VonVivian Wergschließen
Zwei schonende Waschprogramme werden oft missverstanden. Warum die beiden Einstellungen nicht gleichzusetzen sind und wann welches Programm sinnvoll ist.
Kassel – Wäschewaschen gehört bei vielen Menschen zu den weniger beliebten Tätigkeiten im Haushalt. Denn es bedeutet immer wieder Wäsche nach Farbe und Material zu sortieren, das passende Waschprogramm auszuwählen sowie das richtige Waschmittel und ihre Dosierung auszusuchen. Das kann manchmal mühsam sein. Vor allem die letzte Minute bei der Waschmaschine zieht sich meist endlos.
Beim Wäschewaschen kann zudem auch einiges schiefgehen. Viele machen beispielsweise den Fehler, Wäsche bei 40 Grad zu waschen. Nicht immer ist das aber sinnvoll, denn viele Waschmittel der heutigen Zeit funktionieren wesentlich effizienter und können laut Verbraucherzentrale häufig auch schon bei 20 Grad Celsius ihre volle Kraft entfalten. Auch ist es keine gute Idee, bei 30 Grad besonders schmutzige Kleidungsstücke zu waschen. Es ist zwar umweltschonend und energiesparend, aber birgt auch gewissen Risiken. Denn die Maschine kann schnell zur Bakterienschleuder werden. Daher empfehlen Experten, statt zu Hygienespülern zu greifen, lieber die Waschmaschine regelmäßig zu desinfizieren, indem die Maschine zweimal im Monat leer bei 60 Grad läuft.
Einstellung an der Waschmaschine: Twitter-Userin erklärt im Netz die richtige Bedeutung
Viele Waschmaschinen haben eine große Auswahl an Waschprogrammen. Häufig kommt es bei den Programmen „Pflegeleicht“ und „Feinwäsche“ zu Verwechslungen. Eine Twitter-Userin fand nun heraus, was sich wirklich hinter der Pflegeleicht-Funktion der Waschmaschine verbirgt und postet es auf ihrem Account.
Tatsächlich wird das Feinwäsche-Programm an der Waschmaschine bei den meisten eher selten genutzt. Denn das Programm ist nur bei bestimmten Stoffen nötig. Zu erkennen an dem entsprechenden Waschsymbol, einem Bottich und zwei Strichen darunter. Wie die Online-Plattform Utopia.de, betrieben von der Deutschen Druck- und Verlagsgesellschaft sowie der Umweltbank, schreibt, ist die Feinwäsche nicht gleichzusetzen mit „Pflegeleicht“. Denn es gibt feine Unterschiede.
ich war heute jahre alt als ich herausfand dass die p f l e g e l e i c h t funktion der waschmaschine nicht für LEICHT ZU PFLEGENDE wäsche ist sondern für solche die LEICHTE PFLEGE BENÖTIGT weil sie empfindlich ist
— lenikleinkot (@lacasadepopel) June 4, 2023
Und diesen Unterschied fand nun eine Twitter-Userin heraus und teilt es auf ihrem Account mit der Twitter-Community: „Ich war heute Jahre alt als ich herausfand, dass die p f l e g e l e i c h t Funktion der Waschmaschine nicht für LEICHT ZU PFLEGENDE Wäsche ist, sondern für solche, die LEICHTE PFLEGE BENÖTIGT, weil sie empfindlich ist“.
Wie sich anhand der Kommentare herausstellt, kannte die Mehrheit der User ebenfalls die richtige Bedeutung der Einstellung nicht. „Wer ist verantwortlich für die Beschriftung von Waschmaschinen? Das ist doch total unlogisch und ich hab Jahrzehntelang die Wäsche falsch gewaschen“, schreibt eine Userin. „Hab das immer als Standard-Programm genutzt, weil irgendwie waren mir die anderen alle zu spezifisch und brauchen entweder ewig oder nur ganz kurz“, schreibt eine andere.
Richtig waschen: Das sind die Unterschiede der beiden Waschprogramme „Pflegeleicht“ und „Feinwäsche“
Oft wird die Einstellung „Pflegeleicht“ an der Waschmaschine falsch verstanden. Das sind die Unterschiede zum Waschprogramm „Feinwäsche“:
- Das Pflegeleicht-Programm: Pflegeleichte Wäsche (Symbol: Bottich und einem Strich) braucht eine schonende Reinigung. Anders als die normalen Buntwäsche-Programme hat das Pflegeleicht-Waschprogramm eine niedrigere Schleuderdrehzahl und eine kürzere Dauer. Es wäscht nicht über 60 Grad Celsius. Außerdem kommt weniger Wäsche in die Maschine, dafür aber wird im Vergleich zu Standardprogrammen mit relativ viel Wasser gewaschen und gespült. Das Pflegeleicht-Programm ist geeignet für Textilien, die besonders knitter-empfindlich sind, zum Beispiel Synthetik, Polyester und Viskose.
- Das Feinwäsche-Programm: Das Programm ist für besonders sensible Stoffe wie Wolle, Seide oder Dessous aus Spitze gedacht. Dafür wird ein noch schonenderer Waschgang vorgesehen, mit weniger Trommelbewegungen und Schleudertouren. Bei diesem Programm behandelt die Waschmaschine die Wäsche so schonend wie nur möglich. Die Drehzahl wird so weit wie möglich herabgesetzt, es wird mehr Wasser verwendet und die maximale Temperatur liegt bei 40 Grad Celsius. Bei Feinwäsche sollte die Waschmaschine nur zu einem Viertel befüllt werden. Das Programm eignet sich zum Beispiel für anspruchsvolle Mode wie Blusen, Hemden und Röcke.
- Quelle. Stiftung Warentest, Utopia.de
Waschmaschine: Richtig waschen, Stromverbrauch reduzieren und sparen
Laut Verbraucherzentrale sollte man jedoch immer gut abwägen, ob das Feinwäsche-Programm und andere Schonprogramme wirklich notwendig sind. Denn im Fall des Feinwäsche-Programms ist es alles andere als wasser- und energiesparend, da man im Vergleich mit einem herkömmlichen Waschgang nur einen Bruchteil der Wäsche waschen kann und angesichts steigender Strom- und Energiepreise wollen viele Verbraucher sparen, wo es nur geht. Sind es beispielsweise nur ein oder zwei Kleidungsstücke auf dem Wäschestapel, die laut Etikett mit Feinwäsche gewaschen werden müssten, ist es sinnvoller, diese Kleidung von Hand zu waschen. Das ist ebenfalls sehr schonend, verbraucht aber deutlich weniger Wasser und Strom als die Waschmaschine. Wie das Umweltbundesamt informiert, verbraucht eine Waschmaschine den Großteil des Stroms, während sie das Wasser aufheizt. Sie erklären welche Waschprogramme Sie beim Wäschewaschen verwenden sollten und welche lieber nicht.
Diese Wasch-Tipps von Oma haben ausgedient




In vielen Haushalten läuft die Waschmaschine mehrfach die Woche. Aber wie macht man eigentlich die Waschmaschine sauber? Zwei einfache Hausmittel helfen dabei, Ihre Waschmaschine im Nu sauber zu kriegen. Essig ist ein beliebtes Hausmittel und wird gerne beim Wäschewaschen verwendet. Allerdings eignet sich Essig nicht zum Reinigen für die Waschmaschine. (Vivian Werg)
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