„Das Dreifache blechen“

„Preise außer Kontrolle“: Österreicher tobt wegen Espresso-Preis an Touristen-Hotspot

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Bei einem Tagesausflug verspürt ein Österreicher den Drang nach einem Espresso. Doch als er in die Getränkekarte sieht, ist der Mann empört.

Gmunden – Kaffee ist wohl der tägliche Begleiter vieler. Ob für einen Koffeinschub, oder des Geschmacks wegen, oft bleibt es nicht bei einer Tasse pro Tag. Doch die Preise für Espresso, Cappuccino und Macchiato steigen immer weiter an. Ein Österreich-Tagestourist aus Linz wandte sich an eine Zeitung, um seinem Frust freien Lauf zu lassen.

„Die Preise bei uns sind mittlerweile völlig außer Kontrolle geraten“, sagt ein Tourist zu heute.at, der sich in Gmunden einen Espresso bestellt hatte. Er habe 3,50 Euro bezahlt, was nicht zu einer guten Stimmung beigetragen habe. Gmunden liegt im oberösterreichischen Salzkammergut, am Nordufer des Traunsees. Das Städtchen ist unter anderem durch das Seeschloss Ort bekannt. Kein Wunder also, dass auch hier der Preis pro Tasse in die Höhe schießt.

„Dreifaches für einen Kaffee blechen“ – Österreich bietet bereits 2022 siebt teuersten Espresso an

Der Oberösterreicher stelle auch immer wieder fest, dass es in anderen Staaten günstiger sei als in Österreich. „Warum zahle ich zum Beispiel in Italien für einen Espresso nur 1 Euro? Keiner kann mir erklären, wieso ich hier das Dreifache für einen Kaffee blechen muss“, sagt er zu heute.at.

Das Wahrzeichen von Gmunden am Traunsee: Das Städtchen ist unter anderem durch das Seeschloss Ort bekannt. Doch auch hier zieht der Kaffeepreis an.

Und das stimmt teilweise auch, wie das Online-Reisemagazin travelbook.de in einem Artikel mitteilt. Im Jahr 2022 war der Espresso in Österreich bereits auf Rang sieben der teuersten mit durchschnittlich 2,75 Euro pro Tasse. Auf Platz eins habe es Dänemark mit einem Espresso-Preis von rund 4 Euro pro Tasse geschafft.

Börsenpreis für Kaffee seit 2020 um 247 Prozent gestiegen – Espresso in Italien könnte auch teurer werden

Wie die Preise heutzutage in Dänemark aussehen, ist jedoch unklar. Doch im Vergleich dazu kostet in Italien eine Tasse Espresso knapp 1,20 Euro, im südtiroler Bozen bereits rund 1,43 Euro. Bald könne der Preis jedoch erneut ansteigen.

Kaffee: Welche 8 gesundheitlichen Vorteile als wissenschaftlich erwiesen gelten

Frau trinkt Kaffee und lächelt in die Kamera.
Kaffee macht wach und wirkt auf manche sogar euphorisierend. Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass der Trank aus der Kaffeebohne sogar Depressionen vorbeugen kann. Zwei bis drei Tassen täglich verringerten bei Frauen das Erkrankungsrisiko um 15 Prozent. Tranken sie mehr als drei Tassen, war das Risiko sogar um 20 Prozent geringer, heißt es vonseiten der Apotheken Umschau.  © Joseffson/Imago
Frau trägt Kaffeetasse.
Kaffee wird mit einem niedrigeren Diabetes-Risiko in Verbindung gebracht. Professor Chahan Yeretzian, Leiter des Coffee Excellence Centers an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften erklärt im Interview mit der Apotheken Umschau, dass die gesundheitsfördernde Wirkung vor allem auf die in Kaffee enthaltenen Substanzen Koffein und Antioxidantien zurückzuführen ist. Letztere schützen vor freien Radikalen, die unsere Zellen angreifen und so sogar das Krebsrisiko erhöhen. Doch warum schützt Kaffee vor Diabetes? Woran genau das liegt, ist noch nicht völlig geklärt, informiert die Apotheken Umschau. Kaffee verbessere offenbar die Empfindlichkeit für das Hormon Insulin, infolge könne der Körper Zucker besser verarbeiten. Bestimmte Stoffe, die der Körper nach dem Genuss ausschüttet, wirken zudem gefäßschützend und entzündungshemmend, heißt es weiter.  © Imago
Mann sitzt am Arbeitsplatz, eine Kaffeetasse steht auf dem Tisch.
Kaffee hemmt sogar die Aktivität von Coronaviren – allerdings bislang nur im Laborversuch. Trotzdem sollen die potenziell antiviral wirksamen Effekte von Kaffee in dieser Aufzählung einen Platz finden. Professor Nikolai Kuhnert von der Jacobs University und sein Team hatten im Labor untersucht, wie Inhaltsstoffe von Kaffee und Coronaviren miteinander interagieren. Sie fanden dabei heraus, dass eine chemische Verbindung in der Kaffeebohne die Fähigkeit des Spike-Proteins von Coronaviren hemmt, an die sogenannten ACE-2-Rezeptoren in menschlichen Zellen anzudocken. Die Schlussfolgerung der Forschenden: Kaffee könnte Corona-Infektionen verhindern. Um diese These zu beweisen, fehlt allerdings noch ein klinischer Versuch am Menschen.  © Jose Luis Carrascosa/Imago
Tasse Kaffee und Gebäck
Kaffee wirkt sich positiv auf Herz und Kreislauf aus: so das Ergebnis einer Studie von ungarischen Forschern. Ein Team der Semmelweis-Universität in Budapest um Dr. Judit Simon vom Herz- und Gefäßzentrum der Universität untersuchte, ab wie vielen Tassen Kaffee pro Tag eine lebensverlängernde Wirkung einsetzt. Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass bis zu drei Tassen Kaffee täglich mit einem geringeren Risiko für Schlaganfälle und tödliche Herzkrankheiten verbunden sind.  © Annie Hall/Imago
Frau trinkt Kaffee
Kaffee ohne Zucker habe sich in einer großen Metaanalyse als effizienter Schutzfaktor für die Leber erwiesen, wird Professor Dr. Christian Trautwein, Direktor der Medizinischen Klinik III der RWTH Aachen, von der Pharmazeutischen Zeitung (PZ) zitiert. Eine Menge von drei bis fünf Tassen Kaffee täglich gilt als besonders empfehlenswert, so die PZ. Sie vertragen Koffein nicht sonderlich gut? Dann greifen Sie zur koffeinfreien Alternative: Auch diese Art von Kaffee entfaltet leberschützende Wirkung.  © Julia Bradley/Imago
Zwei Frauen frühstücken.
Ein Espresso zum Frühstück? Ja, gerne – wenn es nach der leberschützenden Wirkung von Kaffee geht. Eine groß angelegte italienische Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Substanzen im Kaffee vor Leberkrebs schützen können. Ein Team um Carlo LaVecchia vom pharmakologischen Forschungsinstitut „Mario Negri“ in Mailand hatte untersucht, wie sich Kaffeetrinken auf das Leberkrebs-Risiko auswirkt. Wie das Ärzteblatt berichtete, kam es in der Gruppe der Kaffeetrinker ganze 40 Prozent seltener zu Leberkrebs. Der Erklärungsansatz der Forschenden: Eine Reihe von bioaktiven Substanzen in Kaffee wirkt sich in Summe protektiv auf die Leber aus.  © William Perugini/Imago
Zwei Tassen Kaffee von oben, Milchschaum ist verziert
Das Demenzrisiko soll durch regelmäßigen Kaffeegenuss sinken. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forscherteam um Yuan Zhang von der School of Public Health an der Tianjin Medical University in Tianjin, China. „Wir fanden heraus, dass Kaffee- und Teekonsum einzeln oder in Kombination mit einem geringeren Schlaganfall- und Demenzrisiko verbunden sind“, so eine Erkenntnis der chinesisch-US-amerikanischen Forschergruppe. Das Demenzrisiko war bei Menschen, die zwei- bis dreimal täglich Kaffee tranken, sogar um bis zu 28 Prozent geringer als bei Studienteilnehmern, die keinen Kaffee tranken. © Manfred Segerer/Imago
Frauen prosten sich mit Kaffeetassen zu.
Bei Kopfschmerzen kann ein Espresso wahre Wunder wirken. Denn das enthaltene Koffein hat schmerzstillende Wirkung. Daher wird Koffein in Kombipräparaten gegen Kopfschmerzen genutzt. Darin enthalten, steigert Koffein den schmerzlindernden Effekt von ASS und Paracetamol um bis zu 70 Prozent, informiert die Apotheken Umschau.  © Jake Jakab/Imago

Grund dafür: Der Börsenpreis für Rohkaffee sei seit 2020 um 247 Prozent angestiegen, so tageschschau.de. Durch den Klimawandel seien die Ernteerträge immer weniger. Denn Dürren oder Überschwemmungen zerstören die Bohnen bereits vor der Ernte. Doch auch erhöhte Energie- und Personalkosten seien ein Grund für die erhöhten Kaffeepreise.

In Deutschland liegt der Espressopreis aktuell zwischen 2 und 3,50 Euro je nach Ort. 2022 dagegen habe laut travelbook.de ein Espresso durchschnittlich noch unter 2 Euro gekostet, in Berlin beispielsweise rund 1,85 Euro.

Rubriklistenbild: © Imago/dpa

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