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Giftige und essbare Pilze sehen sich häufig zum Verwechseln ähnlich. Wie Sie eine Pilzvergiftung erkennen und was im Notfall zu tun ist.
Pilze sprießen vielerorts pünktlich seit Herbstanfang aus dem Boden. Viele Menschen zieht es nun daher zum Sammeln in den Wald. Alleine in Deutschland gibt es rund 14.000 verschiedene Pilzsorten – doch nicht alle davon sind essbar. Worauf Pilzsammler achten sollten, wie sie Vergiftungssymptome erkennen und was im Ernstfall zu tun ist, erfahren Sie hier.
Pilze sammeln: Giftige und ungiftige Pilze voneinander unterscheiden
Unter den unzähligen Pilzsorten sehen sich giftige und ungiftige Pilze häufig zum Verwechseln ähnlich. Denn nicht alles, was aus dem Boden sprießt, ist auch bedenkenlos essbar. Viele essbare Pilze haben zudem einen giftigen Doppelgänger. Die Verbraucherzentrale empfiehlt Hobby-Sammlern daher nur in Absprache mit Experten den Verzehr von selbst gesammelten Pilzen. Obwohl Apps und Pilzbestimmungsbücher beim Sammeln eine Hilfe bieten, reicht eine Identifizierung über ein Foto meist nicht aus. Eine Unterscheidung ist meist kaum möglich.
Von den zahlreichen Pilzen hierzulande gibt es etwa 200 essbare Sorten. Alle anderen Pilze sollte man lieber im Wald stehen lassen. Für mehr als 90 Prozent der tödlich verlaufenden Pilzvergiftungen ist der Knollenblätterpilz verantwortlich, wie der NDR berichtet. Die dem Wiesenchampignon ähnlich sehenden Giftpilze wachsen dabei nicht nur in Wäldern, sondern sind immer häufiger auch in städtischen Vorgärten zu finden.
Giftpilze erkennen: Erste Symptome treten nach sechs bis zwölf Stunden auf
Ähnlich wie der Wiesenchampignon hat der Knollenblätterpilz unten eine deutlich abgesetzte Knolle. Anders als der Champignon besitzt er allerdings weiße Lamellen. Wird der Knollenblätterpilz gegessen, zerstören die Giftstoffe, sogenannte Amotoxine, die Leber. Erste Symptome treten dabei bereits sechs bis zwölf Stunden nach dem Verzehr auf. Nach 24 Stunden erreichen sie dann ihren Höhepunkt und die Leber erleidet langfristig Schaden. Wird die Vergiftung nicht umgehend behandelt, kann es so zu einem Leberversagen kommen.
Zu den typischen Beschwerden bei einer Pilzvergiftung zählen folgende Symptome:
- Übelkeit
- Erbrechen
- Durchfälle
- Halluzinationen
Zu den gefährlichen Doppelgängern des Perlpilz zählt der Pantherpilz, welcher vor allem in Norddeutschland zu finden ist. Auch der Gifthäubling ist für Menschen gefährlich, welcher dem essbaren Stockschwämmchen ähnlich sieht.
Bei Beschwerden schnell in die Notaufnahme
Treten Beschwerden auf, sollten Sie nicht zögern und so schnell wie möglich die Notaufnahme eines Krankenhauses aufsuchen. Innerhalb der ersten Stunden nach dem Verzehr müssen die Pilzreste aus dem Magen-Darm-Trakt entfernt werden. Nach einer Magenspülung im Krankenhaus soll hoch dosierte medizinische Kohle dann das Pilz-Gift binden und der Aufnahme in die Leberzellen entgegenwirken.
Ist das Gift allerdings bereits in der Leber und die Organzersetzung bereits vorangeschritten, hilft nur noch eine Entfernung der Leber, bevor weitere Organe versagen. Ratsam ist zudem, das zuständige Giftinformationszentrum zu verständigen und Reste der verzehrten Pilze mitzunehmen. Wer sich unsicher ist, ob die bereits gesammelten Pilze genießbar sind, kann einen Pilzsachverständigen der Deutschen Gesellschaft für Mykologie um Rat bitten.
Speisepilze frisch zubereiten, um Lebensmittelvergiftungen zu vermeiden
Die meisten Pilzvergiftungen werden allerdings keinesfalls durch Giftpilze verursacht. Giftstoffe können sich auch in Speisepilzen bilden, die bereits beim Sammeln verfault sind, in Plastiktüten transportiert oder falsch gelagert werden. Matschige und faulige Pilze sollten daher nicht mehr auf dem Teller landen, es droht eine Lebensmittelvergiftung. Die meisten Pilzsorten müssen zudem frisch zubereitet werden, da sie schnell verderben.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.
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