Verschiedene denkbare Modelle

Pflegegeld als „Gehalt“ für Angehörige? Familienministerin plant Lohnersatz

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Die Bundesfamilienministerin Karin Prien spricht sich für die Einführung eines Pflegegeldes als Lohnersatz aus – und stößt dabei jedoch auch auf Hindernisse.

Kommt es in der Familie zu einem Pflegefall, müssen Angehörige oft viel Kraft und Zeit in die Pflege investieren – und können nicht mehr so arbeiten wie bisher. Um pflegende Angehörige finanziell zu unterstützen, hat sich die Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) nun für ein Pflegegeld als Lohnersatz ausgesprochen. Bei der Umsetzung kommt es jedoch zu Schwierigkeiten.

Bundesfamilienministerin Prien will Pflegegeld als Lohnersatz einführen

Als Grund für die mögliche Einführung eines Pflegegelds erklärt die CDU-Politikerin gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Es wird mit unserer demografischen Entwicklung nicht möglich sein, dass Pflege allein von Fachkräften geleistet wird“. Aus diesem Grund sei ein „Einstieg in ein Pflegegeld als Lohnersatz für pflegende Angehörige“ notwendig. Um Angehörige zu entlasten, kommt es bereits ab dem 1. Juli zu Änderungen bei der Pflege.

Prinzipiell bestehe in Deutschland ein „riesengroßes Interesse“ an entsprechenden Leistungen. Ein solcher Einstieg wäre laut der Ministerin auf mehrere Wege möglich, wie die Tagesschau schreibt. „Da sind viele Varianten denkbar“, sagte sie, und nannte unter anderem die Bezugsdauer, die Höhe oder eine soziale Staffelung des Pflegegelds.

„Schwerpunkte setzen“: So steht es um die Einführung eines Pflegegeldes

Trotz der Dringlichkeit eines solchen Pflegegeldes, muss die Ministerin die Pläne vorerst aufschieben – die neue Sozialleistung soll nur kommen, wenn es wirtschaftlich möglich ist. Prien erklärt: „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass sich die wirtschaftliche Lage verbessert. Aber auch, wenn das klappt, wird man Schwerpunkte setzen müssen“. Diese lägen laut Tagesschau derzeit vor allem auf mehr Chancengerechtigkeit für Kinder und Jugendliche.

Bislang gibt es laut t-online.de bereits „ein Pflegegeld, das Pflegebedürftige erhalten, um damit die Kosten von Unterstützungsangeboten  – auch von Angehörigen – zumindest teilweise zu begleichen“. Daneben könnten sich Angehörige dank der Familienpflegezeit kurzzeitig von der Arbeit freistellen lassen und dabei eine Lohnersatzleistung erhalten. Ob und wie schnell sich ein Pflegegeld, wie von Prien gefordert, umsetzen lässt, bleibt unklar.

Was viele nicht wissen: Angehörige können sich die Pflege auf die Rente anrechnen lassen. Wer Angehörige zu Hause pflegt, hat unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Rentenbeiträge durch die Pflegekasse.

Rubriklistenbild: © Katharina Kausche/dpa

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