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Fleischfressende Pflanzen sind faszinierende Mitbewohner. Doch ihre Pflege birgt Risiken. Ein falscher Snack kann den räuberischen Pflanzen schaden.
Die Venusfliegenfalle schnappt mit den Blättern, die Schlauchpflanze besitzt eine magenähnliche Fallgrube. Fleischfressende Pflanzen wie diese sind sehr besondere Zimmerpflanzen. Sie sehen mit ihren Fangvorrichtungen in Form von Kannen, Klappen oder klebrigen Tentakeln meist außergewöhnlich aus und begnügen sich nicht wie andere Pflanzen mit Wasser und Licht – vorbeikommende Insekten verschmähen sie nicht als Snack. Die Pflanzen benötigen daher auch eine spezielle Pflege und es ist wichtig, einige Kenntnisse über sie zu haben. Wer es in Sachen Nährstoffe zu gut mit ihnen meint, riskiert den frühen Pflanzentod.
Nur auf schlechtem Substrat benötigen fleischfressende Pflanzen Futter
Natürlich ist es faszinierend, eine fleischfressende Pflanze bei ihrem Fangprozess zu beobachten, wenn eine Trauermücke oder eine Fruchtfliege in ihre Falle gerät. Doch man sollte es hier bei den Exemplaren auf der Fensterbank bei dem natürlichen Lauf der Dinge belassen und die Pflanze nicht zusätzlich mit Stubenfliegen oder Spinnen füttern. Dies führt früher oder später dazu, dass das Fangorgan abstirbt – wenn es schlecht läuft, schon beim ersten Mal.
Das Fangblatt einer Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula) beispielsweise wird nach etwa fünf Schließvorgängen natürlicherweise schwarz und stirbt, erklärt Carniflor.de. Dies gilt übrigens auch, wenn man den Prozess einfach so auslöst, beispielsweise mit einem Stöckchen. Wer das in Kauf nehmen möchte, sollte hier zu Lebendfutter wie Grillen oder Mehlwürmern greifen, deren Bewegungen es der Pflanze erst ermöglichen, die Tiere zu verdauen. Kannenpflanzen (Nepenthes spec.) wiederum bevorzugen Fischfutter. Informieren Sie sich daher vorab, welche Nahrung für welche Art die richtige ist.
Fleischfressende Pflanzen haben ihre Fangorgane entwickelt, um auf sehr sauren und nährstoffarmen Böden zu überleben. Im Dschungel verdauen sie daher schon auch mal eine Maus oder Vögel, doch diesbezüglich ist von den Zimmerpflanzen nichts zu befürchten. Die benötigen stattdessen ein geeignetes Substrat, das speziell für fleischfressende Pflanzen entwickelt wurde.
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Von Standort bis Dünger – was fleischfressende Pflanzen benötigen
Mit der richtigen Pflege hat man an den mehrjährigen Zimmerpflanzen lange seine Freude. Hierbei sollte man jede Art für sich betrachten und sich über ihre individuellen Bedürfnisse informieren. Im Wesentlichen gibt es aber bei fleischfressenden Pflanzen folgende Empfehlungen:
- Standort: heller Platz, je nach Art sonnig, aber ohne direkte Mittagssonne; an frostfreien Tagen dürfen sie auch im Freien stehen.
- Substrat: eher saure Azaleen-Erde oder spezielle Karnivoren-Erde.
- Gießen: Die Erde sollte für die Sumpfpflanzen immer leicht feucht sein. Regenwasser ist besser geeignet. Bei Verwendung von Leitungswasser einmal jährlich umtopfen, rät Carnivory.eu.
- Düngen: Kein zusätzlicher Dünger nötig, möglichst nicht füttern.
Da fleischfressende Pflanzen auch eine hohe Luftfeuchtigkeit bis zu 80 Prozent mögen, kann man sie gut im Terrarium oder in einem Flaschengarten halten. Manche Exemplare wie die Venusfliegenfalle gehen auch in eine Winterruhephase.
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