schimpanse Limpani betrachtet Pfleger noch immer als Eltern

In dem zuckersüßen Video ist zu sehen, wie Limbani seinen Pflegeeltern in freudiger Erwartung entgegen hüpft. Bei den vielen freudigen Lauten kann gar nicht mehr unterschieden werden, wer sich mehr freut – die Menschen oder der Schimpanse. Tania und Jorge bücken sich liebevoll auf die Höhe von Limbani, der ohne zu zögern auf Jorges Arme springt.

Aber auch Tania erkennt der aufgeregte Menschenaffe sofort und umarmt sie unmittelbar, nachdem er Jorge begrüßt hat. Sein freudiges Grinsen auf der Schulter seiner Menschenmama ist unbezahlbar. Ganz fest drückt er sich an sie, während ihm Jorge einen dicken Kuss gibt.

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Nach der ersten Aufregung scheint der Schimpanse fast sentimental zu werden. Er nimmt Papa Jorge an der Hand und schaut ihm dabei tief in die Augen, ganz so als würde er sagen wollen: „Komm mal mit, ich möchte dir etwas zeigen.“ Dann klettert Limbani auf einen Holzpfahl und beweist seinen Pflegeeltern damit, dass er inzwischen erwachsen, groß und stark geworden ist.

Sie kommunizieren, aber ihr Kommunikationssystem ist durch Berührung, Körperhaltung, Blicke – Körpersprache könnte man es nennen, aber es geht ein bisschen tiefer als das. Sie können 400 oder mehr Zeichen der amerikanischen Gebärdensprache lernen.

Jane Goodall, britische Verhaltensforscherin mit Fokus auf Schimpansen

Die folgenden Zusammenschnitte sind voller Liebe und Zuneigung: Limbani äußert seine Freude über die affentypischen Schreie, holt sich ausgiebige Kuscheleinheiten ab, möchte spielen und kann von Tania und Jorge gar nicht genug bekommen.

Was ist die Zoological Wildlife Foundation in Miami?

„Die Zoological Wildlife Foundation ist eine Organisation, die sich der Aufklärung der Öffentlichkeit über seltene und gefährdete Tierarten in Gefangenschaft und in freier Wildbahn widmet.

Die Sensibilisierung der Öffentlichkeit trägt zur Erhaltung und Vermehrung dieser Lebewesen bei, die täglich verschwinden.“

Quelle: YouTube

In den Kommentaren merken die User an, wie viel Liebe zwischen Schimpanse Limbani und seinen beiden Pflegeeltern zu spüren ist:

  • „Das zeigt, dass diese Tiere ein Herz haben. Trotz des Images, das Schimpansen haben, haben sie immer noch ein Herz.“
  • „Es ist so schön, dass er sich an sie erinnert und immer noch eine starke Verbindung zu ihnen hat. Affen sind uns so ähnlich und es ist so cool, das zu sehen.“
  • „Er ist so glücklich, seine Mama und seinen Papa wiederzusehen ❤❤❤. Dank ihnen und anderen Pflegern ist er heute hier und sieht wie ein sehr glücklicher Schimpanse aus!“
  • „Ein wunderbares Wiedersehen. 🥰 Limbani hat so viel Liebe zu geben. 😘🤗✌️💖“

Hier kommen die tierischen Lebensretter: Elf Tiere, die Gefahren erkennen, bevor wir es tun

Nahaufnahme einer Fruchtfliege, die auf einer Bananenschale sitzt.
Fruchtfliegen riechen Brustkrebszellen. Forscher haben herausgefunden, dass diese Fliegen ein umfassendes Duftriechsystem haben. Für eine zuverlässige Diagnose muss nicht einmal ein Training erfolgen: Die Fruchtfliegen „erriechen“ die erkrankten Zellen einfach. (Symbolbild) © Daniel Naupold/picture alliance
Eine Riesenhamsterratte wird auf strohigem Boden mit einem kleinen Geschirr geführt. Sie streckt ihre Nase in den Wind, ganz so als ob sie im Moment der Aufnahme etwas riechen würden.
Riesenhamsterratten erkennen Tuberkulosebakterien am Geruch: Die Ratten, die etwa so groß sind wie Kaninchen, haben dementsprechend eine besonders lange Schnauze. Die Ausbildung zur „Riech-Ratte“ startet, wenn die Tiere vier Wochen alt sind. Dabei werden sie auf viele verschiedene Gerüche trainiert. Im Verlauf von sechs bis neun Monaten wird dann das Erkennen von Tuberkulosebakterien mit einem Klicker belohnt – auf das Geräusch folgt eine leckere Belohnung, beispielsweise eine Banane. Eine fertig ausgebildete Riesenhamsterratte überprüft in zweiter Instanz innerhalb von rund 20 Minuten mehr als 100 Proben auf Tuberkulose. Eine solche Karriere dauert bis zu sieben Jahren und hilft dabei, die Eindämmung der Infektionskrankheiten einzudämmen. (Symbolbild) © picture alliance/dpa
Ein Hund mit cremefarbenem Fell streckt seine Hundenase prominent in den Fokus des Bildes.
Der beste Freund der Menschen kann gleichzeitig zu seinem Lebensretter werden. Denn: Hunde können Krebs erschnüffeln. Mit ihren bis zu 300 Millionen Riechzellen gelingt es den Fellnasen oft, den Krebs zu erkennen, noch bevor der Patient Symptome entwickelt hat. Die Profi-Schnüffler haben eine Erfolgsrate von bis zu 72 Prozent und sind häufig Lebensretter, da beispielsweise Lungenkrebs nur im frühen Stadium erfolgreich behandelt werden kann. Auch Diabetes, Epilepsie, Malaria, Parkinson oder COVID-19 können von Hunden durch ihr feines Riechorgan identifiziert werden. In der Pandemie hatten sich die Fellnasen außerdem beim Erriechen von Corona-Infektionen bewährt gemacht. Mit einer Genauigkeit von bis zu 94 Prozent waren ihre Ergebnisse präziser als die von manchen Antigen-Tests mit nur 72 Prozent. (Symbolbild) © Stephan Schulz/Imago
Ein Hund mit länglichem braunen Fell schnuppert an einem Rehkitz, das keine Angst zu haben scheint und dem Hund vertraulich zugewandt ist.
Hunde erkennen nicht nur beim Menschen Krankheiten. Auch bei anderen Tieren gelingt es ihnen, Erkrankungen zu erschnüffeln. Bei Cerviden (beispielsweise Rehe, Hirsche, Rentiere, Elche) können sie eine besonders grausame Krankheit feststellen: die Chronic Wasting Disease (CWD), eine infektiöse und degenerative Erkrankung, die das Gehirn der betroffenen Tiere befällt und tödlich enden kann. © blickwinkel/Imago
Eine getigerte Katze liegt entspannt auf einem Bett. Sie hat ihre Augen halb geschlossen und streckt die Beine von sich. Der Untergrund scheint ein Fell zu sein.
Einzelne Katzenbesitzer berichten immer wieder von den feinsinnigen Fähigkeiten ihrer Samtpfoten. Ein faszinierendes Beispiel dafür ist Katze Missy aus England: Sie soll sich wiederholt auf Frauchens Brust gelegt haben – und damit genau die Stelle gefunden haben, an der sich ein Tumor gebildet hatte. Eine andere, beinahe unheimliche Fähigkeit hat Kater Oscar aus den USA: Er wohnt in einem Seniorenheim und legt sich genau zu jenen Patienten aufs Bett, die nur noch wenige Stunden zu leben haben. Seine Prognosen sind derart präzise, dass das Personal sogar die Angehörigen informiert, sobald Oscar sich auf einem Bett einrollt. Wissenschaftliche Belege für diese Fähigkeiten gibt es bis dato keine. (Symbolbild) © Sabine Fallend/Imago
Eine mikroskopische Aufnahme zeigt einen Fadenwurm vor einem hellblauen Untergrund.
Kaum sichtbar und doch so wichtig: Fadenwürmer gelingt offenbar die Identifizierung von Krebs. In verschiedenen Studie hatten die Forschenden festgestellt, dass sich die Fadenwürmer auf Bauchspeicheldrüsen- und Brustkrebszellen zubewegten, während sie sich von den gesunden Zellen fernhielten. © blickwinkel/Imago
Ein länglicher Käfer sitzt auf einem Stück Holz. Sein Körper ist schwarz und hat größere weiße Punkte.
Keine Krankheit, aber ebenso eine lauernde Gefahr für Menschen: Waldbrände, die sich der Zivilisation oft rasend schnell nähern. Einige Käferarten, beispielsweise der Schwarze Kiefernprachtkäfer, besitzt die Fähigkeit, brennende Wälder aus bis zu 80 Kilometern Entfernung zu erkennen. Forscher haben herausgefunden, dass er diese hören kann. Sein Mechanismus könnte sogar sehr viel schneller auf Brände ansprechen als industrielle Infrarotsensoren.(Symbolbild) © blickwinkel/Imago
Eine Honigbiene fliegt vor grasgrünem Hintergrund eine lila Blüte an. Ihre Beine sind vollgepackt mit Blütenpollen.
Fleißig und hochmodern unterwegs: Honigbienen sind nicht nur in ihrer Funktion als Bestäuber unersetzlich, sondern haben sich auch während der Pandemie als nützlich erwiesen. Forscher haben 2021 herausgefunden, dass Bienen COVID-19 diagnostizieren können. Dank des Trainings, das nur wenige Minuten dauert, versprechen sich Experten hohe Erfolg im Kampf gegen Corona. In abgelegenen Gebieten könnten sie dazu beitragen, die Testmethodik zu erleichtern.  © Panthermedia/Imago
Mehrere dunkle bis schwarze Ameisen sind auf einem hölzernen Untergrund zu erkennen.
Die Grauschwarze Sklavenameise ist mehr als nur eine fleißige Arbeiterin. Sie kann Brustkrebszellen anhand des Urins erkennen. Nach einem Training setzt ihre feine Ameisennase nutzbringend ein. (Symbolbild) © blickwinkel/Imago
Eine V-förmige Formation von Zugvögeln fliegt vor blauem Himmel in die Ferne.
Eine Fähigkeit, die viele Menschenleben retten könnte, wurde bei der Beobachtung der Flugrouten von Zugvögeln entdeckt. Auf eine abrupt geänderte Flugroute folgte beispielsweise einige Tage später ein Sturm in der observierten Region. Die Vögel erlangten demzufolge bereits früher Kenntnis über zukünftige Ereignisse. Damit sind sie als eine Art Frühwarnsystem im Besitz einer Ahnung, die uns Menschen vor zahlreichen Naturkatastrophen retten könnte. Forscher nehmen an, dass die Vögel den Infraschall wahrnehmen können, der von heftigen Stürmen produziert wird und von Menschen nicht wahrgenommen werden kann. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago
Eine große, pink-rosa Qualle, schwimmt in tiefblauem Wasser.
Und sie könnte die Erlösung von allen Krankheiten sein: Eine spezielle Quallen-Art, die Turritopsis dohrnii, begeistert die Welt der Wissenschaft. Ihre Besonderheit: Sie ist unsterblich. Hat die Qualle ihren Lebenshöhepunkt erreicht, stirbt sie nicht, sondern verwandelt sich wieder in ihren Anfangszustand. Der frische Lebenszyklus beginnt mit neuen Tentakeln und einem geschrumpften Körper. Die Qualle kann diesen Kreislauf beliebig oft wiederholen und gilt somit als unsterblich. Manche Forscher nehmen an, dass der Mensch diese Fähigkeit eines Tages übernehmen könnte. Hinweis: Die Qualle auf dem Foto ist keine Turritopsis dohrnii. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago

Das Video des emotionalen Wiedersehens zeigt, dass Schimpansen nicht nur Wildtiere sind, sondern auch die große Ähnlichkeit, die zwischen Menschen und Schimpansen besteht – schließlich ist diese Gattung aus der Familie der Menschenaffen der nächste lebende Verwandte des Menschen.

Rubriklistenbild: © ZWF MIAMI/YouTube

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